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Mindfulness-Based Cognitive Therapy (MBCT)

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Auf den Punkt gebracht

Mindfulness-Based Cognitive Therapy, kurz MBCT, ist ein Gruppenprogramm, das Achtsamkeitsübungen mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie verbindet. Entwickelt wurde es, um Rückfällen bei wiederkehrender Depression vorzubeugen. Die britische NICE-Leitlinie zur Depression nennt MBCT als eine Möglichkeit der Rückfallvorbeugung nach einer Depression.

Was ist MBCT?

MBCT ist eine Gruppenbehandlung, die auf zwei Wurzeln aufbaut. Aus dem Achtsamkeitsprogramm MBSR stammen Übungen wie der Body Scan, mit denen Teilnehmende Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen bewusster wahrnehmen. Aus der kognitiven Verhaltenstherapie kommen Informationen darüber, welche Rolle Gedanken bei einer Depression spielen. Übungen zeigen außerdem, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten depressive Beschwerden auslösen und aufrechterhalten können.

Ziel ist, typische Denkmuster einer Depression wie Grübeln und negative Gedanken früh zu erkennen und sich innerlich davon zu lösen. Dabei geht es weniger darum, einzelne Gedanken zu verändern oder zu widerlegen. Im Vordergrund steht eine neue Art, sich zu den eigenen Gedanken und Gefühlen zu verhalten.

Woher kommt MBCT?

MBCT geht auf Zindel Segal, Mark Williams und John Teasdale zurück, die 2002 ein Behandlungsbuch dazu veröffentlichten. Erste Belege lieferte eine Studie aus dem Jahr 2000. Darin erhielten 145 Menschen, die sich von wiederholten Depressionen erholt hatten, entweder die übliche Behandlung oder zusätzlich MBCT. Bei drei oder mehr früheren depressiven Episoden senkte MBCT das Rückfallrisiko, bei nur zwei früheren Episoden nicht.

Wie läuft MBCT ab?

MBCT umfasst meist acht regelmäßige Gruppensitzungen mit 8 bis 15 Teilnehmenden. Nach der britischen Leitlinie leiten möglichst zwei Fachleute die Gruppe, mindestens eine davon mit einer therapeutischen Ausbildung für diese Methode. Geübt wird, im gegenwärtigen Moment zu bleiben und Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen zu beobachten und auszuhalten. Dazu kommen Atemübungen und Übungsaufgaben für zu Hause, auch mit Tonaufnahmen.

Zur Rückfallvorbeugung empfiehlt NICE einen Kurs von meist acht Sitzungen über zwei bis drei Monate, auf Wunsch mit weiteren Terminen im folgenden Jahr. Dazu kann gehören, persönliche Warnzeichen wie Angst oder schlechten Schlaf zu erkennen und vorab zu planen, was dann zu tun ist.

Was zeigen Studien zu MBCT?

Eine Auswertung von 2016 fasste die Daten von 1.258 Menschen aus neun Studien zusammen. Wer MBCT erhalten hatte, erlitt innerhalb von 60 Wochen seltener einen Rückfall als ohne MBCT, auch im Vergleich mit anderen aktiven Behandlungen. Die Zahl früherer Episoden spielte dabei anders als in der ersten Studie keine erkennbare Rolle. Es gab Hinweise, dass der Effekt bei Menschen mit stärkeren Restbeschwerden größer war.

Eine britische Studie von 2015 mit 424 Teilnehmenden verglich MBCT mit dem Weiternehmen von Antidepressiva. Die Teilnehmenden hatten drei oder mehr depressive Episoden hinter sich und wurden in der MBCT-Gruppe beim Absetzen der Medikamente begleitet. Über zwei Jahre unterschieden sich die Rückfälle nicht. Die NICE-Leitlinie betrachtet Menschen, deren Depression mit Antidepressiva abgeklungen ist und die ein erhöhtes Rückfallrisiko haben. Für sie rät sie, das Weiternehmen der Antidepressiva, MBCT oder Gruppen-Verhaltenstherapie oder eine Kombination zu erwägen. Für eine gerade bestehende Depression gibt es erste, noch vorläufige Hinweise.

Wo liegen die Grenzen?

Laut NICE kann MBCT schwierig sein für Menschen mit sehr belastenden, intensiven Gedanken oder für Menschen, denen es schwerfällt, sich auf den Körper zu konzentrieren. Bei Problemen in Beziehung oder Beruf, die zur Depression beitragen, hilft sie nicht direkt.

Auch unerwünschte Wirkungen kommen vor. In einer Studie mit 96 Teilnehmenden berichteten 37 Prozent von meditationsbedingten Erfahrungen, die ihren Alltag beeinträchtigten. Anhaltend belastende Folgen hatten 6 bis 14 Prozent. Die Häufigkeit lag laut den Forschenden ähnlich hoch wie bei anderen psychologischen Behandlungen.

Wer Antidepressiva zugunsten von MBCT absetzen möchte, sollte das mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt planen. Kehren depressive Beschwerden zurück, rät NICE, möglichst rasch Hilfe zu suchen. Krankheiten festzustellen und zu behandeln ist in Österreich vor allem Ärzt:innen vorbehalten. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, im Notfall die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (9)