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Nervensystem

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Auf den Punkt gebracht

Das Nervensystem umfasst alle Nervenzellen des Körpers. Es nimmt Reize auf, verarbeitet sie und löst Reaktionen wie Bewegungen oder Schmerzempfinden aus. Zugleich steuert es Vorgänge im Inneren wie Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel.

Was ist das Nervensystem?

Das Nervensystem verbindet den Menschen mit seiner Umwelt und steuert zugleich viele Abläufe im Körper. Über die Sinne wie Augen oder Ohren nimmt es Reize auf, verarbeitet sie und antwortet darauf. Wer etwa auf eine heiße Herdplatte fasst, zieht die Hand reflexartig zurück, während Nervenbahnen gleichzeitig ein Schmerzsignal ans Gehirn senden.

Auch Organfunktionen, den Stoffwechsel und geistige Vorgänge wie das Bewusstsein steuert der Körper über das Nervensystem. So kann er sich an äußere und innere Einflüsse anpassen.

Woher kommt das Wort „Nerv“?

Das Wort wurde Anfang des 16. Jahrhunderts aus dem lateinischen „nervus“ entlehnt. Es bedeutete ursprünglich Sehne, Flechse oder Muskel, aber auch Kraft und Spannkraft. Verwandt ist das griechische „neuron“, von dem Wörter wie Neurologie stammen.

In der antiken Medizin galten Sehnen und Nerven als gleich oder wesensverwandt und hießen deshalb gleich. Erst im 16. Jahrhundert grenzte die medizinische Fachsprache das Wort auf den Nerv ein.

Woraus besteht das Nervensystem?

Das Nervensystem besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen, auch Neuronen genannt, allein im Gehirn sind es rund 100 Milliarden. Jede Nervenzelle hat einen Zellkörper und Fortsätze. Über kurze Fortsätze, die Dendriten, empfängt sie Signale, über einen langen Fortsatz, das Axon, gibt sie sie weiter. Ein Axon kann über einen Meter lang sein.

An den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, geben die Axone winzige Mengen chemischer Botenstoffe ab, die Neurotransmitter. Viele Nervenfasern sind von einer fetthaltigen Hülle umgeben, dem Myelin. Sie wirkt ähnlich wie die Isolierung eines Kabels und lässt Impulse viel schneller wandern. Dazu kommen Stützzellen, die Gliazellen, die Nervenzellen versorgen und schützen.

Die Verbindungen zwischen Nervenzellen können sich ein Leben lang verändern, etwa durch Lernen und neue Erfahrungen. Neue Nervenzellen bilden Gehirn und Rückenmark dagegen nur selten.

Wie ist das Nervensystem aufgebaut?

Nach der Lage unterscheiden Fachleute ein zentrales und ein peripheres Nervensystem. Zum zentralen Nervensystem gehören Gehirn und Rückenmark. Sie liegen geschützt im knöchernen Schädel und im Wirbelkanal, umgeben von Hirnhäuten und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit. Hier werden eintreffende Informationen verarbeitet und Signale an die Muskeln ausgesendet.

Das periphere Nervensystem umfasst alle Nervenbahnen außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Es leitet Informationen in beide Richtungen zwischen dem zentralen Nervensystem und dem übrigen Körper. Dazu zählen 12 Paare von Hirnnerven und 31 Paare von Spinalnerven, die das Rückenmark mit dem Körper verbinden. Die beiden Teile arbeiten eng zusammen und lassen sich nur im Aufbau, nicht in ihrer Funktion klar trennen.

Was ist das vegetative Nervensystem?

Neben der Lage unterscheiden Fachleute auch, ob ein Vorgang dem Willen gehorcht. Das willkürliche oder somatische Nervensystem steuert bewusste Bewegungen, etwa von Armen, Beinen und Gesicht. Das vegetative oder autonome Nervensystem regelt dagegen Abläufe, die sich nicht willentlich steuern lassen, wie Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel. Wird es einem Menschen zum Beispiel warm, sorgt es rasch für mehr Durchblutung der Haut und mehr Schweiß.

Der Name leitet sich vom lateinischen „vegetare“ für beleben und vom altgriechischen „autonomia“ für Selbstständigkeit ab. Zum vegetativen Nervensystem gehören der Sympathikus, der Parasympathikus und das Darmnervensystem, das die Verdauungsbewegungen weitgehend unabhängig steuert. Sympathikus und Parasympathikus wirken meist als Gegenspieler, ergänzen sich bei manchen Funktionen aber auch.

Wer behandelt Erkrankungen des Nervensystems?

Als neurologische Erkrankung gilt jede Erkrankung des Nervensystems, ob im Gehirn, im Rückenmark oder in den peripheren Nerven. Beispiele sind Schlaganfall, Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose oder eine Hirnhautentzündung. Zuständig ist die Neurologie, auch Nervenheilkunde genannt, die eng mit Psychiatrie und Innerer Medizin verbunden ist.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)