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Alzheimer-Krankheit

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Auf den Punkt gebracht

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der nach und nach Nervenzellen absterben. Sie ist die häufigste Ursache einer Demenz: Gedächtnis, Orientierung und Sprache lassen über Jahre immer mehr nach. Heilbar ist sie nicht, Behandlung und gute Begleitung können Beschwerden aber lindern und den Alltag erleichtern.

Was ist die Alzheimer-Krankheit?

Oft beginnt es mit kleinen Lücken. Neues lässt sich schlechter merken, Gegenstände werden verlegt, im Gespräch fehlt das passende Wort oder der rote Faden geht verloren. Häufig bemerken die Betroffenen die Veränderungen als Erste und ziehen sich zurück.

Die Alzheimer-Krankheit, auch Morbus Alzheimer genannt, ist die häufigste Form der Demenz. Laut Gesundheitsportal gehen rund zwei Drittel aller Demenzen auf sie zurück. Meist beginnt sie nach dem 65. Lebensjahr, und das Risiko steigt mit dem Alter. Frauen sind häufiger betroffen, vor allem weil sie im Durchschnitt älter werden. Beginnt die Erkrankung schon vor dem 65. Lebensjahr, verläuft sie meist rascher.

Die Klassifikation ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation führt die Krankheit selbst und die durch sie verursachte Demenz getrennt. Die Veränderungen im Gehirn beginnen schon, bevor Beschwerden auffallen.

Woher kommt der Name?

Die Krankheit ist nach dem deutschen Psychiater und Neuroanatomen Alois Alzheimer benannt. Er stellte 1906 in Tübingen den Fall von Auguste D. vor, einer Frau, die er ab 1901 in Frankfurt begleitet hatte. In ihrem Gehirn fand er die Eiweißablagerungen, die heute als Plaques und Neurofibrillen bekannt sind. Sein Kollege Emil Kraepelin führte die Bezeichnung „Alzheimer-Krankheit“ 1910 in seinem Lehrbuch ein. Weil die Erkrankung damals als seltene Form vor dem Greisenalter galt, geriet Alois Alzheimer selbst für mehr als 50 Jahre fast in Vergessenheit, obwohl die Bezeichnung in Gebrauch blieb.

Was passiert im Gehirn?

Zuerst ist meist die Verbindung zwischen den Nervenzellen gestört, später sterben ganze Zellen ab. Einmal abgestorbene Nervenzellen werden nicht ersetzt. Verantwortlich gemacht werden zwei Arten von Eiweißablagerungen. Zwischen den Nervenzellen verklumpt Beta-Amyloid zu Plaques, im Inneren der Zellen lagert sich verändertes Tau-Eiweiß in Fasern ab. Der Abbau beginnt im Hippocampus, einer für das Gedächtnis wichtigen Hirnregion, und breitet sich oft jahrelang unbemerkt aus. Außerdem ist der Botenstoff Acetylcholin vermindert.

Was die Krankheit letztlich auslöst, ist noch unklar, wahrscheinlich kommen mehrere Ursachen zusammen. In manchen Familien tritt sie gehäuft schon im mittleren Lebensalter auf, dann ist das Risiko für Geschwister und Kinder sehr hoch. Andere Erbanlagen, etwa bestimmte Formen des ApoE-Gens, werden mit einem höheren Risiko in Verbindung gebracht, erlauben aber keine zuverlässige Vorhersage. Ein „Alzheimer-Gentest“ zur Vorhersage hilft deshalb nicht weiter, genetische Untersuchungen gehören in humangenetische Beratung.

Wie verläuft die Erkrankung?

Die Alzheimer-Krankheit schreitet über Jahre fort, und Fachleute unterscheiden drei Stadien. Im frühen Stadium ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen, ein weitgehend selbstständiges Leben ist noch möglich. Bei Bankgeschäften oder Behördenwegen braucht es aber zunehmend Hilfe, Angst, Scham oder Stimmungsschwankungen können hinzukommen.

Im mittleren Stadium lässt auch das Langzeitgedächtnis nach, und ein selbstständiges Leben ist meist nicht mehr möglich. Viele Betroffene sind unruhig, der Tag-Nacht-Rhythmus gerät durcheinander, Misstrauen oder Halluzinationen können auftreten. Im späten Stadium ist rund um die Uhr Unterstützung nötig. Sprechen, Kauen und Schlucken fallen schwer, vertraute Personen werden oft nicht mehr erkannt. Die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden und die Umwelt wahrzunehmen, bleibt aber bis zuletzt erhalten.

Wie lange die Erkrankung dauert, ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt leben Betroffene nach der Diagnose je nach Schätzung etwa sechs bis acht Jahre, in einzelnen Fällen auch 20 Jahre und länger.

Wie wird Alzheimer festgestellt?

Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, weiter abklären können Fachärzt:innen für Neurologie oder Psychiatrie und Gedächtnisambulanzen. Hilfreich ist, wenn eine nahestehende Person zum Gespräch mitkommt, weil Angehörigen oft Veränderungen auffallen, die Betroffene selbst nicht wahrnehmen.

Kurztests prüfen Gedächtnis, Sprache und Aufmerksamkeit. Blutuntersuchungen und Bilder des Gehirns sollen vor allem andere Ursachen erkennen, etwa eine Depression, einen Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Die typischen Eiweißablagerungen lassen sich über eine Untersuchung des Nervenwassers oder eine spezielle Form der Positronen-Emissions-Tomografie (Amyloid-PET) nachweisen. Die Diagnose wird erst gestellt, wenn die Beschwerden ein halbes Jahr bestehen und andere Ursachen unwahrscheinlich sind.

Wie wird die Alzheimer-Krankheit behandelt?

Ziel der Behandlung ist, Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten, psychische Beschwerden zu lindern und Angehörige zu entlasten. Bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz kommen Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil, Galantamin oder Rivastigmin zum Einsatz, bei mittelschwerer bis schwerer der Wirkstoff Memantin. Sie können geistige Fähigkeiten und Alltagsaktivitäten leicht verbessern, den Abbau der Nervenzellen aber nicht aufhalten. In Österreich verschreiben Fachärzt:innen diese Antidementiva nach genauer Abklärung, mitunter erst nach Bewilligung durch die Krankenversicherung. Danach kann die Hausärztin oder der Hausarzt sie für sechs Monate weiterverordnen, bevor eine fachärztliche Kontrolle vorgeschrieben ist.

Seit 2025 sind in der EU außerdem die Antikörper Lecanemab und Donanemab zugelassen. Sie bauen Amyloid-Plaques ab und verlangsamten in Studien den geistigen Abbau im Vergleich zu einem Scheinmedikament. Infrage kommen sie nur für Erwachsene in einem frühen Stadium mit nachgewiesenen Plaques und höchstens einer Kopie der Genvariante ApoE4, was vor der Behandlung mit einem Gentest geprüft wird. Die Antikörper werden als Infusion gegeben und können Hirnschwellungen und Hirnblutungen auslösen. Solche Veränderungen sind laut EMA häufig, bleiben meist ohne Beschwerden, können aber auch schwerwiegend verlaufen. Deshalb sind regelmäßige MRT-Kontrollen in spezialisierten Einrichtungen nötig, und bei Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente dürfen sie nicht verwendet werden.

Zu den Behandlungen ohne Medikamente zählen etwa Gedächtnis- und Orientierungsübungen, gemeinsame Alltagsaktivitäten, Bewegung sowie Musik- oder Kunsttherapie. Medikamente gegen Unruhe, Angst oder Aggression sind erst angezeigt, wenn solche Maßnahmen nicht ausreichen. Solches Verhalten ist oft eine verständliche Reaktion auf den Verlust von Fähigkeiten.

Was brauchen Angehörige?

Menschen mit Alzheimer brauchen stabile Beziehungen und ein verständnisvolles Umfeld, und auch viele Angehörige benötigen Hilfe und Entlastung. Schulungen für Angehörige sind meist eine entscheidende Hilfe. Im Alltag gilt es, Unterstützung zu geben und zugleich vorhandene Fähigkeiten bewusst zu nutzen, damit die Erkrankten möglichst lange selbstständig bleiben.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)