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Prostatakrebs

05:09

Auf den Punkt gebracht

Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Prostata, einer Drüse des Mannes am Anfang der Harnröhre. Er ist in Österreich die häufigste Krebsart bei Männern, wächst aber meist langsam und lässt sich oft gut behandeln. Im frühen Stadium verursacht er keine Beschwerden.

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs, fachsprachlich Prostatakarzinom, entsteht im Gewebe der Prostata. Der Name geht auf das griechische Wort prostátēs für „Vorsteher“ zurück, denn so benannte der Arzt Herophilos im 3. Jahrhundert v. Chr. das Organ.

In Österreich erhalten laut Gesundheitsportal jedes Jahr rund 5.000 Männer die Diagnose, das ist etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen bei Männern. Meist wächst der Krebs langsam und bereitet lange keine Probleme. Er kann aber auch schnell wachsen und streuen, vor allem in Knochen und Lymphknoten.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter. Vor dem 50. Lebensjahr ist Prostatakrebs selten, am häufigsten tritt er zwischen 60 und 80 Jahren auf. Ein höheres Risiko haben auch Männer, deren Vater oder Bruder erkrankt ist, und Männer mit dunkler Hautfarbe. Nahrungsergänzungsmittel mit hohen Dosen Vitamin E erhöhen das Risiko, wenn sie jahrelang eingenommen werden. Dass eine bestimmte Ernährung das Risiko oder den Verlauf beeinflusst, ist laut IQWiG dagegen nicht durch aussagekräftige Studien belegt.

Woran erkennt man Prostatakrebs?

Solange der Tumor klein und auf die Prostata begrenzt ist, verursacht er keine Beschwerden. Drückt er auf die Harnröhre, kann es zu Problemen beim Wasserlassen kommen, etwa zu verstärktem Harndrang oder einem schwächeren Harnstrahl. Selten weist Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit auf ihn hin. Hat der Krebs in die Knochen gestreut, können Knochenschmerzen entstehen.

Meist steckt hinter Problemen beim Wasserlassen aber eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Zur Abklärung sind Hausärzt:innen sowie Fachärzt:innen für Urologie die richtige Adresse.

Wie wird Prostatakrebs festgestellt?

Sicher feststellen lässt sich Prostatakrebs nur mit einer Gewebeprobe, der Biopsie. Hinweise geben vorher die Tastuntersuchung über den Enddarm, der PSA-Wert im Blut und Bildgebung wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie. Die Gewebeprobe zeigt auch, wie aggressiv der Tumor ist.

Ein PSA-Test zur Früherkennung ohne Beschwerden ist eine persönliche Abwägung. In der österreichischen Vorsorgeuntersuchung ist er grundsätzlich nicht vorgesehen, weil der Nutzen eines Screenings aller Männer nicht ausreichend gesichert ist. Vor- und Nachteile beschreibt der Begriff Vorsorgeuntersuchung.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ausbreitung und Aggressivität des Tumors, nach Alter und Gesundheitszustand und nach den eigenen Prioritäten. Bei einem örtlich begrenzten Krebs mit niedrigem Risiko kommt die aktive Überwachung infrage. Dabei wird die Prostata regelmäßig kontrolliert und erst behandelt, wenn der Tumor wächst oder Beschwerden macht. So bleiben vielen Männern Nebenwirkungen erspart.

Weitere Möglichkeiten sind die operative Entfernung der Prostata und eine Bestrahlung von außen oder von innen. Häufige Folgen der Operation sind Erektionsstörungen und Harninkontinenz, nach einer Bestrahlung vor allem Erektionsstörungen und Darmprobleme. Bei fortgeschrittenem Krebs kommen Hormon- und Chemotherapie sowie radioaktive Medikamente infrage. Der Entzug des Hormons Testosteron kann das Tumorwachstum verlangsamen, führt allein aber nicht zur Heilung. Mögliche Folgen sind Hitzewallungen, Osteoporose, Muskelabbau und der Verlust von sexuellem Interesse und Potenz.

Bei älteren Männern mit anderen Erkrankungen kann ein abwartendes Beobachten sinnvoll sein, bei dem nur Beschwerden behandelt werden. Ist der Krebs auf die Prostata begrenzt, sind die Aussichten meist sehr gut. Hat er Metastasen gebildet, ist eine Heilung nicht mehr möglich.

Welche Unterstützung gibt es?

Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung können seelisch stark belasten, etwa durch Ängste oder eine Depression. Die Psychoonkologie hat das Ziel, krebskranke Menschen psychisch zu unterstützen. Dazu können Ärzt:innen, Klinische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen mit entsprechender Weiterbildung beitragen.

Nach der Behandlung wird meist eine Rehabilitation empfohlen. Sie hilft auch bei psychischen und sozialen Problemen und bei Folgen wie Impotenz oder Harninkontinenz. Selbsthilfegruppen gibt es für Betroffene und Angehörige. Die Österreichische Krebshilfe berät Erkrankte und Angehörige in über 60 Beratungsstellen kostenlos und auf Wunsch anonym.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (10)