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Anämie

04:55

Auf den Punkt gebracht

Bei einer Anämie, auch Blutarmut genannt, enthält das Blut zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder zu wenige rote Blutkörperchen. Der Körper wird dadurch schlechter mit Sauerstoff versorgt, was etwa Müdigkeit und Blässe auslösen kann. Die häufigste Form ist die Eisenmangelanämie, behandelt wird immer nach der Ursache.

Was ist eine Anämie?

Rote Blutkörperchen transportieren mithilfe des Hämoglobins Sauerstoff von der Lunge in alle Zellen und Organe. Enthält das Blut deutlich weniger davon als normal, sprechen Fachleute von einer Anämie. Das Wort geht auf das griechische „anaimía“ zurück, gebildet zu „haima“, dem Wort für Blut.

Eine Anämie kann viele Ursachen haben. Die meisten lassen sich drei Gruppen zuordnen: Blutverlust, eine zu geringe Bildung roter Blutkörperchen und ihr vorzeitiger Abbau.

Welche Formen sind häufig?

Am häufigsten ist die Eisenmangelanämie, auch in Europa. Schätzungen zufolge haben etwa 2 bis 5 von 100 Menschen in Europa eine Blutarmut durch Eisenmangel. Eine andere Form entsteht durch einen Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure, wenn rote Blutkörperchen nicht richtig gebildet werden. Auch lang andauernde Erkrankungen wie chronische Entzündungen, Krebs oder eine Nierenschwäche können zu einer Anämie führen. Seltener ist eine Anämie, bei der rote Blutkörperchen zu früh zerstört werden.

Wie entsteht eine Eisenmangelanämie?

Der Körper braucht Eisen, um Hämoglobin zu bilden. Fehlt Eisen, greift er zunächst auf seine Speicher in Leber und Milz zurück. Erst wenn diese leer sind, gerät die Blutbildung ins Stocken, und es kann eine Anämie entstehen.

Die häufigste Ursache bei Erwachsenen ist Blutverlust, etwa durch starke Regelblutungen oder unbemerkte Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Auch ein erhöhter Bedarf in Schwangerschaft und Wachstum, eine sehr einseitige Ernährung oder eine schlechte Aufnahme im Darm, etwa bei Zöliakie, kommen infrage. Bei Männern und bei Frauen ohne Regelblutung deutet ein Eisenmangel in der Regel auf eine Blutung im Verdauungstrakt hin.

Woran erkennt man eine Anämie?

Eine leichte Anämie, die sich langsam entwickelt, verursacht bei manchen Menschen keine Beschwerden. Typisch sind sonst Müdigkeit, Schwäche, geringere Belastbarkeit und blasse Haut oder Schleimhäute. Bei stärkerer Ausprägung können Kurzatmigkeit, Herzrasen, Schwindel und Kopfschmerzen dazukommen.

Manche Zeichen weisen auf eine Blutung als Ursache hin, etwa schwarzer, teerartiger Stuhl oder Blut im Stuhl oder Urin. Solche Anzeichen gehören rasch ärztlich abgeklärt. Auch im Alter ist eine Anämie keine normale Folge des Älterwerdens, die Ursache sollte immer gesucht werden.

Wie wird eine Anämie festgestellt und behandelt?

Eine Anämie wird mit einer Blutuntersuchung festgestellt. Bei Verdacht auf Eisenmangel werden zusätzlich Werte wie Ferritin bestimmt, die zeigen, wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind. Danach wird die Ursache gesucht, bei Verdacht auf eine Blutung etwa mit einer Magen- oder Darmspiegelung.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, etwa das Stillen einer Blutung oder die Therapie einer Grunderkrankung. Bei einer Eisenmangelanämie kommen Eisenpräparate als Tabletten oder als Infusion in die Vene infrage, dazu eine eisenreiche Ernährung. Nach einer Eisen-Infusion wird man noch eine halbe Stunde überwacht, weil selten allergische Reaktionen auftreten können. Damit sich auch die Speicher füllen, wird Eisen meist noch einige Monate nach der Normalisierung der Blutwerte eingenommen. Bei schwerer Anämie kann eine Bluttransfusion nötig sein.

Eisenpräparate verursachen häufig Bauchschmerzen, Verstopfung oder Übelkeit, ein dunkler Stuhl ist dagegen unbedenklich. Manche Medikamente wie Säureblocker hemmen die Eisenaufnahme, und Eisen kann umgekehrt die Wirkung anderer Mittel abschwächen, etwa von Schilddrüsenhormonen. Die Ärztin oder der Arzt sollte deshalb alle eingenommenen Medikamente kennen. Vorbeugend Eisen einzunehmen bringt in der Regel keine Vorteile, denn zu viel Eisen kann schaden. Vor der Einnahme ist deshalb ärztlicher Rat sinnvoll. Eisenpräparate gehören außer Reichweite von Kindern, weil eine Überdosis für sie gefährlich sein kann.

Wer hilft in Österreich?

Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, weiter helfen Fachärzt:innen für Innere Medizin, etwa mit Schwerpunkt Blutkrankheiten oder Verdauungstrakt. Notwendige und zweckmäßige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, für manche Leistungen fallen Selbstbehalte an.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (11)