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Parkinson

09:02

Auf den Punkt gebracht

Parkinson, auch Morbus Parkinson oder Parkinson-Krankheit genannt, ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Dabei gehen Nervenzellen zugrunde, die den Botenstoff Dopamin bilden, typische Folgen sind verlangsamte Bewegungen, Muskelsteife und Zittern in Ruhe. Die Krankheit ist nicht heilbar, Medikamente und begleitende Therapien können die Beschwerden aber oft über Jahre deutlich lindern.

Was ist Parkinson?

Oft beginnt Parkinson unauffällig. Die Schrift verändert sich, ein Arm schwingt beim Gehen nicht mehr mit oder der Geruchssinn lässt nach. Viele halten das zunächst für normale Alterserscheinungen. Zwischen den ersten Anzeichen und der Diagnose vergehen nicht selten mehrere Jahre.

Ursache der Beschwerden ist ein allmählicher Untergang von Nervenzellen in der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn. Diese Zellen bilden Dopamin, das unter anderem die Steuerung von Bewegungen ermöglicht. Auch andere Botenstoffe sind betroffen, deshalb kann die Krankheit zusätzlich Stimmung, Schlaf und Denken beeinflussen. Warum die Nervenzellen absterben, ist nicht bekannt, Fachleute sprechen deshalb auch vom idiopathischen Parkinson-Syndrom.

Parkinson tritt meist im höheren Lebensalter auf, die Diagnose fällt meist zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr. Seltener erkranken jüngere Menschen, und Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. In Österreich leben laut Gesundheitsportal rund 20.000 Menschen mit der Parkinson-Krankheit.

Ähnliche Beschwerden können auch andere Ursachen haben, etwa Medikamente, Durchblutungsstörungen im Gehirn oder andere Erkrankungen des Nervensystems. Fachleute fassen sie als Parkinson-Syndrome zusammen und unterscheiden sie durch eine sorgfältige Diagnostik.

Woher kommt der Name?

Die Krankheit trägt den Namen des britischen Arztes James Parkinson. Er beschrieb sie 1817 in einer Abhandlung als „Schüttellähmung“ (englisch „shaking palsy“). Die Bezeichnung „Parkinson's disease“ prägte nach einer Untersuchung zur Namensgeschichte William Rutherford Sanders aus Edinburgh im Jahr 1865.

Der alte deutsche Name Schüttellähmung geht auf das typische Zittern zurück. Dennoch bekommen manche Betroffene im gesamten Verlauf nie einen Tremor.

Woran erkennt man Parkinson?

Im Vordergrund stehen vier Hauptsymptome: Bewegungsarmut, Muskelsteife, Zittern in Ruhe und eine gestörte Haltungsstabilität. Bewegungen werden langsamer, das Losgehen fällt schwer, die Schritte werden kleiner und feine Handgriffe mühsamer. Das Zittern betrifft vor allem die Hände und nimmt bei gezielten Bewegungen meist ab. Zu Beginn sind die Beschwerden oft auf einer Körperseite stärker.

Auch Gesicht und Stimme verändern sich. Die Mimik wird starrer, weshalb Betroffene manchmal fälschlich teilnahmslos wirken, und die Sprache wird leiser und eintöniger. Später kommen häufig Gleichgewichtsprobleme hinzu, die das Risiko für Stürze erhöhen.

Daneben gibt es Beschwerden, die nicht die Bewegung betreffen. Dazu gehören Verstopfung, Blasenstörungen, ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, Ängstlichkeit und Depressionen. Häufig sind auch Schlafstörungen mit lebhaften Träumen, in denen Betroffene sprechen oder sich heftig bewegen. Nicht selten entwickelt sich im späteren Verlauf eine Demenz.

Wie wird Parkinson festgestellt?

Die Diagnose stützt sich vor allem auf die Beschwerden, die Krankengeschichte und eine neurologische Untersuchung. Angehörige können dabei helfen, weil ihnen manchmal Veränderungen auffallen, die man selbst nicht bemerkt. Typische Beschwerden treten laut Gesundheitsportal erst auf, wenn der Dopamingehalt bereits um etwa 60 Prozent gesunken ist.

Eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie des Gehirns dient vor allem dazu, andere Erkrankungen auszuschließen. Häufig wird geprüft, ob die Beschwerden auf eine Testdosis des Medikaments L-Dopa ansprechen. Im Frühstadium ist die Abgrenzung nicht immer eindeutig, dann wird der Verlauf eine Weile beobachtet. Diagnose und Therapie liegen in den Händen von Fachärzt:innen für Neurologie.

Wie wird Parkinson behandelt?

Medikamente sollen den Dopaminmangel ausgleichen. Sie lindern die Beschwerden, können das Fortschreiten der Krankheit aber nicht aufhalten. Bei leichten Beschwerden im Frühstadium ist manchmal noch keine Behandlung nötig.

L-Dopa gilt als das wirksamste Medikament, es wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Dopaminagonisten ahmen die Wirkung von Dopamin nach. Menschen unter 60 bis 70 Jahren wird meist ein Dopaminagonist empfohlen, um das Auftreten von Bewegungsstörungen hinauszuzögern, älteren Menschen eher das besser verträgliche L-Dopa. Im Frühstadium bessern die Medikamente die Beschwerden meist deutlich, viele Betroffene sind dadurch für einige Jahre weitgehend beschwerdefrei.

Mit den Jahren lässt die Wirkung oft nach und beginnt zu schwanken. Phasen guter Beweglichkeit wechseln dann mit Phasen starker Bewegungsarmut, dazu können unwillkürliche Überbewegungen kommen, die Dyskinesien. Ärzt:innen passen dann Dosis, Einnahmezeiten oder Medikamentenkombination an.

In fortgeschrittenen Stadien kommen eine Medikamentenpumpe oder eine tiefe Hirnstimulation infrage. Dabei werden in einer Operation Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die über einen Schrittmacher schwache Stromimpulse abgeben. Der Eingriff kann Steifheit und unkontrollierte Bewegungen lindern, birgt aber Risiken wie Hirnblutungen und eignet sich nur für bestimmte Menschen.

Was ist bei Parkinson-Medikamenten zu beachten?

Die Medikamente wirken am besten, wenn sie zu festen Uhrzeiten genommen werden. L-Dopa sollte mindestens eine Stunde vor oder nach eiweißreichen Mahlzeiten eingenommen werden, weil Eiweiß seine Aufnahme ins Blut stören kann.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, Halluzinationen und Verwirrtheit. Einige Dopaminagonisten gehen außerdem mit einem erhöhten Risiko für Herzklappenerkrankungen einher. Manche Menschen entwickeln unter der Behandlung zwanghaftes Verhalten wie eine Kauf- oder Spielsucht. Solche Veränderungen sollten ärztlich besprochen werden. Einige Medikamente können außerdem die Fahrtüchtigkeit vermindern.

Parkinson-Medikamente dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Ein plötzliches Absetzen, etwa von L-Dopa, kann ein lebensgefährliches Syndrom mit hohem Fieber, Muskelsteife und Verwirrtheit auslösen. Bestimmte andere Arzneimittel, vor allem Antipsychotika, können die Beschwerden verschlimmern und werden deshalb möglichst gemieden.

Was hilft neben Medikamenten?

Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind wichtige Säulen der Behandlung. Bewegungsübungen und Sport können laut Studien helfen, beweglicher zu werden, schneller zu gehen und das Gleichgewicht zu verbessern, sodass es seltener zu Stürzen kommt. Wichtiger als die Sportart, etwa Tanzen, Tai Chi oder Krafttraining, ist es, langfristig dabeizubleiben. Ob Bewegung das Fortschreiten der Krankheit verzögert, ist nicht bekannt.

In der Ergotherapie werden Alltagstätigkeiten wie Anziehen oder Kochen geübt und die Wohnung an die Bedürfnisse angepasst. Die Logopädie trainiert lauteres, deutlicheres Sprechen und kann auch Schluckstörungen behandeln. Zu Ergo- und Sprachtherapie gibt es allerdings bisher nur wenige verlässliche Studien. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit der Diagnose und ihren Folgen umzugehen, auch für Angehörige.

Wer hilft in Österreich?

Die Behandlung übernehmen Neurolog:innen gemeinsam mit Allgemeinmediziner:innen oder eine neurologische Ambulanz. Oft sind zusätzlich zeitlich begrenzte Aufenthalte in einer auf Parkinson spezialisierten Rehabilitationsklinik sinnvoll. Wichtige Anlaufstellen sind außerdem Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Psycholog:innen.

Notwendige und zweckmäßige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, bei manchen Leistungen fallen Selbstbehalte an. Eine ambulante oder stationäre Rehabilitation braucht eine ärztliche Verordnung und die Bewilligung des Versicherungsträgers. Informationen und Austausch für Betroffene und Angehörige bietet die Parkinson Selbsthilfe Österreich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (13)