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Tai Chi

04:22

Auf den Punkt gebracht

Tai Chi ist eine chinesische Bewegungskunst aus langsamen, fließenden Bewegungsfolgen, bei denen Körperhaltung, Atmung und Konzentration zusammenwirken. Sie ist aus einer Kampfkunst hervorgegangen und kann unabhängig von Alter und körperlicher Verfassung erlernt werden. Der volle Name Taijiquan bedeutet wörtlich etwa „Faust des höchsten Letzten“.

Was ist Tai Chi?

Tai Chi verbindet nach der Beschreibung des österreichischen Gesundheitsportals Meditation, Medizin und Kampfkunst. Geübt werden festgelegte Bewegungsfolgen, die langsam, fließend und mit meditativer Aufmerksamkeit ausgeführt werden. Dazu kommen Vorstellungsbilder, die den Blick „nach innen“ schärfen sollen, und eine tiefe Bauchatmung. Die Belastung ist gering bis mittel.

Das Wort taiji bezeichnet in der chinesischen Philosophie den Urgrund des Seins, aus dem alles entsteht. Quan heißt Faust und verweist auf die Herkunft aus der Kampfkunst. Im Deutschen ist auch die Bezeichnung Schattenboxen bekannt.

Mit dem Qigong ist Tai Chi eng verwandt, beide arbeiten mit ruhigen Bewegungen, Atmung und Konzentration. Das MSD Manual zählt beide zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Dort sollen sie die Lebensenergie Qi ins Gleichgewicht bringen. Für eine solche Lebensenergie gibt es laut MSD Manual allerdings kaum wissenschaftliche Belege.

Woher kommt Tai Chi?

Die Ursprünge sind nicht eindeutig geklärt. Das Gesundheitsportal beschreibt Qigong und Tai Chi als mehr als tausend Jahre alte Übungsprogramme. Eine Übersichtsarbeit von 2022 datiert die Entstehung von Tai Chi dagegen auf das 17. Jahrhundert in China.

Einer Überlieferung nach erfand ein daoistischer Priester namens Zhang Sanfeng die Bewegungskunst im 15. Jahrhundert. Andere Quellen nennen den Kampfkunstmeister Chen Wangting aus dem Dorf der Familie Chen um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine Übersichtsarbeit hält fest, dass sich der Ursprung keiner einzelnen Person zuschreiben lässt.

Heute gibt es fünf große traditionelle Stile, die Chen-, Yang-, Wu-, Wu/Hao- und Sun-Stile, dazu viele neuere Varianten. Verbreitet sind außerdem vereinfachte Formen wie die 24er-Form, die sich auch älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Behinderungen vermitteln lassen. Die UNESCO hat Tai Chi als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Was sagt die Forschung?

Das Gesundheitsportal zählt Tai Chi wie Qigong und Yoga zu den Aktivitäten, die Koordination und Gleichgewichtssinn schulen. Am besten belegt ist der Nutzen bei Stürzen im Alter. Eine Cochrane-Übersicht von 2019 untersuchte Bewegungsprogramme für ältere Menschen, die zu Hause leben. Tai Chi senkte dort den Anteil der Menschen, die stürzten, um etwa ein Fünftel, mit hoher Aussagesicherheit. Für die Sturzrate, also die Zahl der Stürze je Person, war die Aussagesicherheit gering.

Eine Auswertung von 210 Übersichtsarbeiten fand Hinweise auf Nutzen vor allem bei Parkinson, Sturzrisiko, Kniearthrose, Kreuzschmerzen, Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nur etwa sieben Prozent der Ergebnisse hatten jedoch eine hohe Aussagesicherheit. Belege für eine vorbeugende Wirkung gegen Krankheiten fanden sich außer beim Schlaganfall nicht. Auch das Gesundheitsportal nennt Tai Chi bei Parkinson als eine von mehreren Bewegungsformen mit positiven Effekten.

Worauf ist zu achten?

Tai Chi gilt nach derselben Auswertung als allgemein sicher, auch für gebrechliche ältere Menschen. Manche Übende spürten in den ersten Wochen leichte, vorübergehende Beschwerden. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Schmerzen an Muskeln und Gelenken.

Erfahrene Lehrende vermitteln die Grundübungen und helfen bei der richtigen Ausführung. Eine Liste von Lehrenden in Österreich führt laut Gesundheitsportal die Interessensvertretung der Qigong-, Taiji Quan- und Yi Quan-Lehrenden Österreichs.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (9)