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Kardiologie

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Auf den Punkt gebracht

Die Kardiologie ist das Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Funktion und den Erkrankungen des Herzens befasst. In Österreich heißt das ärztliche Sonderfach „Innere Medizin und Kardiologie“. Es umfasst neben der gesamten Inneren Medizin vor allem Vorbeugung, Untersuchung, Behandlung und Rehabilitation bei Erkrankungen des Herzens und der großen Gefäße.

Was ist Kardiologie?

Kardiologie ist die Medizin des Herzens. Der Name verbindet das griechische Wort kardía für Herz mit der Endung -logie, die auf das griechische lógos zurückgeht.

In Österreich ist die Kardiologie ein eigenes Sonderfach der Inneren Medizin. Laut Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung umfasst es Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation von Erkrankungen des Herzens und der großen Gefäße. Risikofaktoren, Ursachen und Folgen dieser Erkrankungen sollen dabei besonders berücksichtigt werden. Operative Eingriffe am Herzen sind dagegen Aufgabe eines eigenen Sonderfachs, der Herzchirurgie.

Mit welchen Erkrankungen befasst sich die Kardiologie?

Im Mittelpunkt stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die in Österreich die häufigste Todesursache sind. Zu den häufigsten zählen laut Gesundheitsportal Bluthochdruck, Arteriosklerose, die koronare Herzkrankheit und die chronische Herzschwäche. Schwerwiegende Folgen können ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall oder Herzrhythmusstörungen sein.

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Herzkranzgefäße verengt, sodass der Herzmuskel nicht genug Sauerstoff bekommt. Typisch sind dann Engegefühl und Schmerzen in der Brust, die Fachleute Angina pectoris nennen. Begünstigt werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter anderem durch Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, erhöhten Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes.

Wie wird das Herz untersucht?

Am Beginn stehen meist ein Gespräch über Beschwerden und Lebensgewohnheiten sowie eine körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung und Abhören des Herzens. Je nach Verdacht folgen weitere Schritte, etwa ein Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe, unter Belastung oder über 24 Stunden.

Beim Herzultraschall, der Echokardiographie, lassen sich Größe der Herzkammern, Pumpfunktion und Herzklappen beurteilen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Risiko.

Bei der Herzkatheteruntersuchung wird unter örtlicher Betäubung ein dünner Schlauch über eine Arterie in der Leiste oder am Arm bis zum Herzen geführt. Mit Kontrastmittel werden die Herzkranzgefäße im Röntgenbild sichtbar, sodass Verengungen und Verschlüsse erkennbar sind. Ergänzend kommen bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnetresonanztomografie infrage.

Wie behandelt die Kardiologie?

Die Behandlung verbindet meist einen gesunden Lebensstil mit Medikamenten und, wenn nötig, Eingriffen. Bei der koronaren Herzkrankheit gehören dazu ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein Rauchstopp und das Halten oder Erreichen von Normalgewicht. Medikamente können zum Beispiel die Herzkranzgefäße erweitern, das Herz entlasten, Blutgerinnsel verhindern oder die Blutfette senken.

Reicht das nicht aus, kann ein verengtes Gefäß während einer Herzkatheteruntersuchung mit einem Ballon geweitet und mit einem Stent offengehalten werden. Ein Stent ist ein dünnes Stützröhrchen aus Drahtgeflecht. Eine Bypass-Operation, bei der ein körpereigenes Gefäß die Engstelle umgeht, erfolgt dagegen am offenen Herzen unter Vollnarkose.

Auch die Vorbeugung gehört zum Fach. Das Gesundheitsportal nennt den Rauchstopp die kostenwirksamste Strategie gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ab 40 Jahren empfehlen Fachleute, das Risiko für eine koronare Herzkrankheit alle fünf Jahre ärztlich abschätzen zu lassen.

Wann ist sofort Hilfe nötig?

Plötzliche starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Hals, Kiefer, Schultern, Rücken, Arme oder Oberbauch ausstrahlen können, deuten auf einen Herzinfarkt hin. Dann sollte sofort die Rettung unter 144 gerufen werden. Bei Frauen zeigt sich ein Infarkt häufiger auch durch andere Beschwerden wie extreme Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch.

Wer hilft in Österreich?

Erste Anlaufstellen bei Herzbeschwerden sind Ärzt:innen für Allgemeinmedizin, Primärversorgungseinheiten und Fachärzt:innen für Innere Medizin oder Kardiologie. Je nach Fragestellung ist ein direkter Termin in einer Facharztordination möglich oder eine Überweisung nötig. Leistungen von Kassenfachärzt:innen werden in der Regel über die Sozialversicherung abgerechnet, bei Wahlärzt:innen ist eine teilweise Rückerstattung möglich.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)