Was ist Psychologie?
Psychologie untersucht, wie Menschen erleben und sich verhalten, und sucht nach den Gesetzmäßigkeiten dahinter. Das Wörterbuch DWDS beschreibt sie als Wissenschaft, die psychische Prozesse und Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht. Typische Themen sind Lernen, Gedächtnis, Sprache, Gefühle und Motivation.
Neben der Forschung steht die praktische Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse. Je nach theoretischem Zugang orientieren sich Psycholog:innen dabei eher an einem naturwissenschaftlichen oder an einem sozialwissenschaftlichen Menschenbild.
Woher kommt der Begriff?
Das Wort verbindet das griechische psȳchḗ, das unter anderem „Hauch, Atem, Seele, Geist“ bedeutet, mit der Endung „-logie“ für Lehre oder Wissenschaft. Als gelehrte Bildung „Psychologia“ im Sinn von „Seelenkunde“ ist es seit dem 16. Jahrhundert belegt. Die heutige Bedeutung als Wissenschaft stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Als Beginn der modernen wissenschaftlichen Psychologie gilt meist das Jahr 1879. Damals gründete Wilhelm Wundt in Leipzig sein psychologisches Laboratorium, das in der Fachgeschichte als Gründungsmoment des Fachs dargestellt wird. Fachleute verweisen allerdings auch auf ältere Vorläufer.
Welche Teilgebiete gibt es?
Die Psychologie gliedert sich in Grundlagenfächer und daraus entstandene Anwendungsfelder. Die Allgemeine Psychologie befasst sich mit grundlegenden Vorgängen wie Lernen und Gedächtnis. Die Persönlichkeitspsychologie beschreibt Unterschiede zwischen Menschen, die Sozialpsychologie untersucht das Zusammenspiel von Einzelnen und Gruppen. Die Entwicklungspsychologie fragt, wie sich Erleben und Verhalten mit dem Alter verändern, die Neuropsychologie, wie psychische und körperliche Vorgänge im Nervensystem zusammenwirken.
Zu den Anwendungsfeldern zählen unter anderem die Klinische Psychologie, die Gesundheitspsychologie, die Arbeits- und Organisationspsychologie, die Pädagogische Psychologie und die Verkehrspsychologie.
Wer darf sich in Österreich Psycholog:in nennen?
Die Bezeichnung „Psychologin“ oder „Psychologe“ ist durch das Psychologengesetz 2013 geschützt. Führen darf sie, wer ein Psychologiestudium mit mindestens 300 ECTS abgeschlossen hat, also Bachelor und Master, oder einen entsprechenden älteren oder anerkannten ausländischen Abschluss besitzt. Jede Bezeichnung, die diesen Titel vortäuschen könnte, ist verboten.
Für das Gesundheitswesen regelt das Gesetz zwei eigene Berufe. Dafür sind nach dem Studium eine postgraduelle Ausbildung und die Eintragung in eine Berufsliste des Gesundheitsministeriums nötig. Klinische Psycholog:innen befassen sich vor allem mit psychischen Störungen und mit körperlichen Erkrankungen, bei denen psychische Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Klinisch-psychologische Diagnostik und Behandlung sind ihnen vorbehalten.
Gesundheitspsycholog:innen arbeiten an der Förderung von Gesundheit und an der Vorbeugung, etwa zu Ernährung, Bewegung, Stress oder Rauchen. Eine klinisch-psychologische Krankenbehandlung oder Psychotherapie gehört nicht zu ihrem Tätigkeitsbereich. Psychotherapie ist ein eigener Beruf mit eigenem Gesetz, und die Befugnisse von Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen bleiben vom Psychologengesetz unberührt.
Wo arbeiten Psycholog:innen?
Psycholog:innen arbeiten im klinischen Bereich, in Beratungsstellen sowie in Forschung und Lehre. Je nach Spezialisierung sind sie auch in der Markt- und Meinungsforschung, in der Unternehmensberatung, in der Erwachsenenbildung, in der Verwaltung oder in der Justiz tätig. Für die meisten Tätigkeitsfelder ist nach dem Studium eine Weiterbildung nötig.
Gesundheitspsychologische Leistungen lassen sich ohne ärztliche Anordnung direkt in Anspruch nehmen. In freier Praxis sind sie in der Regel selbst zu bezahlen. Für klinisch-psychologische Leistungen übernimmt die Krankenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten ganz oder teilweise, bei Spitals-, Reha- und Kuraufenthalten sind sie in der Regel abgedeckt.