Innere Medizin ist das ärztliche Fach für Erkrankungen der inneren Organe, etwa von Herz und Kreislauf, Lunge, Verdauungsorganen, Nieren, Blut und Stoffwechsel. Internist:innen beugen diesen Erkrankungen vor, erkennen und behandeln sie, vor allem ohne Operation. In Österreich gibt es neben dem Sonderfach Innere Medizin zehn weitere internistische Sonderfächer, etwa für Kardiologie.
Was ist Innere Medizin?
Innere Medizin ist ein Spezialgebiet der Humanmedizin, das sich mit Krankheiten der inneren Organe befasst. Sie umfasst Vorbeugung, Diagnostik, konservative Behandlung und Rehabilitation. Konservativ heißt hier, dass vor allem mit nicht chirurgischen Mitteln behandelt wird, etwa mit Medikamenten.
Die österreichische Ausbildungsordnung beschreibt das Fach sehr breit. Dazu gehören Erkrankungen der Atmungsorgane, des Herzens und der Blutgefäße, der Verdauungsorgane und der Nieren sowie des Blutes und der Blutgerinnung. Ebenso zählen Stoffwechsel und Hormone, das Immunsystem, Infektionskrankheiten, Vergiftungen und Tumorerkrankungen dazu. Auch Geriatrie, Palliativmedizin und Intensivmedizin gehören in ihrer internistischen Form zum Fach.
Woher kommt der Begriff?
Das Wort „intern“ wurde um 1800 aus dem lateinischen „internus“ entlehnt, das „im Inneren befindlich“ bedeutet. In der Medizin steht es für „die inneren Organe betreffend“. „Internist“ meinte im 19. Jahrhundert zunächst eine Person mit einer inneren Krankheit, erst im 20. Jahrhundert die Fachärztin oder den Facharzt.
In Deutschland fand am 20. April 1882 in Wiesbaden der erste „Congress für Innere Medizin“ statt. Auf ihn führt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin ihre Geschichte zurück.
Welche Teilgebiete gibt es?
Die Innere Medizin gliedert sich in mehrere Spezialgebiete, die in Österreich eigene Sonderfächer sind. Neben dem Sonderfach Innere Medizin nennt die Ausbildungsordnung zehn Fächer, die jeweils die gesamte Innere Medizin mit einem Schwerpunkt verbinden. Das sind Angiologie (Gefäße), Endokrinologie und Diabetologie (Hormone, Diabetes), Gastroenterologie und Hepatologie (Magen, Darm, Leber), Hämatologie und internistische Onkologie (Blut- und Krebserkrankungen) sowie Infektiologie. Hinzu kommen Intensivmedizin, Kardiologie (Herz), Nephrologie (Nieren), Pneumologie (Lunge) und Rheumatologie.
Bis zur Ausbildungsordnung 2015 waren die meisten dieser Schwerpunkte Zusatzfächer, sogenannte Additivfächer. Fachärzt:innen mit einer solchen Zusatzbezeichnung dürfen heute die entsprechende neue Facharztbezeichnung führen.
Welche Untersuchungen gehören dazu?
Internist:innen nutzen je nach Fragestellung Blutuntersuchungen, Ultraschall und andere bildgebende Verfahren. Dazu kommen Messungen der Herzfunktion wie ein Elektrokardiogramm (EKG) und der Lungenfunktion. In manchen Teilgebieten sind auch Eingriffe üblich, etwa Herzkatheteruntersuchungen in der Kardiologie oder Magen-Darm-Spiegelungen in der Gastroenterologie.
Wie grenzt sich die Innere Medizin ab?
Anders als die Allgemeinmedizin, die für alle Gesundheitsanliegen erste Anlaufstelle ist, konzentriert sich die Innere Medizin auf die inneren Organe. Fachärzt:innen müssen ihre fachärztliche Tätigkeit laut Ärztegesetz grundsätzlich auf ihr Sonderfach beschränken. Die Fächer sind dennoch eng verbunden, denn zur Ausbildung in Allgemeinmedizin gehört auch ein Abschnitt in Innerer Medizin.
Bei Nieren und Harnwegen berührt sich die Innere Medizin mit der Urologie. Der Übergang zwischen Nierenheilkunde (Nephrologie) und Urologie gilt als fließend.
Zu Internist:innen im niedergelassenen Bereich führt der Weg mit der e-card auch ohne Überweisung. Häufig überweisen aber Hausärzt:innen, wenn spezielles Fachwissen oder Untersuchungen nötig sind, die in ihrer Ordination nicht möglich sind.
Wie wird man Internistin oder Internist in Österreich?
Nach dem Medizinstudium und einer Basisausbildung von mindestens sechs Monaten folgen laut Ausbildungsordnung 27 Monate Grundausbildung und 36 Monate Schwerpunktausbildung in Innerer Medizin. Am Ende steht eine fachärztliche Prüfung. Nach der Eintragung in die Ärzteliste dürfen Internist:innen selbstständig als Fachärzt:innen für Innere Medizin arbeiten.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.