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Allgemeinmedizin

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Auf den Punkt gebracht

Allgemeinmedizin ist das ärztliche Fach der grundlegenden Gesundheitsversorgung für Menschen aller Altersgruppen. Ärzt:innen für Allgemeinmedizin, im Alltag Hausärzt:innen genannt, sind in Österreich in der Regel die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Anliegen. Seit 1. Juni 2026 beginnt die Ausbildung als Facharztausbildung im Sonderfach Allgemeinmedizin und Familienmedizin.

Was ist Allgemeinmedizin?

Allgemeinmedizin kümmert sich um die grundlegende Gesundheitsversorgung und sieht Beschwerden im Zusammenhang mit dem Leben eines Menschen. Die österreichische Ausbildungsordnung beschreibt das Fach als Anlauf-, Betreuungs- und Koordinationsstelle für sämtliche gesundheitlichen Anliegen. Berücksichtigt werden dabei Alter und Geschlecht, körperliche und psychosoziale Aspekte sowie die Familie oder das soziale Umfeld.

Das Wort Hausarzt beschreibt diese Rolle aus dem Alltag heraus. Gemeint ist eine niedergelassene Ärztin oder ein niedergelassener Arzt, an die man sich bei Krankheit meist zuerst wendet und die bei Bedarf auch Hausbesuche machen. Auch das österreichische Gesundheitsportal setzt Allgemeinmediziner:innen und Hausärzt:innen gleich.

Was gehört zu den Aufgaben?

Allgemeinmediziner:innen behandeln akute und chronische Erkrankungen aus dem gesamten medizinischen Spektrum. Dazu zählen etwa Infekte, internistische Beschwerden, Erkrankungen des Bewegungsapparates und psychische Belastungen. Ein Schwerpunkt ist die langfristige Betreuung von Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen.

Auch die Vorbeugung gehört dazu, also Vorsorgeuntersuchungen, Impfberatung und die Früherkennung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck. Laut Ausbildungsordnung umfasst das Fach außerdem Schmerztherapie, Geriatrie, Psychosomatik, Suchttherapie und Palliativmedizin. Haus- und Heimbesuche sind ein wesentlicher Teil der allgemeinmedizinischen Versorgung.

Wann ist die Allgemeinmedizin die richtige Anlaufstelle?

Allgemeinmediziner:innen können direkt und ohne Überweisung aufgesucht werden. Typische Anlässe sind akute Beschwerden wie Schmerzen oder Fieber, unklare Beschwerden, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen sowie Rezepte oder eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung.

Nach der ersten Abklärung leiten sie bei Bedarf weitere Schritte ein und koordinieren die Weiterbehandlung. Eine Überweisung zu Fachärzt:innen folgt etwa, wenn Untersuchungen in der Ordination nicht möglich sind oder spezielles Fachwissen nötig ist. Mit der e-card ist der direkte Weg zu Fachärzt:innen aber auch ohne Überweisung möglich. Für bestimmte Untersuchungen wie Röntgen oder Labor braucht es dagegen fast immer eine Zuweisung.

Wie unterscheidet sich Allgemeinmedizin von anderen Fächern?

Anders als die übrigen ärztlichen Sonderfächer ist die Allgemeinmedizin nicht auf ein Organ oder ein Teilgebiet begrenzt. Fachärzt:innen anderer Fächer müssen ihre fachärztliche Tätigkeit laut Ärztegesetz grundsätzlich auf ihr Sonderfach beschränken. Die Allgemeinmedizin bleibt dagegen für alle Gesundheitsfragen zuständig und hält die Fäden der Behandlung zusammen.

Wo arbeiten Allgemeinmediziner:innen?

Die meisten Allgemeinmediziner:innen arbeiten im niedergelassenen Bereich, also in Einzelordinationen, Gruppenpraxen oder Primärversorgungseinheiten. Weitere Arbeitsorte sind Krankenanstalten, Ambulatorien, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie der öffentliche Gesundheitsdienst.

Die Primärversorgung ist die erste Kontaktstelle im Gesundheitssystem, „primär“ bedeutet „an erster Stelle stehend“. In einer Primärversorgungseinheit (PVE) arbeiten Allgemeinmediziner:innen mit diplomierten Pflegepersonen und weiteren Gesundheits- und Sozialberufen im Team. Das Primärversorgungsgesetz von 2017 sieht dafür in der Regel ein Kernteam aus mindestens zwei Ärzt:innen für Allgemeinmedizin und mindestens einer diplomierten Pflegeperson vor. Je nach regionaler Planung kann das ärztliche Kernteam auch aus Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendheilkunde bestehen, etwa in den Kinder-PVE, die es seit August 2023 gibt.

Wie wird man Fachärztin oder Facharzt für Allgemeinmedizin?

Seit 1. Juni 2026 wird die Ausbildung als Facharztausbildung im Sonderfach Allgemeinmedizin und Familienmedizin begonnen. Wer die Ausbildung vorher begonnen hat, kann sie noch bis 31. Mai 2032 nach den alten Regeln abschließen, mit dem Abschluss „Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin“. Nach dem Medizinstudium und der Basisausbildung folgen Abschnitte in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und weiteren Fächern. Danach kommt eine Schwerpunktausbildung in Lehrpraxen, Lehrgruppenpraxen oder Lehrambulatorien, und am Ende steht eine fachärztliche Prüfung.

Wer bereits als Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin arbeitet, kann bis 31. Mai 2032 die neue Bezeichnung beantragen. Voraussetzung ist Berufserfahrung in der Primärversorgung oder die Facharztprüfung. Zu den Aufgaben des Fachs gehört laut Ausbildungsordnung die kontinuierliche Betreuung in einer haus- und familienärztlichen Funktion, auch im häuslichen Umfeld und in Pflegeeinrichtungen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (11)