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Gesundheitspsychologie

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Auf den Punkt gebracht

Gesundheitspsychologie ist ein Anwendungsfach der Psychologie, das sich damit beschäftigt, was Menschen gesund hält und welches Verhalten Krankheiten begünstigt. In Österreich ist sie ein eigener Gesundheitsberuf nach dem Psychologengesetz 2013, mit Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung und Vorbeugung. Psychische Krankheiten zu behandeln gehört nicht zu ihren Aufgaben.

Was ist Gesundheitspsychologie?

Gesundheitspsychologie fragt, welche Faktoren zur Entstehung von Krankheiten beitragen und welche Bedingungen Gesundheit fördern. Sie interessiert sich also auch dafür, was Menschen trotz Belastungen stabil hält. Im Mittelpunkt steht das alltägliche Gesundheitsverhalten, etwa Ernährung, Bewegung, Stress, Rauchen oder der Umgang mit Alkohol.

Gesundheitspsycholog:innen informieren über Risiken und Schutzfaktoren in verschiedenen Lebensabschnitten und Lebenslagen. Sie arbeiten mit Einzelpersonen, Familien und Gruppen aller Altersstufen, aber auch mit Organisationen wie Betrieben oder Schulen.

Woher kommt die Gesundheitspsychologie?

Als eigenes Fach organisierte sich die Gesundheitspsychologie in den USA in den 1970er-Jahren. Laut der heutigen Society for Health Psychology entstand 1978 in der American Psychological Association eine eigene Abteilung für Gesundheitspsychologie. Den Anstoß dazu gaben die Psychologen Stephen Weiss und Joseph Matarazzo mit einer Petition. In Österreich gab es die Berufsbezeichnung bereits nach dem Psychologengesetz 1990.

Was machen Gesundheitspsycholog:innen?

Der Tätigkeitsbereich ist im Psychologengesetz beschrieben und reicht von der Analyse bis zur Projektarbeit. Gesundheitspsycholog:innen untersuchen das Gesundheitsverhalten von Personen und Gruppen und erstellen dazu Befunde und Gutachten, etwa zu gesundheitsbezogenem Risikoverhalten. Sie beraten zur Förderung der Gesundheit und zur Vermeidung von Risiken, und zwar mit Blick auf Arbeit, Freizeit und Lebensumstände. Außerdem beraten sie Organisationen und entwickeln, begleiten und bewerten Projekte der Gesundheitsförderung.

Laut Gesundheitsportal unterstützen sie auch bei der Bewältigung von Erkrankungen und in der Rehabilitation. Zudem erheben sie psychische Belastungen in Arbeit und Ausbildung und entwickeln Maßnahmen, um diese zu verringern. Tätig sind sie etwa in Beratungsstellen, Krankenhäusern, Rehabilitationszentren, Schulen, Betrieben und in der öffentlichen Verwaltung.

Was unterscheidet sie von der Klinischen Psychologie?

Der Unterschied liegt vor allem im Ziel. Gesundheitspsychologie fördert Gesundheit und beugt vor, die Klinische Psychologie befasst sich dagegen mit psychischen Störungen und Krankheiten. Eine klinisch-psychologische Krankenbehandlung oder eine Psychotherapie gehört laut Gesundheitsportal nicht zur gesundheitspsychologischen Tätigkeit. Auch die klinisch-psychologische Diagnostik ist den Klinischen Psycholog:innen vorbehalten.

Beide Berufe setzen dasselbe Psychologiestudium voraus, haben aber getrennte postgraduelle Ausbildungen und eigene Berufslisten. Die Psychotherapie ist ein eigener Beruf mit eigenem Gesetz, dessen Befugnisse das Psychologengesetz nicht berührt.

Wie wird man Gesundheitspsychologin oder Gesundheitspsychologe?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Psychologiestudium mit 300 ECTS, also Bachelor und Master. Darauf folgt eine postgraduelle Ausbildung im Ausmaß von 1.940 Stunden, die innerhalb von fünf Jahren abzuschließen ist. Neben mindestens 340 Einheiten Theorie umfasst sie mindestens 1.553 Stunden gesundheitspsychologische Tätigkeit in einem Arbeitsverhältnis. Angeleitet wird diese Tätigkeit von Gesundheitspsycholog:innen mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.

Begleitend sind mindestens 100 Einheiten Fallsupervision und 76 Einheiten Selbsterfahrung vorgeschrieben. In der Theorie geht es unter anderem um Schmerz-, Krankheits- und Stressbewältigung, um Beratung, Training und Coaching sowie um Gesundheitsmanagement. Nach der Eintragung in die Berufsliste gilt eine Fortbildungspflicht von 150 Einheiten in fünf Jahren.

Woran erkennt man Gesundheitspsycholog:innen?

Die Berufsbezeichnung „Gesundheitspsychologin“ oder „Gesundheitspsychologe“ dürfen nur Personen führen, die in der Liste der Gesundheitspsychologinnen und Gesundheitspsychologen eingetragen sind. Diese Liste führt das Gesundheitsministerium, und Name, Berufsbezeichnung und Berufssitz sind im Internet öffentlich zugänglich. Die berufsmäßige Ausübung der Gesundheitspsychologie ist den eingetragenen Berufsangehörigen vorbehalten. Gesundheitspsychologische Leistungen lassen sich direkt in Anspruch nehmen, eine ärztliche Anordnung ist nicht nötig.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (4)