Mudra ist ein Sanskrit-Wort für „Siegel“ oder „Zeichen“. In Yoga, Meditation, buddhistischer Kunst und indischem Tanz bezeichnet es meist eine festgelegte Stellung der Hände und Finger. Im Hatha Yoga heißen auch bestimmte Übungen mit Atem und Körper Mudra.
Was ist eine Mudra?
Eine Mudra ist eine symbolische Geste. Das Wörterbuch von Monier-Williams übersetzt das Sanskrit-Wort mudrā zunächst mit Siegel, Siegelring und Abdruck, aber auch mit Bild, Zeichen und Abzeichen. Außerdem nennt es bestimmte Stellungen und Verschränkungen der Finger, die im religiösen Kult geübt werden. Ihnen wurde magische Kraft zugeschrieben. Im Deutschen ist das Wort laut Duden weiblich, die Mehrzahl lautet Mudras.
Wo kommen Mudras vor?
Mudras sind schon in der frühen buddhistischen Kunst zu sehen. Frühe Buddha-Figuren aus dem Swat-Tal im heutigen Nordpakistan zeigen die Geste der Meditation. Bei dieser Dhyana-Mudra liegt eine Hand auf der anderen. Bei der Abhaya-Mudra ist die rechte Hand etwa auf Schulterhöhe erhoben, die Handfläche zeigt nach außen. Sie gilt als Geste, die Furchtlosigkeit schenkt. Die Anjali-Mudra wirkt wie eine Gebetshaltung. Nach einer Übersicht der University of Chicago ist sie aber ein respektvoller Gruß, der in Süd- und Südostasien im Alltag üblich ist.
Auch im klassischen indischen Tanz sind Handgesten wichtig. Das Natyashastra des Bharata Muni stellt sie als festes Zeichensystem dar, mit dem auf der Bühne Bedeutungen und Gefühle ausgedrückt werden.
Was bedeutet Mudra im Yoga?
In Yogatraditionen gelten Mudras als Übungen, die den Atem und die Lebenskraft Prana lenken und den Geist sammeln sollen. Im Hatha Yoga ist der Begriff weiter gefasst. Die Haṭhapradīpikā zählt zehn Mudras auf, darunter mehrere Techniken mit dem Namen Bandha, die als innere Verschlüsse beschrieben werden.
Wo liegen die Grenzen?
Zu Mudras als eigenständiger Übung gibt es kaum Forschung. Nach einer Übersichtsarbeit von 2026 sind direkte Belege selten, und die meisten Studien verbinden Mudras mit anderen Yogatechniken. Gesundheitliche Wirkungen einzelner Handgesten sind damit nicht belegt.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.