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Coaching

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Auf den Punkt gebracht

Coaching ist eine zeitlich begrenzte Beratung und Begleitung. Eine Person, eine Gruppe oder ein Team klärt darin mit Unterstützung eines Coachs eigene Ziele und erarbeitet eigene Lösungen. Es findet vor Ort, am Telefon oder per Video statt. Für Coaching über Distanz gibt es viele Namen, etwa Online-Coaching, E-Coaching oder Telecoaching. Wer in Österreich selbstständig coacht, braucht eine Gewerbeberechtigung, ein Gesundheitsberuf ist Coaching nicht.

Was ist Coaching?

Coaching ist laut Arbeitsmarktservice eine personenzentrierte Beratungs- und Begleitungsleistung für Einzelpersonen, Gruppen oder Teams. Meist geht es um das Berufsleben, etwa um wichtige Entscheidungen, berufliche Herausforderungen oder die Entfaltung der eigenen Möglichkeiten. Der Österreichische Coachingdachverband beschreibt Coaching als Prozess, der zeitlich begrenzt ist und auf vereinbarte Ziele hinarbeitet.

Kennzeichnend ist die Rolle des Coachs. Coaches liefern laut Dachverband keine fertigen Expertenratschläge, sondern entwickeln Lösungen gemeinsam mit ihren Kund:innen. Die Zusammenarbeit beruht auf Freiwilligkeit, Respekt und Vertrauen und soll Selbstreflexion und Eigenverantwortung stärken. Der Dachverband verlangt zudem offen gelegte Vorgehensweisen und lehnt manipulative Techniken ab.

Coaching gibt es in vielen Spielarten. Eigene Glossarbegriffe beschreiben etwa „Systemisches Coaching“, „Psychologisches Coaching“, „Konfliktcoaching“ und „Beziehungscoaching“.

Woher kommt der Begriff?

Das englische Wort „coach“ bedeutete ursprünglich „Kutsche“. Laut dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer bezeichnete es danach auch Begleiter sowie Privat-, Haus-, Nachhilfe- und Sportlehrer. Im 20. Jahrhundert kam es als Wort für Sportlehrer und Trainer ins Deutsche.

Heute meint „Coach“ auch eine Person, die andere professionell bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung berät und betreut. Nach Darstellung des Coachingdachverbands wurde Coaching aus dem Sport auf das Management übertragen. Frühe Wurzeln in der Psychologie beschreibt der Glossarbegriff „Psychologisches Coaching“.

Wie läuft ein Coaching ab?

Zu Beginn vereinbaren Coach und Coachee, also die gecoachte Person, einen Auftrag mit Inhalten und Zielen. Laut Dachverband braucht es dafür überprüfbare Kriterien, an denen sich später ablesen lässt, ob die Ziele erreicht wurden. Mit der Vorgeschichte eines Problems hält sich Coaching nur kurz auf, im Mittelpunkt stehen Ziele und Strategien für die Zukunft.

Welche Methoden zum Einsatz kommen, entscheidet laut Wirtschaftskammer der Coach, der sie auf Wunsch erklärt. Die Veränderung selbst ist Sache der Coachees, die auch bestimmen, wie tief das Coaching geht. Lebens- und Sozialberater:innen sind gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Zur Qualitätssicherung dürfen Coaches laut dieser Beschreibung einzelne Fälle anonymisiert in Supervision oder Intervision besprechen.

Wie funktioniert Coaching per Telefon oder Video?

Coaching muss nicht im selben Raum stattfinden. Eine Metaanalyse von 2016 nennt neben Treffen vor Ort auch Telefon, Videotelefonie und Internet als verbreitete Formen. Seit der COVID-19-Pandemie hat sich Coaching über Videoplattformen stark ausgebreitet, schreibt eine Übersichtsarbeit von 2025. Für Coaching über Distanz sind laut dieser Arbeit viele Namen in Gebrauch, etwa Online-, E- oder Fern-Coaching.

Die Übersichtsarbeit wertete 27 Studien aus und beschreibt, wie Coaching per Video oder Telefon abläuft und welche Hürden dabei auftreten. Vertrauen baut sich auf Distanz langsamer auf, weil Körpersprache schlechter zu sehen ist und das Gespräch am Bildschirm mehr Aufmerksamkeit verlangt. Als Hürden nennt die Arbeit außerdem Technikprobleme, Sorgen um Vertraulichkeit und Datensicherheit sowie die Anstrengung langer Videositzungen. Manche Studien fanden umgekehrt, dass reine Telefongespräche ein besonders genaues Zuhören fördern.

In der Medizin bezeichnet „Telecoaching“ meist etwas anderes. Gemeint sind Programme, in denen etwa Pflegefachkräfte Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes per Telefon oder App begleiten. Eine Metaanalyse von 13 Studien fand dabei unter anderem einen besseren Langzeitblutzucker.

Was unterscheidet Coaching von Beratung, Training und Psychotherapie?

Coaching stärkt vor allem eigene Lösungen, andere Formen setzen stärker auf Wissen von außen. In der Fachberatung bringt laut Coachingdachverband eine Expertin oder ein Experte Spezialwissen ein und schlägt eine Lösung vor. Ein Training vermittelt neue Fertigkeiten, die eingeübt werden. Coaching knüpft dagegen an vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen an. Beim Mentoring gibt eine erfahrene Person Wissen und Erfahrung weiter, oft innerhalb eines Unternehmens.

Psychotherapie richtet sich laut Dachverband ausdrücklich auch an Menschen in Lebenskrisen und mit schweren psychischen Störungen. Coaching wendet sich grundsätzlich an Menschen, die ihre berufliche Situation selbst bewältigen können. Wie sich Coaching von Supervision unterscheidet, erklärt der Glossarbegriff „Supervision“.

Wer bietet Coaching in Österreich an?

Die Bezeichnung „Coach“ ist in Österreich nicht geschützt, jede Person darf sich so nennen. Wer selbstständig coacht, übt laut Arbeitsmarktservice aber ein Gewerbe aus. Je nach Ausrichtung ist das die Lebens- und Sozialberatung oder die Unternehmensberatung. Die Wirtschaftskammer zählt Coaching ausdrücklich zu den Tätigkeiten der Lebens- und Sozialberatung, die nur mit Gewerbeberechtigung ausgeübt werden dürfen.

Den Rahmen gibt § 119 der Gewerbeordnung vor. Er nennt die Beratung und Betreuung bei Persönlichkeits-, Familien- und Berufsproblemen und schließt die psychologische Beratung ein, nicht aber die Psychotherapie. Wer den Befähigungsnachweis in vollem Umfang erbringt, darf sich „Diplom-Lebensberater:in“ nennen.

Coaching-Ausbildungen sind laut Arbeitsmarktservice in Inhalt, Dauer und Kosten nicht einheitlich. Auch Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie schließen Coaching als Tätigkeit ein.

Was weiß man über die Wirkung?

Für Coaching im Berufsleben berichten Metaanalysen seit über zehn Jahren übereinstimmend einen mäßigen positiven Effekt. Eine Metaanalyse von 2023 fand diesen Effekt unabhängig davon, was gemessen wurde und wie viele Sitzungen stattfanden. Coaching per Video schnitt dort nicht nachweisbar schlechter ab als Coaching vor Ort, allerdings lagen dazu nur zwei Studien vor. Die Autor:innen bemängeln zugleich, dass die Forschung begrenzt ist und kontrollierte Studien fehlen.

Wo liegen die Grenzen?

Im Coaching werden keine Diagnosen gestellt und keine Behandlungen im medizinischen, psychologischen oder psychotherapeutischen Sinn durchgeführt. Laufende Behandlungen sollen laut Wirtschaftskammer deshalb weder unter- noch abgebrochen werden. Bei psychischen Erkrankungen ist ein sinnvolles Coaching oft nicht möglich. Im schlimmsten Fall kann Coaching laut Wirtschaftskammer den Heilungsverlauf stören. Vermuten Coaches eine Erkrankung, sollen sie eine Abklärung bei einem passenden Gesundheitsberuf empfehlen.

Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. Psychische Störungen behandeln auch Psychotherapeut:innen, Klinische Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen. Bei psychischen Beschwerden kann die Hausärztin oder der Hausarzt eine erste Anlaufstelle sein.

Unerwünschte Wirkungen von Coaching sind bisher wenig erforscht. Eine Studie von 2024 nennt als mögliche Risiken, dass psychische Probleme im Coaching nicht angemessen aufgefangen werden oder das Machtgefälle ausgenutzt wird. Längerfristig kann eine Abhängigkeit vom Coach entstehen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (14)