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Meditation

06:30

Auf den Punkt gebracht

Meditation ist ein Sammelbegriff für geistige Übungen, mit denen Menschen ihre Aufmerksamkeit bewusst lenken und ihren Geist zur Ruhe bringen. Sie hat religiöse und spirituelle Wurzeln in vielen Kulturen und wird heute auch ohne religiösen Hintergrund geübt. Studien zu Meditationsprogrammen fanden kleine bis mäßige Verbesserungen bei Angst, depressiven Beschwerden und Schmerzen, unerwünschte Wirkungen sind aber möglich.

Was ist Meditation?

Eine einheitliche Definition von Meditation gibt es nicht. Das Gesundheitsportal beschreibt sie als geistige Übung, die Entspannung, Konzentration und Achtsamkeit fördern soll. Laut MSD Manual beruhigen Meditierende dabei ihren Geist oder richten ihre Aufmerksamkeit systematisch auf bestimmte innere oder äußere Inhalte.

In den Traditionen, aus denen sie stammt, bezeichnet Meditation eine ganze Familie geistiger Übungen. Sie sollen die Konzentration verbessern, die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments schärfen und mit dem eigenen Geist vertraut machen. Das deutsche Wort geht auf das lateinische meditari zurück, das „nachdenken, nachsinnen“ bedeutet. Im Deutschen ist „Meditation“ seit dem 16. Jahrhundert belegt, damals im Sinn von Nachdenken und religiöser Versenkung.

Woher kommt Meditation?

Meditation hat spirituelle und religiöse Wurzeln in vielen unterschiedlichen Kulturen. Besonders eng verbunden ist sie mit östlichen Religionen wie dem Buddhismus und dem Hinduismus. Hinweise auf meditative Übungen finden sich aber auch im Christentum, im Judentum und im Islam. In den meisten Traditionen geht es dabei um spirituelles Wachstum und persönliche Reife.

Seit einigen Jahrzehnten wird Meditation zunehmend weltlich und zu therapeutischen Zwecken geübt. Einige Formen haben sich vom religiösen Hintergrund weitgehend gelöst und wurden zu rein psychologischen und psychotherapeutischen Übungen. Ein bekanntes Beispiel ist das Achtwochenprogramm MBSR, das vor allem auf Achtsamkeitsmeditation und Yoga beruht.

Welche Formen der Meditation gibt es?

Fachleute ordnen die vielen Formen grob in einige Gruppen, die sich allerdings oft überschneiden. Bei der konzentrativen Meditation, auf Pali samatha („Ruhe“), richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen einzigen Gegenstand. Das kann der Atem sein, ein Bild, ein Klang oder ein wiederholtes Wort. Bei der Achtsamkeitsmeditation nehmen Übende dagegen Körperempfindungen, Gedanken und äußere Reize wahr, ohne sich davon mitreißen zu lassen. Dazu zählt auch die Vipassana- oder Einsichtsmeditation.

Weitere Gruppen sind Übungen der liebenden Güte und des Mitgefühls wie die Metta-Meditation sowie Mantra-Meditationen wie die Transzendentale Meditation. Ein Mantra ist ein Wort oder ein Satz, der immer wieder wiederholt wird. Für die Forschung ist diese Vielfalt wichtig, denn verschiedene Formen haben unterschiedliche psychische und neurologische Wirkungen. Ergebnisse zu einer Form lassen sich deshalb nicht einfach auf andere übertragen.

Wie läuft eine Meditation ab?

Meist wird im Sitzen meditiert, oft mit geschlossenen Augen oder gesenktem Blick. Bei vielen Übungen ruht die Aufmerksamkeit zunächst auf einem Anker wie dem Atem. Schweifen die Gedanken ab, bemerken Übende das und holen ihre Aufmerksamkeit zurück. Genau dieses Zurückholen wird mit der Zeit gelernt.

Die meisten Formen werden mindestens 20 Minuten lang oder ein- bis zweimal täglich geübt. Viele lassen sich auch aus Büchern, aus dem Internet oder mit Tonaufnahmen lernen. Manche Formen setzen bewusst auf Schweigen. Vipassana etwa wird oft in zehntägigen Kursen gelehrt, in denen die Teilnehmenden schweigen. Andere arbeiten mit Worten, etwa mit einem wiederholten Mantra, oder mit Bewegung wie die Gehmeditation.

Was weiß man über die Wirkung?

Eine Übersichtsarbeit von 2014 kommt zu dem Schluss, dass Meditationsprogramme belastende Seiten von psychischem Stress verringern können. Das betrifft etwa Angst und depressive Beschwerden, der Effekt ist klein bis mäßig. Für gute Stimmung, Aufmerksamkeit, Schlaf, Essverhalten und Gewicht fand sie dagegen keine oder zu wenig Belege. Dass Meditation besser wirkt als andere aktive Behandlungen wie Medikamente oder Sport, fand die Übersicht nicht belegt.

Zu Herz und Kreislauf hält die American Heart Association einen Nutzen für möglich, die Studien dazu sind aber von bescheidener Qualität. Sie sieht Meditation deshalb nur als mögliche Ergänzung zur leitliniengerechten Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Nutzen erst besser belegt werden muss. Auch Untersuchungen des Gehirns zeigen Veränderungen bei Meditierenden. Diese Studien sind aber meist klein und ohne zufällige Zuteilung zu Vergleichsgruppen.

Wo liegen die Grenzen?

Meditation kann auch unerwünschte Wirkungen haben. Eine systematische Übersicht fand, dass während oder nach dem Meditieren nicht selten etwa Angst, depressive Beschwerden oder ungewöhnliche Denkerfahrungen auftreten. Das betraf auch Menschen ohne frühere psychische Probleme. Selten wurde auch suizidales Verhalten berichtet.

Fallberichte beschreiben außerdem psychotische Zustände im Zusammenhang mit Meditation. Ob die Meditation sie ausgelöst hat, lässt sich schwer sagen. In etwa der Hälfte der Fälle spielten weitere Umstände mit, etwa Schlaflosigkeit, wenig Essen, Stress, Drogen oder frühere psychische Erkrankungen.

Bei psychischen Erkrankungen sollten Achtsamkeitstechniken laut Gesundheitsportal nur unter klinisch-psychologischer oder psychotherapeutischer Begleitung geübt werden, insbesondere bei Psychosen, Depressionen und Schizophrenie. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147. Im Notfall hilft die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (12)