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Übergänge im Leben: Jobverlust, Pension, Neuanfang
25.10.2026 (aktualisiert am 25.10.2026)
balancio.at
Lesedauer: 17 min
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Übergänge im Leben: Jobverlust, Pension, Neuanfang
25.10.2026 (aktualisiert am 25.10.2026) | balancio.at
Lesedauer: 17 min
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Die Kündigung ist da, die Pension beginnt oder die Karriere geht zu Ende: Plötzlich fehlt, was deinen Alltag jahrelang getragen hat.
Hier erfährst du, warum solche Übergänge so stark auf die Psyche wirken und was dir nach heutigem Wissen hilft. Du liest, welche Wege es in Österreich beim AMS und bei der Pensionsversicherung gibt, wann Lebensberatung, Mentaltraining oder Coaching passen und wann du besser Psychotherapie oder Klinische Psychologie suchst.
Ein Jobverlust oder der Abschied aus dem Beruf nimmt dir oft mehr als das Einkommen, deshalb kann er sich wie ein Verlust anfühlen. Arbeit erfüllt laut Gesundheitsportal wichtige psychosoziale Aufgaben. Mit dem Arbeitsplatz fallen häufig soziale Kontakte, die gewohnte Tagesstruktur, sinngebende Tätigkeiten, finanzielle Sicherheit und Anerkennung weg. Schon ein drohender Arbeitsplatzverlust ist belastend.
Auch die Pension ist laut Gesundheitsportal ein bedeutender Lebensübergang. Er verändert den Alltag, das Einkommen, die Beziehungen und die Rollen, die du bisher hattest. Belastend kann er werden, wenn du deinen Job gern gemacht hast, viele Kontakte aus der Arbeit stammen und andere Interessen lange zurückstehen mussten, oder wenn du dich nicht auf die Pension vorbereiten konntest.
Fachleute sprechen von einer Krise, wenn Ereignisse die eigene Belastungsfähigkeit und die gewohnten Lösungswege übersteigen. Lebensübergänge können laut Gesundheitsportal solche persönlichen Krisen auslösen. Mehr dazu erklären die Glossarbegriffe Krise und Sinnkrise.
Diese Gefühle sind normal
Angst, Hilflosigkeit, Trauer oder Scham sind nach einem Jobverlust ganz normale Begleiter. So beschreibt es der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), den das Gesundheitsportal zitiert. Ein solcher Einschnitt geht an niemandem spurlos vorbei.
Wie stark die Belastung ist, hängt auch von der Dauer ab. Je länger die Arbeitslosigkeit anhält, desto häufiger können sich laut Gesundheitsportal Beschwerden zeigen wie:
Eine Auswertung von 104 Studien kam zum selben Bild: Arbeitslosen Menschen ging es psychisch und körperlich schlechter als Erwerbstätigen, und die Dauer der Arbeitslosigkeit spielte dabei eine Rolle. Solche Auswertungen belegen Zusammenhänge, sie beweisen aber nicht im Einzelfall, was Ursache und was Folge ist. Das Gesundheitsportal weist darauf hin, dass gesundheitliche Probleme auch umgekehrt das Risiko für Arbeitslosigkeit erhöhen.
Wichtig für dich: Krisen sind laut Gesundheitsportal bewältigbar und dauern nicht ewig. Nimm dir Zeit, sei verständnisvoll mit dir und sprich mit Menschen, die dir guttun.
Der Weg zum Kabarettisten · 5:21 Min.Alex Kristan erzählt, wie er mit knapp 30 plötzlich ohne Job dastand und mithilfe eines Freundes aus dem Unterhalten einen Beruf machte.
Wenn es nicht warten kann: Hast du Gedanken, dir das Leben zu nehmen, oder siehst du keinen Ausweg mehr, bleib nicht allein. Die Telefonseelsorge ist unter 142 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und vertraulich. Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147, anonym und rund um die Uhr. Im Notfall ruf die Rettung unter 144.
Jobverlust: Das kannst du in den ersten Wochen tun
In den ersten Wochen helfen dir zwei Dinge am meisten: die Meldung beim AMS rechtzeitig zu erledigen und dir trotz allem eine Tagesstruktur zu geben. Beides nimmt Druck aus einer Lage, die sich oft unkontrollierbar anfühlt.
Beim AMS melden
Willst du Arbeitslosengeld bekommen, stellst du beim Arbeitsmarktservice (AMS) einen Antrag. Damit bist du gleichzeitig arbeitslos gemeldet. So läuft es laut AMS:
Antrag stellen: online über MeinAMS oder persönlich bei deiner AMS-Geschäftsstelle.
Rechtzeitig sein: Kennst du deinen letzten Arbeitstag, kannst du den Antrag laut AMS bis zu drei Wochen vorher stellen. Spätestens am ersten Tag deiner Arbeitslosigkeit muss er beim AMS sein. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag.
Alle Daten angeben: Das AMS braucht Angaben zu deinem Anspruch und zu deiner Arbeitssuche. Meldest du dich später oder fehlen Daten, bekommst du das Geld erst ab einem späteren Tag, und es können Lücken in der Kranken- und Pensionsversicherung entstehen.
Ob und wie lange du Arbeitslosengeld bekommst, hängt unter anderem davon ab, wie lange du davor versichert gearbeitet hast. Hast du selbst gekündigt, wird das Geld laut oesterreich.gv.at in den ersten Wochen nicht ausgezahlt. Während du Arbeitslosengeld beziehst, bist du krankenversichert. Die aktuellen Voraussetzungen findest du auf ams.at und oesterreich.gv.at.
Suchst du einen neuen Job, ohne Geld vom AMS zu beantragen, kannst du dich auch nur zur Stellensuche melden. Bekommst du Arbeitslosengeld, musst du bereit sein, eine neue Arbeit anzunehmen, und dich um vermittelte Stellen bemühen.
Soll dein Arbeitsverhältnis einvernehmlich enden, rät die Arbeiterkammer, auch dann auf deine Rechte zu achten. Lass dich laut Arbeiterkammer beraten, bevor du einer solchen Vereinbarung zustimmst, und frag dort auch bei Fragen zu Kündigung und Arbeitslosengeld nach.
Den Tag gestalten
Der BÖP empfiehlt laut Gesundheitsportal für die Zeit der Arbeitslosigkeit unter anderem:
Struktur schaffen: Ein geregelter Tagesablauf gibt dem Tag Halt.
Aktiv werden: Kontrollverlust und Hilflosigkeit belasten laut BÖP viele Menschen sehr, deshalb ist es jetzt besonders wichtig, im Rahmen deiner Möglichkeiten aktiv zu werden, etwa mit Weiterbildung oder ehrenamtlichem Engagement.
Bilanz ziehen: Was hat dir an deiner Arbeit gefallen, was hat gefehlt? Welche Stärken hast du? Ist es Zeit für eine neue Ausbildung oder Umschulung?
Auf deine Erfahrung vertrauen: Du hast schon berufliche Herausforderungen gemeistert.
Gut für dich sorgen: Achte auf dich, das stärkt deinen Selbstwert.
Rechtzeitig Hilfe holen: Bei starken Existenzängsten, massiver Belastung oder wenn du aus dem Grübeln nicht mehr herauskommst.
Wenn die Gesundheit mitspielt
Hast du deinen Job aus gesundheitlichen Gründen verloren oder fürchtest du das, berät dich laut oesterreich.gv.at das Programm fit2work. Es unterstützt auch beim Entwickeln neuer beruflicher Perspektiven. Die Beratung ist kostenlos. Einen Termin vereinbarst du über die Hotline 0800 500 118. Ergibt sich in der Beratung ein Bedarf und bietet die Krankenkasse nicht rechtzeitig eine kostenlose Behandlung, ist über fit2work auch eine kostenfreie klinisch-psychologische Behandlung möglich.
Ältere Arbeitssuchende bleiben laut Gesundheitsportal womöglich länger arbeitslos. Das AMS informiert laut Gesundheitsportal auf seiner Website über Unterstützung und Weiterbildung für die Altersgruppe 50 plus. Frag deine Beraterin oder deinen Berater beim AMS gezielt danach.
Geldsorgen und Existenzangst: früh Klarheit schaffen
Geldsorgen nach einem Jobverlust oder vor der Pension belasten die Psyche oft genauso wie der Verlust selbst, deshalb lohnt es sich, früh einen Überblick zu bekommen. Arbeitslosigkeit ist laut Gesundheitsportal einer der häufigsten Gründe für Überschuldung. Dauerhafter Druck durch Schulden kann zu Schlafstörungen, Angstzuständen, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder Depression beitragen.
Das Gesundheitsportal beschreibt einen Teufelskreis: Wer überschuldet ist, ist psychisch stärker belastet, und wer psychisch belastet ist, kommt schwerer aus den Schulden heraus. In einer Schuldensituation entwickeln sich laut Gesundheitsportal außerdem leichter Abhängigkeiten, etwa von Alkohol, Glücksspiel oder Medikamenten. Merkst du, dass du öfter zu Alkohol greifst, um abzuschalten, sprich das bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Hier bekommst du Hilfe
Budgetberatung: Bist du noch nicht überschuldet, willst aber deine Finanzen ordnen, vereinbarst du über budgetberatung.at einen Termin in deinem Bundesland. Die Gespräche sind laut Gesundheitsportal kostenlos und vertraulich.
Schuldenberatung: Bei Schulden helfen die staatlich anerkannten Schuldenberatungen. Sie verschaffen dir mit dir gemeinsam einen Überblick und zeigen Lösungen.
Pensionskonto ansehen: Bist du ab 1955 geboren, kannst du dein Pensionskonto jederzeit online mit der ID Austria oder über FinanzOnline abrufen oder den Stand per Post anfordern. So weißt du, worauf du dich später stützen kannst.
Eine klare Rechnung kann Ängste kleiner machen, auch wenn sie unangenehm ist. Schreib auf, was du monatlich brauchst, was du hast und worauf du verzichten könntest.
Reichtum im Kabarett · 3:31 Min.Andrea Händler erzählt, wie sie vor ihrer großen Pause einen Kassasturz machte, um zu sehen, ob sie sich das Aufhören mit 55 leisten kann.
Pension: Wenn der Arbeitsalltag plötzlich fehlt
Viele freuen sich auf die Pension, und trotzdem kann der erste Ruhestand schwerer sein als erwartet. Das Gesundheitsportal nennt das „Pensionsschock“: Anpassungsschwierigkeiten an das neue Leben, die mit innerer Leere und einem Gefühl der Nutzlosigkeit einhergehen können. Männer fühlen sich laut Gesundheitsportal oft stärker als Frauen von den nötigen Veränderungen gefordert und belastet.
Der Übergang beginnt laut Gesundheitsportal schon einige Jahre vor dem letzten Arbeitstag. Etwa zehn bis fünf Jahre vorher entsteht oft Raum, über die Zukunft und den Sinn der Arbeit nachzudenken. Nutze diese Zeit. Das Gefühl, gebraucht zu werden, fördert laut Gesundheitsportal die Gesundheit. Wichtig ist ein Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung.
Die Herausforderungen des Alters · 3:55 Min.Maya Hakvoort erzählt, dass für sie jedes Alter eine Herausforderung ist und sie heute versucht, gelassen zu bleiben, statt alles perfekt machen zu wollen.
So bereitest du den Ruhestand vor
Das Gesundheitsportal empfiehlt:
Vorher planen: Stell dir schon vor der Pension vor, welche Aktivitäten auf dich warten.
Kontakte pflegen: Halte Verbindungen aufrecht, auch zu Menschen aus der Arbeit.
Geistig und körperlich fit bleiben: Lernen hält geistig fit, etwa eine Sprache, ein Instrument oder ein Seniorenstudium. Günstige Kurse gibt es an Volkshochschulen.
Gebraucht werden: Ehrenamtliche Arbeit in Hilfsorganisationen und Vereinen hält aktiv und gibt Sinn und Wertschätzung. Auch Engagement in der Familie kann sehr bereichernd sein.
Gleitend in die Pension: Altersteilzeit und Teilpension
Ein gleitender Übergang kann das „Ankommen“ im Ruhestand laut Gesundheitsportal erleichtern. In Österreich gibt es dafür zwei Wege, beide nur gemeinsam mit deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber:
Altersteilzeit: Du verringerst vor der Pension für eine gewisse Zeit deine Arbeitszeit und bekommst laut oesterreich.gv.at einen Lohnausgleich, also einen Teil des entfallenden Gehalts, weiter. Deine Ansprüche in der Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung bleiben erhalten. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber beantragt die Förderung beim AMS. Seit 2026 wird die mögliche Dauer der Altersteilzeit laut oesterreich.gv.at schrittweise kürzer, und es braucht mehr Beschäftigungszeiten. Die aktuellen Werte stehen auf oesterreich.gv.at.
Teilpension: Seit 2026 kannst du laut Pensionsversicherung weiterarbeiten, aber weniger, und gleichzeitig einen Teil deiner Pension beziehen. Voraussetzung ist unter anderem, dass du Anspruch auf eine Alterspension oder eine vorzeitige Alterspension hast. Du brauchst eine schriftliche Vereinbarung mit deinem Betrieb und einen Antrag bei der Pensionsversicherung. Die Teilpension gibt es laut Pensionsversicherung nur für unselbstständig Beschäftigte und nicht während einer Wiedereingliederungsteilzeit. Arbeitest du später mehr als vereinbart oder zusätzlich selbstständig, kann sie wegfallen. Beachte: Beziehst du einmal eine Teilpension, kann laut Pensionsversicherung später zum Beispiel kein Anspruch mehr auf eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension entstehen.
Lass dich vor beiden Schritten beraten, bei der Pensionsversicherung oder deiner Arbeiterkammer. Wie viel Arbeitszeit du reduzieren kannst und was das für dein Einkommen bedeutet, steht auf den Seiten der Pensionsversicherung und von oesterreich.gv.at.
Den Pensionsantrag nicht vergessen
Die Pension kommt nicht von selbst. Du musst laut Pensionsversicherung immer einen Antrag stellen. Das geht online mit der ID Austria, per E-Mail, per Post oder persönlich nach Terminvereinbarung, und es ist kostenlos. Die Pensionsversicherung empfiehlt, den Antrag etwa drei Monate vor dem gewünschten Stichtag zu stellen, frühestens sechs Monate davor und spätestens am Stichtag selbst. Stellst du den Antrag nicht an einem Monatsersten, gilt der erste Tag des Folgemonats als Stichtag. Wichtig: Der Pensionsantritt beendet dein Arbeitsverhältnis nicht automatisch. Dafür braucht es eine Kündigung oder eine einvernehmliche Auflösung. Für die reguläre Alterspension musst du dein Dienstverhältnis laut Pensionsversicherung nicht beenden, für eine vorzeitige Pension (Korridor-, Langzeitversicherten- oder Schwerarbeitspension) schon. Die Pensionsversicherung berät dich und hilft beim Ausfüllen, wenn du vorher einen Termin vereinbarst.
Karriereende und Neuanfang: Wenn der Beruf ein Teil von dir war
Endet ein Beruf, der dein Leben geprägt hat, verlierst du oft auch ein Stück Selbstbild. Das betrifft nicht nur Profisportler:innen und Menschen auf der Bühne, sondern alle, für die ihre Arbeit zentral war. In der Auswertung der 104 Studien hing die psychische Gesundheit arbeitsloser Menschen stärker damit zusammen, wie wichtig ihnen die Arbeit war und welche persönlichen, sozialen und finanziellen Mittel und welche Tagesstruktur sie hatten, als mit Ausbildung oder anderen Personenmerkmalen wie dem Alter.
Für dich heißt das: Je mehr dein Beruf dein Leben ausgefüllt hat, desto bewusster solltest du neue Quellen für Struktur, Kontakte und Anerkennung suchen. Manche nehmen Teile des Alten mit, etwa Bewegung oder eine Aufgabe im gleichen Umfeld. Wie das aussehen kann, erzählt das Video:
Karriereende und das Leben danach · 2:03 Min.Michael Hatz erzählt, wie der Entschluss reifte, als Profifußballer aufzuhören, wie ihm danach im Büro der Fußball fehlte und er wieder mehr Sport machte.
Nicht vorschnell alles umwerfen
Psychosoziale Krisen können laut Gesundheitsportal in jedem Lebensalter auftreten, oft nach einschneidenden Veränderungen oder langen Belastungen. Rund um die Lebensmitte stellen viele ihr Leben infrage. Das Gesundheitsportal warnt dabei vor unüberlegten Schritten: Der Wunsch nach Neuem und die Angst, etwas zu versäumen, können dazu führen, einen bewährten Job oder eine lange Partnerschaft zu rasch aufzugeben. Triff große Entscheidungen deshalb mit etwas Abstand und sprich vorher mit Menschen, denen du vertraust.
Diese Fragen aus dem Gesundheitsportal können dir beim Sortieren helfen:
Was ist mir bisher gut gelungen?
Was hat mir durch frühere Krisen geholfen?
Welche Ziele habe ich mittel- und langfristig, und wie erreiche ich sie?
Wer kann mich unterstützen, wenn ich nicht weiterweiß?
Neue berufliche Richtung finden
Interessen klären: Der Berufskompass des AMS unterstützt beim Wiedereinstieg nach Arbeitslosigkeit und bei einem Berufswechsel. Persönliche Beratung bekommst du in einem BerufsInfoZentrum (BIZ) des AMS.
Weiterbildung im Job: Bist du noch beschäftigt, kannst du mit deinem Betrieb eine Weiterbildungszeit oder Weiterbildungsteilzeit vereinbaren. Das AMS fördert sie seit 2026 unter bestimmten Bedingungen mit einer Beihilfe.
Gesundheit als Grund: Willst oder musst du dich aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren, berät fit2work.
Wandel als Lebensphilosophie · 4:10 Min.Monica Weinzettl erzählt, wie sie aus Hobbys Berufe machte und warum sie zu einem ‚Notausgang im Rücken‘ rät, auch außerhalb der Komfortzone.
Was dir durch den Übergang hilft und wie gut es belegt ist
Am besten belegt ist, dass Struktur, Kontakte und eigene Bewältigungsmittel mit der psychischen Gesundheit nach einem Jobverlust zusammenhängen. Das zeigt die Auswertung der 104 Studien. Sie misst Zusammenhänge, keine Wirkung einzelner Tipps. Die folgenden Schritte empfehlen das Gesundheitsportal und der BÖP. Sie sind einfach, und viele Menschen kennen sie aus eigener Erfahrung. Dass jeder einzelne Schritt nachweislich wirkt, ist damit nicht gesagt.
Einen festen Rhythmus halten: Gib jedem Tag einen geregelten Ablauf mit festen Zeiten, das empfiehlt der BÖP als Erstes.
Mit anderen reden: Niemand muss allein durch eine Krise. Ein Gespräch mit einer Person, die dir guttut, ist oft der erste Schritt.
Bewegen und ausgleichen: Ein ausgewogener Lebensstil mit Bewegung, gesunder Ernährung, sozialen Kontakten und Entspannung trägt zur Balance bei.
An Bewältigtes erinnern: Überleg, was du schon geschafft hast und was dir früher geholfen hat. Schreib es auf, damit du später darauf zurückgreifen kannst.
Etwas tun, das gebraucht wird: Ehrenamt und Weiterbildung geben Sinn und das Gefühl, wieder etwas in der Hand zu haben.
Seelische Widerstandskraft, auch Resilienz genannt, lässt sich laut Gesundheitsportal verbessern. Niemand hat sie aber auf Lebenszeit, und nach einer schweren Krise muss sie manchmal neu erarbeitet werden. Wie du allgemein durch eine schwere Zeit kommst, erklärt der Ratgeber „Schicksalsschlag: Wie du durch die Krise kommst“.
Fang mit einem einzigen Punkt an, der dir heute machbar erscheint. Bleibt es trotzdem schwer, ist das kein Versagen, sondern ein Grund, dir Unterstützung zu holen.
Lebensberatung, Mentaltraining, Coaching: Hilfe bei Fragen, nicht bei Krankheit
Für die Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ können Lebens- und Sozialberatung, Mentaltraining und Coaching passen, solange keine psychische Erkrankung dahintersteht. Berufs- und Persönlichkeitsfragen gehören laut Gewerbeordnung ausdrücklich zur Lebens- und Sozialberatung. Diese Berufe begleiten Menschen, die im Alltag zurechtkommen, aber bei einer Lebensfrage nicht weiterkommen. Krankheiten behandeln sie nicht. Coaching sowie Lebens- und Sozialberatung zählen laut Gesundheitsportal nicht zu den Gesundheitsberufen.
Lebensberatung vs Psychotherapie · 0:58 Min.Kurz gesagt: Die Lebens- und Sozialberatung hilft bei Veränderungen im Leben, die Psychotherapie stellt Diagnosen und lindert Krankheitsbilder.
Lebens- und Sozialberatung
Die Lebens- und Sozialberatung ist in Österreich ein Gewerbe, für das es eine eigene Berechtigung braucht. Laut Gewerbeordnung gehört dazu die Beratung und Betreuung von Menschen, etwa bei Persönlichkeits-, Familien- und Berufsproblemen. Psychologische Beratung ist eingeschlossen, Psychotherapie ausdrücklich nicht. Die Wirtschaftskammer nennt als Gebiete unter anderem Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung und Problemlösung.
Die Standes- und Ausübungsregeln ziehen eine klare Grenze. Gibt es Anzeichen für eine Krankheit, müssen Lebens- und Sozialberater:innen dir nachweislich empfehlen, einen passenden Gesundheitsberuf aufzusuchen. Eine Beratung trotz Krankheit fortzusetzen, gilt als standeswidrig. Außerdem müssen sie dir sagen, wie lange die Beratung voraussichtlich dauert, wie sie abläuft und was eine Stunde kostet. Frag danach, bevor du beginnst.
Mentaltraining
Mentaltrainer:innen unterstützen laut AMS-Berufslexikon in Einzel- und Gruppengesprächen dabei, Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein zu stärken und besser mit Stress umzugehen. Sie helfen, persönliche Ziele zu formulieren, blockierende Gedankenmuster zu erkennen und Entspannungstechniken zu lernen. Für den Beruf gibt es laut AMS viele verschiedene Ausbildungen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Mehr zur Methode erklärt das Glossar unter Mentaltraining.
Coaching
Coaching begleitet laut AMS Menschen im beruflichen Zusammenhang, bei wichtigen Entscheidungen und beruflichen Herausforderungen. Die Bezeichnung „Coach“ ist in Österreich nicht geschützt, jede Person darf sich so nennen. Wer selbstständig coacht, braucht aber eine Gewerbeberechtigung, je nach Ausrichtung für Unternehmensberatung oder Lebens- und Sozialberatung. Ausbildungen sind in Inhalt, Dauer und Kosten nicht einheitlich. Laut AMS umfassen auch Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie Coaching als Tätigkeit.
Woran du ein seriöses Angebot erkennst
Gewerbeberechtigung prüfen: Ob jemand eine Berechtigung für Lebens- und Sozialberatung oder Unternehmensberatung hat, siehst du kostenlos im Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) unter gisa.gv.at.
Rahmen klären: Dauer, Ablauf und Stundenhonorar sollen vor Beginn feststehen.
Grenze achten: Eine seriöse Beraterin oder ein seriöser Coach sagt dir, wenn du besser zu einem Gesundheitsberuf gehen solltest.
Kosten einplanen: Reine Beratung oder Persönlichkeitsentwicklung übernimmt die Krankenkasse laut Gesundheitsportal selbst bei Psychotherapeut:innen nicht. Lebensberatung, Mentaltraining und Coaching zahlst du deshalb selbst, frag vorher nach dem Stundenhonorar.
Passt Beratung oder Coaching für dich?
Eher ja: Du schläfst einigermaßen, kommst durch den Tag und willst vor allem klären, wie es beruflich oder privat weitergeht.
Nur in Absprache: Bist du wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung, frag zuerst deine Behandlerin oder deinen Behandler, ob eine zusätzliche Beratung zu einer konkreten Frage sinnvoll ist, und sag das der Beraterin oder dem Coach. Lebens- und Sozialberater:innen dürfen laut Standesregeln keine Beratung übernehmen oder fortsetzen, wenn eine Krankheit vorliegt oder Beratung dir voraussichtlich nicht hilft.
Eher nicht allein: Du bist seit Wochen niedergeschlagen, antriebslos, schläfst schlecht oder siehst keinen Sinn mehr. Dann gehört eine Abklärung bei einem Gesundheitsberuf an den Anfang.
Welcher Beruf was darf und wie du Titel prüfst, erklärt der Ratgeber „Wer hilft bei psychischen Problemen?“.
Wann aus der Krise mehr wird: Psychotherapie und Klinische Psychologie
Hält die Belastung lange an oder wird sie immer schwerer, kann aus der Lebenskrise eine Erkrankung werden, die eine Behandlung braucht. Die Grenzen sind laut Gesundheitsportal fließend. Reagierst du auf eine belastende, aber nicht traumatische Veränderung vorübergehend mit depressiven oder Angstsymptomen, sprechen Fachleute etwa von einer Anpassungsstörung. Aus einer Sinnkrise kann laut Gesundheitsportal eine schwere psychosoziale Krise werden, die sich mitunter zu einer Depression entwickelt.
Niedergeschlagene Phasen gehören zum Leben. Sie gehen laut IQWiG normalerweise vorüber, wenn sich die Lage ändert. Bei einer Depression bleiben die traurigen Gefühle und negativen Gedanken und überschatten alles. Eine Depression kann durch ein belastendes Ereignis ausgelöst werden. Die Hauptzeichen sind laut IQWiG:
gedrückte Stimmung,
Freudlosigkeit und wenig Interesse an Dingen, die dir vorher wichtig waren,
Antriebsmangel und schnelle Erschöpfung.
Dazu können etwa Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit oder ein geringes Selbstwertgefühl kommen. Halten mehrere dieser Zeichen zwei Wochen oder länger an, stellen Fachleute eine Depression fest. Woran du sie erkennst und welche Behandlung hilft, liest du im Ratgeber „Depression: Anzeichen erkennen und Hilfe finden“. Fühlst du dich vor allem ausgebrannt, etwa vor einem Jobverlust, hilft der Ratgeber „Burnout: Anzeichen erkennen und wieder zu Kräften kommen“.
Wer jetzt hilft
Hausärztin oder Hausarzt: Bei psychischen Beschwerden ist sie oder er laut Gesundheitsportal oft die erste Anlaufstelle und überweist bei Bedarf weiter.
Psychotherapie: Sie soll psychische Störungen mit Krankheitswert lindern oder heilen, etwa Depressionen oder Angststörungen. Wie du einen Platz und einen Kassenzuschuss bekommst, erklärt der Artikel „Psychotherapie beginnen: So findest du einen Platz“.
Klinische Psychologie: Klinische Psycholog:innen untersuchen und behandeln unter anderem psychische Veränderungen und Leidenszustände. Das Gesundheitsportal nennt als Anlass ausdrücklich Übergangs- und Krisensituationen wie berufliche Veränderungen sowie Belastungs- und Anpassungsstörungen. Kassenplätze für psychische Hilfe findest du laut Gesundheitsportal über psyhelp.at.
Krisenintervention: In einer akuten Krise bieten Krisendienste kurzfristige Hilfe für einige Wochen bis wenige Monate. Wo es sie in deinem Bundesland gibt, steht im Ratgeber „Schicksalsschlag: Wie du durch die Krise kommst“.
Was die Krankenkasse übernimmt, erklärt der Ratgeber „Was zahlt die Krankenkasse? Therapie und Kosten“. Bei Suizidgedanken gilt auch hier: Telefonseelsorge 142, bei konkreten Suizidplänen oder Sorge um deine Sicherheit die Rettung unter 144.
Was jetzt tun?
Rechtzeitig melden: Stell deinen Antrag beim AMS über MeinAMS oder in deiner Geschäftsstelle, am besten schon vor deinem letzten Arbeitstag. Vor einer einvernehmlichen Auflösung lass dich bei der Arbeiterkammer beraten.
Geld ordnen: Verschaff dir einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben, ruf dein Pensionskonto ab und such bei Bedarf eine Budget- oder Schuldenberatung.
Pension vorbereiten: Vereinbare einige Jahre vor der Pension einen Beratungstermin bei der Pensionsversicherung und kläre mit deinem Betrieb, ob Altersteilzeit oder Teilpension für dich passt.
Tag strukturieren: Plane jeden Tag eine feste Aufgabe, Bewegung und einen Kontakt zu einem Menschen, der dir guttut.
Begleitung wählen: Für Fragen zur neuen Richtung passen Lebens- und Sozialberatung, Mentaltraining oder Coaching (Gewerbeberechtigung im GISA prüfen). Bist du seit mehr als zwei Wochen niedergeschlagen und antriebslos, geh zuerst zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Bei gesundheitlichen Problemen im Job hilft fit2work unter 0800 500 118.
In der Krise oder bei Suizidgedanken: Ruf die Telefonseelsorge unter 142 an (rund um die Uhr), als Kind oder Jugendliche:r Rat auf Draht unter 147. Bei konkreten Suizidplänen oder wenn du dir Sorgen um deine Sicherheit machst, ruf die Rettung unter 144.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Die Kündigung ist da, die Pension beginnt oder die Karriere geht zu Ende: Plötzlich fehlt, was deinen Alltag jahrelang getragen hat.
Hier erfährst du, warum solche Übergänge so stark auf die Psyche wirken und was dir nach heutigem Wissen hilft. Du liest, welche Wege es in Österreich beim AMS und bei der Pensionsversicherung gibt, wann Lebensberatung, Mentaltraining oder Coaching passen und wann du besser Psychotherapie oder Klinische Psychologie suchst.
Ein Jobverlust oder der Abschied aus dem Beruf nimmt dir oft mehr als das Einkommen, deshalb kann er sich wie ein Verlust anfühlen. Arbeit erfüllt laut Gesundheitsportal wichtige psychosoziale Aufgaben. Mit dem Arbeitsplatz fallen häufig soziale Kontakte, die gewohnte Tagesstruktur, sinngebende Tätigkeiten, finanzielle Sicherheit und Anerkennung weg. Schon ein drohender Arbeitsplatzverlust ist belastend.
Auch die Pension ist laut Gesundheitsportal ein bedeutender Lebensübergang. Er verändert den Alltag, das Einkommen, die Beziehungen und die Rollen, die du bisher hattest. Belastend kann er werden, wenn du deinen Job gern gemacht hast, viele Kontakte aus der Arbeit stammen und andere Interessen lange zurückstehen mussten, oder wenn du dich nicht auf die Pension vorbereiten konntest.
Fachleute sprechen von einer Krise, wenn Ereignisse die eigene Belastungsfähigkeit und die gewohnten Lösungswege übersteigen. Lebensübergänge können laut Gesundheitsportal solche persönlichen Krisen auslösen. Mehr dazu erklären die Glossarbegriffe Krise und Sinnkrise.
Diese Gefühle sind normal
Angst, Hilflosigkeit, Trauer oder Scham sind nach einem Jobverlust ganz normale Begleiter. So beschreibt es der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), den das Gesundheitsportal zitiert. Ein solcher Einschnitt geht an niemandem spurlos vorbei.
Wie stark die Belastung ist, hängt auch von der Dauer ab. Je länger die Arbeitslosigkeit anhält, desto häufiger können sich laut Gesundheitsportal Beschwerden zeigen wie:
Eine Auswertung von 104 Studien kam zum selben Bild: Arbeitslosen Menschen ging es psychisch und körperlich schlechter als Erwerbstätigen, und die Dauer der Arbeitslosigkeit spielte dabei eine Rolle. Solche Auswertungen belegen Zusammenhänge, sie beweisen aber nicht im Einzelfall, was Ursache und was Folge ist. Das Gesundheitsportal weist darauf hin, dass gesundheitliche Probleme auch umgekehrt das Risiko für Arbeitslosigkeit erhöhen.
Wichtig für dich: Krisen sind laut Gesundheitsportal bewältigbar und dauern nicht ewig. Nimm dir Zeit, sei verständnisvoll mit dir und sprich mit Menschen, die dir guttun.
Der Weg zum Kabarettisten · 5:21 Min.Alex Kristan erzählt, wie er mit knapp 30 plötzlich ohne Job dastand und mithilfe eines Freundes aus dem Unterhalten einen Beruf machte.
Wenn es nicht warten kann: Hast du Gedanken, dir das Leben zu nehmen, oder siehst du keinen Ausweg mehr, bleib nicht allein. Die Telefonseelsorge ist unter 142 rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und vertraulich. Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147, anonym und rund um die Uhr. Im Notfall ruf die Rettung unter 144.
Jobverlust: Das kannst du in den ersten Wochen tun
In den ersten Wochen helfen dir zwei Dinge am meisten: die Meldung beim AMS rechtzeitig zu erledigen und dir trotz allem eine Tagesstruktur zu geben. Beides nimmt Druck aus einer Lage, die sich oft unkontrollierbar anfühlt.
Beim AMS melden
Willst du Arbeitslosengeld bekommen, stellst du beim Arbeitsmarktservice (AMS) einen Antrag. Damit bist du gleichzeitig arbeitslos gemeldet. So läuft es laut AMS:
Antrag stellen: online über MeinAMS oder persönlich bei deiner AMS-Geschäftsstelle.
Rechtzeitig sein: Kennst du deinen letzten Arbeitstag, kannst du den Antrag laut AMS bis zu drei Wochen vorher stellen. Spätestens am ersten Tag deiner Arbeitslosigkeit muss er beim AMS sein. Fällt dieser Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag.
Alle Daten angeben: Das AMS braucht Angaben zu deinem Anspruch und zu deiner Arbeitssuche. Meldest du dich später oder fehlen Daten, bekommst du das Geld erst ab einem späteren Tag, und es können Lücken in der Kranken- und Pensionsversicherung entstehen.
Ob und wie lange du Arbeitslosengeld bekommst, hängt unter anderem davon ab, wie lange du davor versichert gearbeitet hast. Hast du selbst gekündigt, wird das Geld laut oesterreich.gv.at in den ersten Wochen nicht ausgezahlt. Während du Arbeitslosengeld beziehst, bist du krankenversichert. Die aktuellen Voraussetzungen findest du auf ams.at und oesterreich.gv.at.
Suchst du einen neuen Job, ohne Geld vom AMS zu beantragen, kannst du dich auch nur zur Stellensuche melden. Bekommst du Arbeitslosengeld, musst du bereit sein, eine neue Arbeit anzunehmen, und dich um vermittelte Stellen bemühen.
Soll dein Arbeitsverhältnis einvernehmlich enden, rät die Arbeiterkammer, auch dann auf deine Rechte zu achten. Lass dich laut Arbeiterkammer beraten, bevor du einer solchen Vereinbarung zustimmst, und frag dort auch bei Fragen zu Kündigung und Arbeitslosengeld nach.
Den Tag gestalten
Der BÖP empfiehlt laut Gesundheitsportal für die Zeit der Arbeitslosigkeit unter anderem:
Struktur schaffen: Ein geregelter Tagesablauf gibt dem Tag Halt.
Aktiv werden: Kontrollverlust und Hilflosigkeit belasten laut BÖP viele Menschen sehr, deshalb ist es jetzt besonders wichtig, im Rahmen deiner Möglichkeiten aktiv zu werden, etwa mit Weiterbildung oder ehrenamtlichem Engagement.
Bilanz ziehen: Was hat dir an deiner Arbeit gefallen, was hat gefehlt? Welche Stärken hast du? Ist es Zeit für eine neue Ausbildung oder Umschulung?
Auf deine Erfahrung vertrauen: Du hast schon berufliche Herausforderungen gemeistert.
Gut für dich sorgen: Achte auf dich, das stärkt deinen Selbstwert.
Rechtzeitig Hilfe holen: Bei starken Existenzängsten, massiver Belastung oder wenn du aus dem Grübeln nicht mehr herauskommst.
Wenn die Gesundheit mitspielt
Hast du deinen Job aus gesundheitlichen Gründen verloren oder fürchtest du das, berät dich laut oesterreich.gv.at das Programm fit2work. Es unterstützt auch beim Entwickeln neuer beruflicher Perspektiven. Die Beratung ist kostenlos. Einen Termin vereinbarst du über die Hotline 0800 500 118. Ergibt sich in der Beratung ein Bedarf und bietet die Krankenkasse nicht rechtzeitig eine kostenlose Behandlung, ist über fit2work auch eine kostenfreie klinisch-psychologische Behandlung möglich.
Ältere Arbeitssuchende bleiben laut Gesundheitsportal womöglich länger arbeitslos. Das AMS informiert laut Gesundheitsportal auf seiner Website über Unterstützung und Weiterbildung für die Altersgruppe 50 plus. Frag deine Beraterin oder deinen Berater beim AMS gezielt danach.
Geldsorgen und Existenzangst: früh Klarheit schaffen
Geldsorgen nach einem Jobverlust oder vor der Pension belasten die Psyche oft genauso wie der Verlust selbst, deshalb lohnt es sich, früh einen Überblick zu bekommen. Arbeitslosigkeit ist laut Gesundheitsportal einer der häufigsten Gründe für Überschuldung. Dauerhafter Druck durch Schulden kann zu Schlafstörungen, Angstzuständen, Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder Depression beitragen.
Das Gesundheitsportal beschreibt einen Teufelskreis: Wer überschuldet ist, ist psychisch stärker belastet, und wer psychisch belastet ist, kommt schwerer aus den Schulden heraus. In einer Schuldensituation entwickeln sich laut Gesundheitsportal außerdem leichter Abhängigkeiten, etwa von Alkohol, Glücksspiel oder Medikamenten. Merkst du, dass du öfter zu Alkohol greifst, um abzuschalten, sprich das bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Hier bekommst du Hilfe
Budgetberatung: Bist du noch nicht überschuldet, willst aber deine Finanzen ordnen, vereinbarst du über budgetberatung.at einen Termin in deinem Bundesland. Die Gespräche sind laut Gesundheitsportal kostenlos und vertraulich.
Schuldenberatung: Bei Schulden helfen die staatlich anerkannten Schuldenberatungen. Sie verschaffen dir mit dir gemeinsam einen Überblick und zeigen Lösungen.
Pensionskonto ansehen: Bist du ab 1955 geboren, kannst du dein Pensionskonto jederzeit online mit der ID Austria oder über FinanzOnline abrufen oder den Stand per Post anfordern. So weißt du, worauf du dich später stützen kannst.
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Pension: Wenn der Arbeitsalltag plötzlich fehlt
Viele freuen sich auf die Pension, und trotzdem kann der erste Ruhestand schwerer sein als erwartet. Das Gesundheitsportal nennt das „Pensionsschock“: Anpassungsschwierigkeiten an das neue Leben, die mit innerer Leere und einem Gefühl der Nutzlosigkeit einhergehen können. Männer fühlen sich laut Gesundheitsportal oft stärker als Frauen von den nötigen Veränderungen gefordert und belastet.
Der Übergang beginnt laut Gesundheitsportal schon einige Jahre vor dem letzten Arbeitstag. Etwa zehn bis fünf Jahre vorher entsteht oft Raum, über die Zukunft und den Sinn der Arbeit nachzudenken. Nutze diese Zeit. Das Gefühl, gebraucht zu werden, fördert laut Gesundheitsportal die Gesundheit. Wichtig ist ein Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung.
Die Herausforderungen des Alters · 3:55 Min.Maya Hakvoort erzählt, dass für sie jedes Alter eine Herausforderung ist und sie heute versucht, gelassen zu bleiben, statt alles perfekt machen zu wollen.
So bereitest du den Ruhestand vor
Das Gesundheitsportal empfiehlt:
Vorher planen: Stell dir schon vor der Pension vor, welche Aktivitäten auf dich warten.
Kontakte pflegen: Halte Verbindungen aufrecht, auch zu Menschen aus der Arbeit.
Geistig und körperlich fit bleiben: Lernen hält geistig fit, etwa eine Sprache, ein Instrument oder ein Seniorenstudium. Günstige Kurse gibt es an Volkshochschulen.
Gebraucht werden: Ehrenamtliche Arbeit in Hilfsorganisationen und Vereinen hält aktiv und gibt Sinn und Wertschätzung. Auch Engagement in der Familie kann sehr bereichernd sein.
Gleitend in die Pension: Altersteilzeit und Teilpension
Ein gleitender Übergang kann das „Ankommen“ im Ruhestand laut Gesundheitsportal erleichtern. In Österreich gibt es dafür zwei Wege, beide nur gemeinsam mit deiner Arbeitgeberin oder deinem Arbeitgeber:
Altersteilzeit: Du verringerst vor der Pension für eine gewisse Zeit deine Arbeitszeit und bekommst laut oesterreich.gv.at einen Lohnausgleich, also einen Teil des entfallenden Gehalts, weiter. Deine Ansprüche in der Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung bleiben erhalten. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber beantragt die Förderung beim AMS. Seit 2026 wird die mögliche Dauer der Altersteilzeit laut oesterreich.gv.at schrittweise kürzer, und es braucht mehr Beschäftigungszeiten. Die aktuellen Werte stehen auf oesterreich.gv.at.
Teilpension: Seit 2026 kannst du laut Pensionsversicherung weiterarbeiten, aber weniger, und gleichzeitig einen Teil deiner Pension beziehen. Voraussetzung ist unter anderem, dass du Anspruch auf eine Alterspension oder eine vorzeitige Alterspension hast. Du brauchst eine schriftliche Vereinbarung mit deinem Betrieb und einen Antrag bei der Pensionsversicherung. Die Teilpension gibt es laut Pensionsversicherung nur für unselbstständig Beschäftigte und nicht während einer Wiedereingliederungsteilzeit. Arbeitest du später mehr als vereinbart oder zusätzlich selbstständig, kann sie wegfallen. Beachte: Beziehst du einmal eine Teilpension, kann laut Pensionsversicherung später zum Beispiel kein Anspruch mehr auf eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension entstehen.
Lass dich vor beiden Schritten beraten, bei der Pensionsversicherung oder deiner Arbeiterkammer. Wie viel Arbeitszeit du reduzieren kannst und was das für dein Einkommen bedeutet, steht auf den Seiten der Pensionsversicherung und von oesterreich.gv.at.
Den Pensionsantrag nicht vergessen
Die Pension kommt nicht von selbst. Du musst laut Pensionsversicherung immer einen Antrag stellen. Das geht online mit der ID Austria, per E-Mail, per Post oder persönlich nach Terminvereinbarung, und es ist kostenlos. Die Pensionsversicherung empfiehlt, den Antrag etwa drei Monate vor dem gewünschten Stichtag zu stellen, frühestens sechs Monate davor und spätestens am Stichtag selbst. Stellst du den Antrag nicht an einem Monatsersten, gilt der erste Tag des Folgemonats als Stichtag. Wichtig: Der Pensionsantritt beendet dein Arbeitsverhältnis nicht automatisch. Dafür braucht es eine Kündigung oder eine einvernehmliche Auflösung. Für die reguläre Alterspension musst du dein Dienstverhältnis laut Pensionsversicherung nicht beenden, für eine vorzeitige Pension (Korridor-, Langzeitversicherten- oder Schwerarbeitspension) schon. Die Pensionsversicherung berät dich und hilft beim Ausfüllen, wenn du vorher einen Termin vereinbarst.
Karriereende und Neuanfang: Wenn der Beruf ein Teil von dir war
Endet ein Beruf, der dein Leben geprägt hat, verlierst du oft auch ein Stück Selbstbild. Das betrifft nicht nur Profisportler:innen und Menschen auf der Bühne, sondern alle, für die ihre Arbeit zentral war. In der Auswertung der 104 Studien hing die psychische Gesundheit arbeitsloser Menschen stärker damit zusammen, wie wichtig ihnen die Arbeit war und welche persönlichen, sozialen und finanziellen Mittel und welche Tagesstruktur sie hatten, als mit Ausbildung oder anderen Personenmerkmalen wie dem Alter.
Für dich heißt das: Je mehr dein Beruf dein Leben ausgefüllt hat, desto bewusster solltest du neue Quellen für Struktur, Kontakte und Anerkennung suchen. Manche nehmen Teile des Alten mit, etwa Bewegung oder eine Aufgabe im gleichen Umfeld. Wie das aussehen kann, erzählt das Video:
Karriereende und das Leben danach · 2:03 Min.Michael Hatz erzählt, wie der Entschluss reifte, als Profifußballer aufzuhören, wie ihm danach im Büro der Fußball fehlte und er wieder mehr Sport machte.
Nicht vorschnell alles umwerfen
Psychosoziale Krisen können laut Gesundheitsportal in jedem Lebensalter auftreten, oft nach einschneidenden Veränderungen oder langen Belastungen. Rund um die Lebensmitte stellen viele ihr Leben infrage. Das Gesundheitsportal warnt dabei vor unüberlegten Schritten: Der Wunsch nach Neuem und die Angst, etwas zu versäumen, können dazu führen, einen bewährten Job oder eine lange Partnerschaft zu rasch aufzugeben. Triff große Entscheidungen deshalb mit etwas Abstand und sprich vorher mit Menschen, denen du vertraust.
Diese Fragen aus dem Gesundheitsportal können dir beim Sortieren helfen:
Was ist mir bisher gut gelungen?
Was hat mir durch frühere Krisen geholfen?
Welche Ziele habe ich mittel- und langfristig, und wie erreiche ich sie?
Wer kann mich unterstützen, wenn ich nicht weiterweiß?
Neue berufliche Richtung finden
Interessen klären: Der Berufskompass des AMS unterstützt beim Wiedereinstieg nach Arbeitslosigkeit und bei einem Berufswechsel. Persönliche Beratung bekommst du in einem BerufsInfoZentrum (BIZ) des AMS.
Weiterbildung im Job: Bist du noch beschäftigt, kannst du mit deinem Betrieb eine Weiterbildungszeit oder Weiterbildungsteilzeit vereinbaren. Das AMS fördert sie seit 2026 unter bestimmten Bedingungen mit einer Beihilfe.
Gesundheit als Grund: Willst oder musst du dich aus gesundheitlichen Gründen neu orientieren, berät fit2work.
Wandel als Lebensphilosophie · 4:10 Min.Monica Weinzettl erzählt, wie sie aus Hobbys Berufe machte und warum sie zu einem ‚Notausgang im Rücken‘ rät, auch außerhalb der Komfortzone.
Was dir durch den Übergang hilft und wie gut es belegt ist
Am besten belegt ist, dass Struktur, Kontakte und eigene Bewältigungsmittel mit der psychischen Gesundheit nach einem Jobverlust zusammenhängen. Das zeigt die Auswertung der 104 Studien. Sie misst Zusammenhänge, keine Wirkung einzelner Tipps. Die folgenden Schritte empfehlen das Gesundheitsportal und der BÖP. Sie sind einfach, und viele Menschen kennen sie aus eigener Erfahrung. Dass jeder einzelne Schritt nachweislich wirkt, ist damit nicht gesagt.
Einen festen Rhythmus halten: Gib jedem Tag einen geregelten Ablauf mit festen Zeiten, das empfiehlt der BÖP als Erstes.
Mit anderen reden: Niemand muss allein durch eine Krise. Ein Gespräch mit einer Person, die dir guttut, ist oft der erste Schritt.
Bewegen und ausgleichen: Ein ausgewogener Lebensstil mit Bewegung, gesunder Ernährung, sozialen Kontakten und Entspannung trägt zur Balance bei.
An Bewältigtes erinnern: Überleg, was du schon geschafft hast und was dir früher geholfen hat. Schreib es auf, damit du später darauf zurückgreifen kannst.
Etwas tun, das gebraucht wird: Ehrenamt und Weiterbildung geben Sinn und das Gefühl, wieder etwas in der Hand zu haben.
Seelische Widerstandskraft, auch Resilienz genannt, lässt sich laut Gesundheitsportal verbessern. Niemand hat sie aber auf Lebenszeit, und nach einer schweren Krise muss sie manchmal neu erarbeitet werden. Wie du allgemein durch eine schwere Zeit kommst, erklärt der Ratgeber „Schicksalsschlag: Wie du durch die Krise kommst“.
Fang mit einem einzigen Punkt an, der dir heute machbar erscheint. Bleibt es trotzdem schwer, ist das kein Versagen, sondern ein Grund, dir Unterstützung zu holen.
Lebensberatung, Mentaltraining, Coaching: Hilfe bei Fragen, nicht bei Krankheit
Für die Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ können Lebens- und Sozialberatung, Mentaltraining und Coaching passen, solange keine psychische Erkrankung dahintersteht. Berufs- und Persönlichkeitsfragen gehören laut Gewerbeordnung ausdrücklich zur Lebens- und Sozialberatung. Diese Berufe begleiten Menschen, die im Alltag zurechtkommen, aber bei einer Lebensfrage nicht weiterkommen. Krankheiten behandeln sie nicht. Coaching sowie Lebens- und Sozialberatung zählen laut Gesundheitsportal nicht zu den Gesundheitsberufen.
Lebensberatung vs Psychotherapie · 0:58 Min.Kurz gesagt: Die Lebens- und Sozialberatung hilft bei Veränderungen im Leben, die Psychotherapie stellt Diagnosen und lindert Krankheitsbilder.
Lebens- und Sozialberatung
Die Lebens- und Sozialberatung ist in Österreich ein Gewerbe, für das es eine eigene Berechtigung braucht. Laut Gewerbeordnung gehört dazu die Beratung und Betreuung von Menschen, etwa bei Persönlichkeits-, Familien- und Berufsproblemen. Psychologische Beratung ist eingeschlossen, Psychotherapie ausdrücklich nicht. Die Wirtschaftskammer nennt als Gebiete unter anderem Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung und Problemlösung.
Die Standes- und Ausübungsregeln ziehen eine klare Grenze. Gibt es Anzeichen für eine Krankheit, müssen Lebens- und Sozialberater:innen dir nachweislich empfehlen, einen passenden Gesundheitsberuf aufzusuchen. Eine Beratung trotz Krankheit fortzusetzen, gilt als standeswidrig. Außerdem müssen sie dir sagen, wie lange die Beratung voraussichtlich dauert, wie sie abläuft und was eine Stunde kostet. Frag danach, bevor du beginnst.
Mentaltraining
Mentaltrainer:innen unterstützen laut AMS-Berufslexikon in Einzel- und Gruppengesprächen dabei, Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein zu stärken und besser mit Stress umzugehen. Sie helfen, persönliche Ziele zu formulieren, blockierende Gedankenmuster zu erkennen und Entspannungstechniken zu lernen. Für den Beruf gibt es laut AMS viele verschiedene Ausbildungen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Mehr zur Methode erklärt das Glossar unter Mentaltraining.
Coaching
Coaching begleitet laut AMS Menschen im beruflichen Zusammenhang, bei wichtigen Entscheidungen und beruflichen Herausforderungen. Die Bezeichnung „Coach“ ist in Österreich nicht geschützt, jede Person darf sich so nennen. Wer selbstständig coacht, braucht aber eine Gewerbeberechtigung, je nach Ausrichtung für Unternehmensberatung oder Lebens- und Sozialberatung. Ausbildungen sind in Inhalt, Dauer und Kosten nicht einheitlich. Laut AMS umfassen auch Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie Coaching als Tätigkeit.
Woran du ein seriöses Angebot erkennst
Gewerbeberechtigung prüfen: Ob jemand eine Berechtigung für Lebens- und Sozialberatung oder Unternehmensberatung hat, siehst du kostenlos im Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) unter gisa.gv.at.
Rahmen klären: Dauer, Ablauf und Stundenhonorar sollen vor Beginn feststehen.
Grenze achten: Eine seriöse Beraterin oder ein seriöser Coach sagt dir, wenn du besser zu einem Gesundheitsberuf gehen solltest.
Kosten einplanen: Reine Beratung oder Persönlichkeitsentwicklung übernimmt die Krankenkasse laut Gesundheitsportal selbst bei Psychotherapeut:innen nicht. Lebensberatung, Mentaltraining und Coaching zahlst du deshalb selbst, frag vorher nach dem Stundenhonorar.
Passt Beratung oder Coaching für dich?
Eher ja: Du schläfst einigermaßen, kommst durch den Tag und willst vor allem klären, wie es beruflich oder privat weitergeht.
Nur in Absprache: Bist du wegen einer psychischen Erkrankung in Behandlung, frag zuerst deine Behandlerin oder deinen Behandler, ob eine zusätzliche Beratung zu einer konkreten Frage sinnvoll ist, und sag das der Beraterin oder dem Coach. Lebens- und Sozialberater:innen dürfen laut Standesregeln keine Beratung übernehmen oder fortsetzen, wenn eine Krankheit vorliegt oder Beratung dir voraussichtlich nicht hilft.
Eher nicht allein: Du bist seit Wochen niedergeschlagen, antriebslos, schläfst schlecht oder siehst keinen Sinn mehr. Dann gehört eine Abklärung bei einem Gesundheitsberuf an den Anfang.
Welcher Beruf was darf und wie du Titel prüfst, erklärt der Ratgeber „Wer hilft bei psychischen Problemen?“.
Wann aus der Krise mehr wird: Psychotherapie und Klinische Psychologie
Hält die Belastung lange an oder wird sie immer schwerer, kann aus der Lebenskrise eine Erkrankung werden, die eine Behandlung braucht. Die Grenzen sind laut Gesundheitsportal fließend. Reagierst du auf eine belastende, aber nicht traumatische Veränderung vorübergehend mit depressiven oder Angstsymptomen, sprechen Fachleute etwa von einer Anpassungsstörung. Aus einer Sinnkrise kann laut Gesundheitsportal eine schwere psychosoziale Krise werden, die sich mitunter zu einer Depression entwickelt.
Niedergeschlagene Phasen gehören zum Leben. Sie gehen laut IQWiG normalerweise vorüber, wenn sich die Lage ändert. Bei einer Depression bleiben die traurigen Gefühle und negativen Gedanken und überschatten alles. Eine Depression kann durch ein belastendes Ereignis ausgelöst werden. Die Hauptzeichen sind laut IQWiG:
gedrückte Stimmung,
Freudlosigkeit und wenig Interesse an Dingen, die dir vorher wichtig waren,
Antriebsmangel und schnelle Erschöpfung.
Dazu können etwa Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit oder ein geringes Selbstwertgefühl kommen. Halten mehrere dieser Zeichen zwei Wochen oder länger an, stellen Fachleute eine Depression fest. Woran du sie erkennst und welche Behandlung hilft, liest du im Ratgeber „Depression: Anzeichen erkennen und Hilfe finden“. Fühlst du dich vor allem ausgebrannt, etwa vor einem Jobverlust, hilft der Ratgeber „Burnout: Anzeichen erkennen und wieder zu Kräften kommen“.
Wer jetzt hilft
Hausärztin oder Hausarzt: Bei psychischen Beschwerden ist sie oder er laut Gesundheitsportal oft die erste Anlaufstelle und überweist bei Bedarf weiter.
Psychotherapie: Sie soll psychische Störungen mit Krankheitswert lindern oder heilen, etwa Depressionen oder Angststörungen. Wie du einen Platz und einen Kassenzuschuss bekommst, erklärt der Artikel „Psychotherapie beginnen: So findest du einen Platz“.
Klinische Psychologie: Klinische Psycholog:innen untersuchen und behandeln unter anderem psychische Veränderungen und Leidenszustände. Das Gesundheitsportal nennt als Anlass ausdrücklich Übergangs- und Krisensituationen wie berufliche Veränderungen sowie Belastungs- und Anpassungsstörungen. Kassenplätze für psychische Hilfe findest du laut Gesundheitsportal über psyhelp.at.
Krisenintervention: In einer akuten Krise bieten Krisendienste kurzfristige Hilfe für einige Wochen bis wenige Monate. Wo es sie in deinem Bundesland gibt, steht im Ratgeber „Schicksalsschlag: Wie du durch die Krise kommst“.
Was die Krankenkasse übernimmt, erklärt der Ratgeber „Was zahlt die Krankenkasse? Therapie und Kosten“. Bei Suizidgedanken gilt auch hier: Telefonseelsorge 142, bei konkreten Suizidplänen oder Sorge um deine Sicherheit die Rettung unter 144.
Was jetzt tun?
Rechtzeitig melden: Stell deinen Antrag beim AMS über MeinAMS oder in deiner Geschäftsstelle, am besten schon vor deinem letzten Arbeitstag. Vor einer einvernehmlichen Auflösung lass dich bei der Arbeiterkammer beraten.
Geld ordnen: Verschaff dir einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben, ruf dein Pensionskonto ab und such bei Bedarf eine Budget- oder Schuldenberatung.
Pension vorbereiten: Vereinbare einige Jahre vor der Pension einen Beratungstermin bei der Pensionsversicherung und kläre mit deinem Betrieb, ob Altersteilzeit oder Teilpension für dich passt.
Tag strukturieren: Plane jeden Tag eine feste Aufgabe, Bewegung und einen Kontakt zu einem Menschen, der dir guttut.
Begleitung wählen: Für Fragen zur neuen Richtung passen Lebens- und Sozialberatung, Mentaltraining oder Coaching (Gewerbeberechtigung im GISA prüfen). Bist du seit mehr als zwei Wochen niedergeschlagen und antriebslos, geh zuerst zu deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Bei gesundheitlichen Problemen im Job hilft fit2work unter 0800 500 118.
In der Krise oder bei Suizidgedanken: Ruf die Telefonseelsorge unter 142 an (rund um die Uhr), als Kind oder Jugendliche:r Rat auf Draht unter 147. Bei konkreten Suizidplänen oder wenn du dir Sorgen um deine Sicherheit machst, ruf die Rettung unter 144.
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
Depression (aktualisiert 13. Dezember 2023) – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de – https://www.gesundheitsinformation.de/depression.html (abgerufen 2026-10-22)
McKee-Ryan F, Song Z, Wanberg CR, Kinicki AJ: Psychological and physical well-being during unemployment: a meta-analytic study. J Appl Psychol 2005;90(1):53–76 – PubMed – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15641890/ (abgerufen 2026-10-22)