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Prana

02:21

Auf den Punkt gebracht

Prana ist ein Sanskrit-Wort für Atem und Lebensatem. In indischen religiösen und philosophischen Lehren, im Yoga und im Ayurveda steht es auch für eine Lebenskraft. Es handelt sich um eine überlieferte Vorstellung, nicht um eine im Körper messbare Größe.

Was ist Prana?

Prana (prāṇa) geht auf die Sanskrit-Wurzel an zurück, die „atmen“ bedeutet. Das Wörterbuch von Monier-Williams übersetzt das Wort mit „Lebensatem“, „Atem“, „Atmung“, „Geist“ und „Lebenskraft“, in der Mehrzahl auch mit „Leben“. Außerdem bezeichnet Prana die Lebenslüfte, die alte Texte im Körper unterscheiden. Meist sind es fünf: Prana, Apana, Vyana, Samana und Udana.

Woher kommt die Vorstellung?

Der Atem als Zeichen des Lebens hat in alten indischen Texten einen hohen Rang. Die Chandogya-Upanishad erzählt von einem Streit zwischen Sprache, Auge, Ohr, Geist und Atem, wer von ihnen der Beste sei. Nacheinander verlassen Sprache, Auge, Ohr und Geist den Körper für ein Jahr, und der Mensch lebt trotzdem weiter. Als aber der Atem gehen will, reißt er die anderen mit sich, so wie ein Pferd die Pflöcke herausreißt, an die es gebunden ist. Daraufhin erkennen sie ihn als den Besten an. Dieselbe Erzählung findet sich in mehreren Upanishaden.

Schon in frühen hinduistischen Quellen gilt das Beherrschen und Stillen des Atems als Weg, den Geist zu beruhigen. Darauf weist David Gordon White in seiner kurzen Geschichte des Yoga hin. Aus Vorstellungen über Atemkanäle im Körper entwickelte sich später die Lehre vom sogenannten feinstofflichen Körper. Im Yoga wird der Atem mit den Übungen des Pranayama gelenkt.

Wo liegen die Grenzen?

Prana ist ein Begriff aus Religion und Philosophie. Im Ayurveda gilt nach dem MSD Manual ein Ungleichgewicht des Prana als Ursache von Krankheiten. Die Annahme einer solchen Lebenskraft diente nach dem MSD Manual früher dazu, noch unverstandene Vorgänge im Körper zu erklären. Mit dem Fortschritt der Biologie wurde diese Annahme aufgegeben.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (5)