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Erektile Dysfunktion

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Auf den Punkt gebracht

Bei einer erektilen Dysfunktion gelingt es über längere Zeit nicht, eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder zu halten. Die Ursachen können körperlich, psychisch oder beides sein. Weil eine Erektionsstörung auch auf Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Diabetes hinweisen kann, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn eine ausreichend feste Erektion über einen längeren Zeitraum nicht zustande kommt oder nicht lange genug anhält. Gelegentliche Erektionsprobleme sind dagegen normal und noch keine Störung. Umgangssprachlich heißt die Erektionsstörung auch Impotenz.

Eine erektile Dysfunktion wird mit zunehmendem Alter häufiger, muss laut MSD Manual aber nicht als normale Alterserscheinung hingenommen werden. Mehr zum Umfeld beschreiben die Begriffe „Sexualität“ und „Sexualberatung“.

Wie entsteht eine Erektionsstörung?

Für eine Erektion müssen Nerven, Blutgefäße und Hormone zusammenspielen, deshalb sind die möglichen Ursachen vielfältig. Am häufigsten liegen Veränderungen an Blutgefäßen oder Nerven zugrunde. Dazu zählen Arteriosklerose, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Übergewicht. Auch Folgen von Operationen im Becken, etwa an der Prostata, Rückenmarksverletzungen oder Multiple Sklerose kommen infrage.

Manche Medikamente können eine Erektionsstörung auslösen, etwa Mittel gegen Bluthochdruck, Psychopharmaka oder bestimmte Entwässerungsmittel. Hormonelle Ursachen wie Testosteronmangel sind möglich, laut MSD Manual aber keine häufige Ursache. Psychische Gründe wie Stress, Versagensangst, Depression oder Probleme in der Partnerschaft können allein oder zusätzlich eine Rolle spielen.

Warum ist eine ärztliche Abklärung wichtig?

Eine Erektionsstörung ist an sich keine bedrohliche Erkrankung, sie kann aber ein Zeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, etwa einer Arteriosklerose oder einer Nervenstörung. Eine Übersichtsarbeit von 2019 mit 25 Studien fand bei Männern mit erektiler Dysfunktion ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. Plötzliches Taubheitsgefühl zwischen Gesäß und Genitalbereich oder in den Beinen sollte sofort ärztlich abgeklärt werden.

Zur Abklärung gehört ein ausführliches Gespräch über Gesundheit, Sexualität, Lebensstil und Partnerschaft. Dazu kommen eine körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung und meist Blutwerte wie Blutzucker, Blutfette und Hormone.

Wie wird eine erektile Dysfunktion behandelt?

Am Anfang steht ein aufklärendes Gespräch, und eine zugrunde liegende Krankheit wird behandelt. Gewichtsabnahme, Rauchstopp und weniger Alkohol können die Erektionsfähigkeit verbessern. Das Gesundheitsportal nennt als weitere Umstellungen Ernährung, Bewegung und Stressabbau. Medikamente, die als Auslöser infrage kommen, sollten nur nach ärztlicher Rücksprache abgesetzt oder gewechselt werden.

Am häufigsten kommen sogenannte PDE-5-Hemmer zum Einsatz. Sie verstärken eine natürlich entstehende Erektion, wirken also nur bei sexueller Erregung. Hilft das nicht, gibt es Wirkstoffe zum Spritzen in den Schwellkörper oder zum Einführen in die Harnröhre sowie Vakuumpumpen. Als letzte Möglichkeit wird ein Schwellkörperimplantat operativ eingesetzt. Sind psychische Ursachen beteiligt oder ist die Belastung groß, kann eine Psychotherapie oder Sexualtherapie sinnvoll sein, auch begleitend.

Was ist bei Potenzmitteln zu beachten?

PDE-5-Hemmer dürfen nicht zusammen mit Nitraten eingenommen werden, wie sie etwa bei Angina pectoris verwendet werden oder in „Poppers“ enthalten sind. Diese Kombination kann einen gefährlichen Blutdruckabfall auslösen. Auch bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kurz nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei sehr niedrigem Blutdruck sind sie nicht geeignet, ebenso bei schwerer Leberschwäche und bestimmten erblichen Netzhauterkrankungen. Eine Dauererektion ist sehr selten, kann aber eine Notfallbehandlung erfordern.

PDE-5-Hemmer sind in Österreich rezeptpflichtig. Rezeptpflichtige Medikamente dürfen nicht über das Internet verkauft oder bezogen werden. Das Gesundheitsportal warnt vor dem illegalen Kauf von Medikamenten im Internet: Laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen sind mehr als 95 Prozent der dort vertriebenen Arzneien Fälschungen oder entsprechen nicht dem pharmazeutischen Standard. Frei verkäufliche pflanzliche Mittel gegen Erektionsstörungen sind laut MSD Manual meist unwirksam oder enthalten versteckt einen PDE-5-Hemmer mit seinen Nebenwirkungen.

Wer hilft in Österreich?

Erste Anlaufstellen sind Fachärzt:innen für Urologie sowie Ärzt:innen für Allgemeinmedizin. Das Gesundheitsportal rät, möglichst früh ärztliche Hilfe zu suchen. Was die Urologie umfasst, beschreibt der Begriff „Urologie“. Auch Internist:innen, Ärzt:innen mit sexualmedizinischer Spezialisierung und Psychotherapeut:innen mit sexualmedizinischer Erfahrung können einbezogen werden. Sexuelle Funktionsstörungen gelten im Sozialversicherungsrecht nicht als Krankheit, die Kosten der Behandlung werden daher nur in Einzelfällen übernommen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (6)