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Urologie

04:29

Auf den Punkt gebracht

Urologie ist das ärztliche Fach für Erkrankungen der Harnwege, also von Nieren, Blase und ableitenden Harnwegen, sowie der männlichen Geschlechtsorgane. Urolog:innen betreuen Frauen und Männer jeden Alters. Zum Fach gehört auch die Andrologie, die Männerheilkunde.

Was ist Urologie?

Urologie ist das Fachgebiet der Medizin, das Erkrankungen der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane erforscht, erkennt und behandelt. Dazu zählen Verletzungen und Entzündungen von Nieren und Harnwegen, Tumoren sowie Erkrankungen von Penis, Hoden und Prostata.

Die österreichische Ausbildungsordnung fasst das Fach noch genauer. Es umfasst Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation aller Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen des Harn- und Geschlechtstrakts. Ebenso gehören die Nebennieren, sexuelle Funktionsstörungen und die Andrologie dazu. Krebserkrankungen des Fachgebiets betreut die Urologie ausdrücklich bei beiden Geschlechtern und in allen Altersgruppen.

Woher kommt das Wort?

„Urologie“ setzt sich aus dem griechischen „ouron“ für Harn und der Endung „-logie“ zusammen. Das Wort bezeichnet ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Funktion und den Erkrankungen der Harnorgane befasst. Im Spitalsalltag steht „die Urologie“ auch kurz für die urologische Abteilung. „Andrologie“ ist aus „andro-“ und „-logie“ gebildet und bedeutet Männerheilkunde.

Mit welchen Beschwerden geht man zur Urologie?

Bei Beschwerden an Blase oder Nieren sind sowohl Ärzt:innen für Allgemeinmedizin als auch Fachärzt:innen für Urologie Anlaufstellen. Das Gesundheitsportal nennt sie etwa bei verfärbtem Harn, Beschwerden bei der Blasenentleerung oder Problemen beim Harnlassen. Auch bei Veränderungen an den Hoden und bei Erektionsproblemen sind Urolog:innen zuständig.

Eine Harninkontinenz kann in der hausärztlichen Praxis oder bei Fachärzt:innen für Urologie oder Gynäkologie abgeklärt werden. Wer schon einmal einen Nierenstein hatte oder familiär gehäuft betroffen ist, sollte das laut Gesundheitsportal urologisch oder nephrologisch genauer abklären lassen. Auch Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs führen Urolog:innen durch, nach ausführlicher Aufklärung über Nutzen und Risiken.

Mit der e-card ist der Weg zu Fachärzt:innen auch ohne Überweisung möglich. Häufig kommt eine Überweisung aber von der Hausärztin oder dem Hausarzt.

Welche Untersuchungen sind typisch?

Am Anfang steht meist ein ärztliches Gespräch über Beschwerden und Krankengeschichte. Bei Harninkontinenz hilft ein Blasentagebuch, das Betroffene vorab ausfüllen. Bei Verdacht auf Prostatakrebs gehören eine Tastuntersuchung der Prostata, die Bestimmung des PSA-Werts im Blut und ein Ultraschall über den Enddarm dazu. Bei Bedarf kommt eine Gewebeprobe hinzu.

Eine typische urologische Untersuchung ist die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Dabei werden Blase und Harnröhre mit einem dünnen Instrument mit Lichtquelle und Kamera von innen betrachtet. Die Untersuchung gilt als schmerzarm und dauert nur wenige Minuten, Erwachsene brauchen meist keine Narkose. Leichte Schmerzen und geringe Blutungen können danach auftreten. Schwerere Verletzungen bis zum Durchbruch der Blasen- oder Harnröhrenwand und Entzündungen der Harnwege sind laut Gesundheitsportal extrem selten. Manche Veränderungen lassen sich dabei auch gleich behandeln.

Wie grenzt sich die Urologie ab?

Die Urologie berührt sich mit der Inneren Medizin: Der Übergang zur Nierenheilkunde (Nephrologie), einem internistischen Fach, gilt laut Gesundheitsportal als fließend.

Wie wird man Urologin oder Urologe in Österreich?

Urologie ist in Österreich ein eigenes ärztliches Sonderfach. Nach dem Medizinstudium und einer Basisausbildung von mindestens sechs Monaten folgen 36 Monate Grundausbildung und 27 Monate Schwerpunktausbildung. Für die Schwerpunktausbildung werden drei von sieben Modulen gewählt, eines davon kann ein wissenschaftliches Modul sein. Den Abschluss bildet die fachärztliche Prüfung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (16)