Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, in der körperliche Übungen im Vordergrund stehen, vor allem Körperhaltungen (Asanas) und Atemtechniken. Es entstand im mittelalterlichen Indien und ist heute im westlichen Kulturkreis die am weitesten verbreitete Yogaform. Ein großer Teil des modernen Yoga geht auf Hatha Yoga zurück.
Was ist Hatha Yoga?
Hatha Yoga verbindet Körperhaltungen mit Atemübungen, oft kommen Meditation und Entspannung dazu. Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt es als vorwiegend körperbetonte, statische Übungen in Verbindung mit Atemtechniken. In der Forschung dient der Name häufig als Sammelbegriff für Yoga, bei dem die Körperhaltungen im Mittelpunkt stehen. Auch bekannte Stile wie Iyengar Yoga oder Anusara Yoga werden als Formen des Hatha Yoga beschrieben.
Woher kommt Hatha Yoga?
Hatha Yoga entstand um das Jahr 1000 in verschiedenen asketischen Traditionen Indiens. Nach Forschungen des Hatha Yoga Project an der SOAS University of London wurde die körperliche Yogapraxis zuerst in buddhistischen Texten systematisch beschrieben. Später wurde Hatha Yoga in mehreren indischen religiösen Schulen bedeutend, auch im orthodoxen Hinduismus.
Ein einflussreicher Text ist die Haṭhapradīpikā des Svātmārāma aus dem 15. Jahrhundert. Der Text verschmolz ältere Lehren zu einem vollständigen System. Kennzeichnend für Hatha Yoga waren schon damals Körperhaltungen, Atemkontrolle (Pranayama) und eigene Übungen, die Mudras. Diese verbinden etwa das Anhalten des Atems mit Haltungen und inneren Verschlüssen.
Das Sanskrit-Wort haṭha bedeutet „Gewalt“ oder „Kraft“, Hatha Yoga heißt wörtlich also „Yoga der Kraft“. Viele Fachleute haben das auf die Anstrengung der Übungen bezogen. Der Yogaforscher Jason Birch von der SOAS University of London weist dagegen darauf hin, dass die Haṭhapradīpikā Anstrengung zu den Dingen zählt, die dem Yoga schaden. Er deutet die „Kraft“ eher als starke Wirkung der Techniken. Die oft zitierte Erklärung, ha und ṭha stünden für Sonne und Mond, kommt nach Birch in den frühen Hatha-Texten nur selten vor. Er hält die Bedeutung „Kraft“ für den wahrscheinlicheren Ursprung des Namens.
Das heutige, haltungsbetonte Yoga hat seine traditionelle Wurzel im Hatha Yoga. Fachleute betonen aber, dass auch britische Militärgymnastik, moderne Medizin und europäische Körperkultur in dieses Yoga eingeflossen sind.
Wie läuft eine Yogastunde ab?
Eine Yogaeinheit beginnt nach dem Gesundheitsportal meist mit einer Übungsabfolge zum Aufwärmen, etwa dem Sonnengebet. Danach folgen Übungen im Sitzen, Liegen oder Stehen, die einander verstärken oder ausgleichen. Dazwischen liegt oft eine kurze Pause, in der sich die Übenden auf die Bauchatmung konzentrieren. Am Ende steht eine mehrminütige Entspannung.
Was sagt die Forschung?
Hatha Yoga gehört zu den Yogaformen, die in Studien am häufigsten untersucht wurden. Bei chronischen Kreuzschmerzen ohne bekannte Ursache verbesserte Yoga nach einer Cochrane-Übersicht Schmerzen und Funktion etwas stärker als keine Bewegungsübungen, die Unterschiede waren aber gering. Gegenüber anderen Rückenübungen zeigte sich bei der Funktion kaum ein Unterschied. Für die Behandlung von Depressionen und Angststörungen reichten die Belege nach einer Metaanalyse von 2018 nicht aus, die meisten Studien waren von geringer Qualität.
In den Rückenstudien waren verstärkte Kreuzschmerzen die häufigste unerwünschte Wirkung. Das Risiko war höher als ohne Übungen, aber ähnlich wie bei anderen Rückenübungen. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Das Gesundheitsportal rät, Yoga unter Anleitung zu üben, weil eine falsche Ausführung Muskeln oder Sehnen überlasten kann. Menschen mit ernsthaften akuten oder chronischen Erkrankungen sollten nach einer Übersichtsarbeit vorher ärztlichen Rat einholen.
Wer unterrichtet Hatha Yoga in Österreich?
Hatha Yoga wird von Yogalehrer:innen unterrichtet. Yogaunterricht für sich genommen unterliegt laut einem Infoblatt der Wirtschaftskammer Steiermark nicht der Gewerbeordnung, sondern gilt als Privatunterricht. Er kann deshalb auch nicht als Gewerbe angemeldet werden.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.
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