Transzendentale Meditation, kurz TM, ist eine Meditationstechnik, bei der jede übende Person mit einem persönlichen Mantra arbeitet. Geübt wird zweimal täglich 20 Minuten lang. Die Studienlage zu gesundheitlichen Wirkungen ist begrenzt, am ehesten gibt es Hinweise auf eine leichte Senkung des Blutdrucks.
Was ist Transzendentale Meditation?
Transzendentale Meditation gehört zu den Mantra-Meditationen. Jede übende Person erhält ein persönliches Mantra, das helfen soll, den Geist nach innen zur Ruhe kommen zu lassen. Ein Mantra ist ein Wort oder ein Satz, der beim Meditieren immer wieder wiederholt wird. Meditation allgemein hat laut Gesundheitsportal spirituelle und religiöse Wurzeln in vielen Kulturen, eine einheitliche Definition gibt es nicht.
Damit unterscheidet sich TM etwa von der Achtsamkeitsmeditation. Dort versuchen Übende, im gegenwärtigen Moment zu bleiben und Gedanken, Empfindungen und äußere Reize wahrzunehmen, ohne sich davon mitreißen zu lassen. Beide Formen wurden wissenschaftlich untersucht.
Woher kommt die Transzendentale Meditation?
Die Transzendentale Meditation hat ihre Wurzeln in den alten vedischen Traditionen Indiens. Im Westen bekannt gemacht hat sie Maharishi Mahesh Yogi. Später knüpfte auch ein bekanntes Entspannungsverfahren daran an. Die „Entspannungsreaktion“, die Herbert Benson in den 1970er-Jahren entwickelte, beruht nach Darstellung der American Heart Association teilweise auf der Praxis der TM.
Wie läuft Transzendentale Meditation ab?
TM wird von zertifizierten Lehrer:innen in einem standardisierten Kurs über vier Tage vermittelt. Danach meditieren die Übenden zweimal täglich jeweils 20 Minuten. Wie bei Meditation allgemein üblich, wird dabei in der Regel gesessen, oft mit geschlossenen Augen oder gesenktem Blick.
Was zeigen Studien zur Transzendentalen Meditation?
Die meisten Daten gibt es zum Blutdruck, und dort sind die gemessenen Effekte klein. Eine Cochrane-Übersicht von 2024 wertete Studien mit Menschen aus, die ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko oder bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. Dort senkte TM den oberen (systolischen) Blutdruck im Vergleich zu anderen Maßnahmen im Mittel um gut 2 mmHg. Die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses stuften die Fachleute als mittel ein, beim unteren Wert blieb der Effekt unsicher. Gegenüber gar keiner Maßnahme fielen die Senkungen größer aus, beruhen aber nur auf zwei kleinen Studien mit geringer Aussagekraft. Ob TM Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkte verhindert, ist offen, weil dazu kaum Daten vorliegen.
Bei Angst, Depression und empfundenem Stress zeigte TM in der Cochrane-Übersicht im Vergleich mit anderen Maßnahmen kaum oder keinen Unterschied. Eine ältere Cochrane-Übersicht zu Angststörungen fand zu wenige Studien für eine Schlussfolgerung. TM schnitt dort ähnlich ab wie andere Entspannungsverfahren.
Die American Heart Association weist außerdem darauf hin, dass viele Meditationsstudien von denselben Forschungsgruppen stammen. Manche Forschende sind womöglich selbst überzeugte Meditierende, deshalb braucht es unabhängige Bestätigungen.
Wo liegen die Grenzen?
Meditation ersetzt keine ärztliche Behandlung. Die American Heart Association sieht sie allenfalls als Ergänzung zur leitliniengerechten Behandlung von Herz-Kreislauf-Risiken. Der Nutzen der Meditation selbst muss erst besser belegt werden.
Auch unerwünschte Wirkungen sind möglich. Eine systematische Übersicht über verschiedene Meditationsformen fand, dass etwa Angst, depressive Beschwerden oder ungewöhnliche Denkerfahrungen nicht selten auftreten. Das betraf auch Menschen ohne frühere psychische Probleme. Selten wurde auch suizidales Verhalten berichtet. Die TM-Studien in den beiden Cochrane-Übersichten haben solche Ereignisse allerdings gar nicht erfasst. Wer solche Beschwerden bemerkt, kann sie mit Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen besprechen. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge unter 142 rund um die Uhr, im Notfall die Rettung unter 144.
Wer Meditation in Österreich außerhalb der Gesundheitsberufe anbietet, darf keine Krankheiten behandeln. Ärztliche und psychotherapeutische Tätigkeiten bleiben den dafür ausgebildeten Gesundheitsberufen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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