Was ist ein Vitaminmangel?
Vitamine braucht der Körper nur in kleinen Mengen, aber dringend. Sie wirken etwa am Aufbau und Schutz von Zellen, an der Blutbildung und am Stoffwechsel mit. Unterschieden werden die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und die wasserlöslichen wie Vitamin C und die B-Vitamine.
Die meisten Vitamine speichert der Körper nicht, ein Mangel kann daher innerhalb von Wochen bis Monaten entstehen. Die Vitamine A, D und B12 legt er dagegen in größeren Mengen in Vorrat an. Bei Vitamin B12 reichen die Speicher meist für mehrere Jahre, sodass ein Mangel oft erst spät auffällt.
Woher kommt das Wort „Vitamin“?
Den Begriff „Vitamine“ prägte Casimir Funk im Jahr 1912. Er setzte ihn aus „vita“ für „Leben“ und „Amin“ zusammen, der Bezeichnung für eine stickstoffhaltige Verbindung. Nach und nach erkannten Fachleute, dass Krankheiten wie Skorbut, Beriberi oder Rachitis auf einen Mangel an bestimmten Vitaminen zurückgehen.
Wie entsteht ein Vitaminmangel?
Eine Ursache ist eine einseitige Ernährung oder eine sehr strenge Diät. Wer vegan lebt, nimmt mit der Nahrung kaum Vitamin B12 auf, weil es praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Vitamin D bildet der Körper vor allem mithilfe von Sonnenlicht, deshalb sind etwa ältere Menschen, die selten ins Freie kommen, häufiger unterversorgt.
Bei Vitamin B12 liegt das Problem oft nicht im Essen, sondern in der Aufnahme im Körper. Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie, eine Magenoperation oder eine Operation zur Gewichtsabnahme können die Verwertung stören. Bei älteren Menschen kann weniger Magensäure die Aufnahme von Vitamin B12 erschweren. Auch manche Medikamente beeinflussen den Vitaminhaushalt. Chronischer Alkoholmissbrauch ist in Industrieländern eine häufige Ursache für einen Mangel an Vitamin B1.
Welche Folgen kann ein Mangel haben?
Die Folgen hängen davon ab, welches Vitamin fehlt. Ein Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure kann zu einer Blutarmut mit ungewöhnlich großen roten Blutkörperchen führen. Betroffene sind dann etwa blass, schwach und müde. Fehlt Folsäure in den ersten Schwangerschaftswochen, kann das beim Kind zu Schäden an Gehirn und Rückenmark führen.
Ein schwerer Vitamin-B12-Mangel kann außerdem die Nerven schädigen, mit Kribbeln in Händen und Füßen und Problemen beim Gehen. Manche Menschen werden verwirrt, reizbar und leicht depressiv, im fortgeschrittenen Stadium ist auch eine Demenz möglich. Ein Vitamin-B1-Mangel kann ebenfalls das Nervensystem treffen und schwere Erkrankungen mit Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen auslösen.
Andere Mangelzustände sind in Industrieländern selten. Fehlt Vitamin C, heilen Wunden schlechter, im Extremfall entsteht Skorbut. Ein Vitamin-A-Mangel kann zu Nachtblindheit führen, ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern zu Rachitis.
Wie wird ein Mangel festgestellt und behandelt?
Ein Mangel wird meist über Bluttests festgestellt. Behandelt werden die Ursache und der Mangel selbst, zum Beispiel mit Vitaminpräparaten oder, bei Vitamin B12, mit Spritzen. Die Blutarmut verschwindet dann meist, Nervenschäden können aber bestehen bleiben. Bevor Folsäure ergänzt wird, sollte ein Vitamin-B12-Mangel ausgeschlossen werden. Menschen, die sich vegan ernähren, empfehlen die Ernährungsgesellschaften laut Gesundheitsportal ein Vitamin-B12-Präparat, auch voll gestillte Säuglinge veganer Mütter sind gefährdet.
Können zu viele Vitamine schaden?
Sehr große Mengen bestimmter Vitamine können dem Körper schaden, vor allem wenn sie ohne ärztliche Begleitung als Präparate eingenommen werden. Zu viel Vitamin A kann auf Dauer etwa die Leber schädigen. Weil Leber besonders viel Vitamin A enthält, sollten Schwangere laut Gesundheitsportal im ersten Schwangerschaftsdrittel darauf verzichten. Eine langfristig überhöhte Zufuhr von Vitamin B6 kann die Nerven stören. Zu viel Vitamin D lässt den Kalziumspiegel steigen und kann die Nieren schädigen.
Ein Multivitaminpräparat senkt bei den meisten Menschen auch nicht das Risiko für Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte deshalb immer ärztlich besprochen werden.