Bei der Gehmeditation wird das Gehen selbst zum Gegenstand der Aufmerksamkeit. Übende gehen meist langsam eine kurze Strecke hin und her und achten auf die einzelnen Bewegungen jedes Schritts. Die Übung stammt aus dem Buddhismus und gehört heute zum Achtsamkeitsprogramm MBSR.
Woher kommt die Gehmeditation?
Die Gehmeditation ist eine weit verbreitete buddhistische Übung. Eine buddhistische Lehrrede über das Gehen, das Caṅkama Sutta, nennt fünf Vorteile, darunter Ausdauer auf Wegstrecken und eine lang anhaltende Sammlung. Das Pali-Wort caṅkama bezeichnet das Auf- und Abgehen und auch den Wandelgang eines Klosters. Im MBSR-Programm wird die Gehmeditation neben der Atemmeditation erlernt.
Wie läuft eine Gehmeditation ab?
Geübt wird auf einem ruhigen Weg von etwa 10 bis 15 Schritten. Am Ende halten Übende kurz inne, wenden und gehen zurück. Dabei achten sie auf die Teile jedes Schritts: den Fuß heben, ihn nach vorn bewegen, ihn mit der Ferse zuerst aufsetzen und das Gewicht verlagern.
Die Aufmerksamkeit kann auch beim Atem oder bei Geräuschen liegen und wird nach dem Abschweifen wieder dorthin gelenkt.
Was zeigen Studien?
Die Studien sind wenige, klein und sehr verschieden. An der Berliner Charité sank bei 74 Erwachsenen mit mäßiger bis starker psychischer Belastung das Stressempfinden nach vier Wochen achtsamen Gehens deutlicher als ohne Programm. Bei 55 Menschen mit chronischen Rückenschmerzen zeigte sich dort dagegen kein deutlicher Nutzen. Ob achtsames Gehen mehr bewirkt als gewöhnliches Gehen, ist offen.
Wo liegen die Grenzen?
Meditation kann auch unerwünschte Wirkungen haben, etwa Angst, depressive Beschwerden oder ungewöhnliche Denkerfahrungen, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme. Selten wurde auch suizidales Verhalten berichtet. Bei psychischen Erkrankungen sollten Achtsamkeitstechniken laut Gesundheitsportal nur mit klinisch-psychologischer oder psychotherapeutischer Begleitung zum Einsatz kommen. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147. Im Notfall hilft die Rettung unter 144.
Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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