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Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)

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Auf den Punkt gebracht

Mindfulness-Based Stress Reduction, kurz MBSR, ist ein achtwöchiges Gruppenprogramm zur Stressbewältigung. Geübt wird Achtsamkeit mit Meditation, Körperwahrnehmung und sanftem Yoga. Studien deuten auf weniger Stress, Angst und depressive Beschwerden hin, die Belege sind aber oft nur von geringer bis mittlerer Qualität.

Was ist MBSR?

MBSR ist die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, auf Deutsch Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Laut Gesundheitsportal ist es eine besonders weit verbreitete Achtsamkeitsmethode. Das Programm soll Stress verringern, indem es Achtsamkeit entwickelt, also ein nicht wertendes, annehmendes Wahrnehmen von Moment zu Moment.

In der Forschung gilt der Achtwochenkurs als Grundmodell, auf dem weitere Programme aufbauen. Dazu zählen die Mindfulness-Based Cognitive Therapy (MBCT) und ein für Menschen mit Krebs angepasstes Programm, die Mindfulness-Based Cancer Recovery (MBCR).

Woher kommt MBSR?

Entwickelt hat das Programm Jon Kabat-Zinn, der an der Medizinischen Fakultät der University of Massachusetts in den USA forschte. In einer Veröffentlichung von 1982 hieß es noch „Stress Reduction and Relaxation Program“ und dauerte zehn Wochen. Es richtete sich an Menschen mit chronischen Schmerzen, etwa im Rücken, im Nacken oder im Kopf, denen die übliche medizinische Behandlung nicht geholfen hatte.

Die Meditation sollte dabei eine Haltung des distanzierten Beobachtens fördern. Kabat-Zinn vermutete, dass sich so die Schmerzempfindung von der alarmierten, bewertenden Reaktion darauf lösen lässt. Anfang der 1990er-Jahre untersuchte seine Arbeitsgruppe das Programm auch bei Menschen mit Angst- und Panikstörungen.

Wie läuft ein MBSR-Kurs ab?

Der Kurs dauert acht Wochen und findet in einer Gruppe statt. Zu den wöchentlichen Terminen kommt ein ganzer Übungstag, dazu wird an den meisten Tagen zu Hause geübt. Im Mittelpunkt stehen drei formelle Übungen.

Beim Body Scan wandert die Aufmerksamkeit Region für Region durch den Körper. Anders als bei der Progressiven Muskelentspannung werden dabei keine Muskeln angespannt und gelöst. In der Sitzmeditation liegt die Aufmerksamkeit zuerst beim Atem und weitet sich dann schrittweise auf Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken aus. Dazu kommt achtsame Bewegung in Form von sanftem Hatha-Yoga.

Neben diesen formellen Übungen gibt es informelle, die im Alltag stattfinden. Laut Gesundheitsportal liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, täglich zu üben und Achtsamkeit in den Alltag einzubauen.

Was zeigen Studien zu MBSR?

Eine Übersichtsarbeit von 2015 wertete 29 Studien mit gesunden Erwachsenen aus. Sie fand deutliche Verbesserungen beim Stress und mäßige bei Angst, depressiven Beschwerden und Lebensqualität. Die Ergebnisse der einzelnen Studien gingen allerdings stark auseinander.

Bei Frauen mit Brustkrebs, die meist ihre Krebsbehandlung abgeschlossen hatten, untersuchte eine Cochrane-Übersicht von 2019 das Programm. MBSR verringerte Angst und depressive Beschwerden demnach wahrscheinlich etwas, bis zu sechs Monate nach dem Kurs. Nach bis zu zwei Jahren war kaum noch ein Unterschied zu sehen. Bei pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz deuten Belege geringer Qualität auf kurzfristig weniger depressive Beschwerden und weniger Angst hin.

Wo liegen die Grenzen?

Unerwünschte Wirkungen haben die Studien kaum erfasst. In der Cochrane-Übersicht zu Brustkrebs berichtete keine Studie darüber, in jener zu pflegenden Angehörigen nur eine. Für Meditation allgemein fand eine systematische Übersicht, dass etwa Angst oder depressive Beschwerden nicht selten auftreten, auch bei Menschen ohne frühere psychische Probleme.

Bei psychischen Erkrankungen sollten Achtsamkeitstechniken laut Gesundheitsportal nur unter klinisch-psychologischer oder psychotherapeutischer Begleitung geübt werden, insbesondere bei Psychosen, Depressionen und Schizophrenie. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, im Notfall die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)