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Sexualberatung

05:29

Auf den Punkt gebracht

Sexualberatung unterstützt Einzelne und Paare bei Fragen und Problemen rund um Sexualität, Partnerschaft, Familienplanung und sexuelle Identität. In Österreich bieten sie unter anderem Lebens- und Sozialberater:innen sowie die kostenlosen Familienberatungsstellen an. Sexualberatung ist keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei sexuellen Funktionsstörungen oder psychischen Erkrankungen sind Ärzt:innen, Klinische Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen zuständig.

Was ist Sexualberatung?

Sexualberatung ist ein Gesprächsangebot für alle, die Fragen zu ihrer Sexualität haben oder darunter leiden. Sexualität kann zum Wohlbefinden beitragen, laut Gesundheitsportal aber auch mit Unsicherheiten, unrealistischen Erwartungen, Leistungsdenken und Tabus verbunden sein. Dann kann sie stark belasten.

Typische Themen sind Fragen zu Sexualität und Partnerschaft, sexuelle Orientierung und Identitätsfindung sowie Familienplanung und Verhütung. Auch unterschiedlich starke Lust in einer Beziehung kann ein Anlass sein. Wird die Lustlosigkeit zum Dauerthema oder leidet die Partnerin oder der Partner darunter, rät das Gesundheitsportal zu einer Beratung.

Woher kommt die Sexualberatung in Österreich?

Öffentlich geförderte Beratung zu Sexualität gibt es in Österreich seit Jahrzehnten in den Familienberatungsstellen. Ihre Förderung wurde 1974 als Begleitmaßnahme zur Fristenlösung eingeführt, das Familienberatungsförderungsgesetz trat am 1. Jänner 1974 in Kraft. Laut Gesetz soll die geförderte Beratung neben Familienplanung auch sexuelle Belange und Partnerschaftsbeziehungen umfassen. Seither haben sich die Stellen zu allgemeinen Anlaufstellen für Familien- und Partnerschaftsfragen entwickelt.

Wer bietet Sexualberatung in Österreich an?

In Österreich gibt es rund 400 vom Bund geförderte Familien- und Partnerberatungsstellen. Die Beratung dort ist kostenlos und anonym, die Mitarbeitenden sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. In den Teams arbeiten unter anderem Ärzt:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen sowie Ehe- und Familienberater:innen. Passende Stellen lassen sich über die Suche auf familienberatung.gv.at finden.

Gewerblich ist die Beratung bei sexuellen Problemen Teil der Lebens- und Sozialberatung. Dafür braucht es eine Gewerbeberechtigung, und auch hier gilt eine gesetzliche Schweigepflicht. Wer den Befähigungsnachweis in vollem Umfang erbringt, darf sich „Diplom-Lebensberater:in“ nennen. Die Lebens- und Sozialberatung zählt allerdings nicht zu den Gesundheitsberufen.

Was unterscheidet Sexualberatung von Sexualtherapie?

Entscheidend ist, ob eine Störung mit Krankheitswert behandelt wird. Die Lebens- und Sozialberatung schließt Psychotherapie laut Gewerbeordnung ausdrücklich aus. Psychotherapie, die auch Störungen mit Krankheitswert behandelt, dürfen berufsmäßig nur eingetragene Psychotherapeut:innen ausüben.

Sexuelle Funktionsstörungen werden laut Gesundheitsportal psychotherapeutisch, organmedizinisch oder kombiniert behandelt. Verminderte Lust wird vor allem sexualtherapeutisch behandelt, wobei ein paartherapeutisches Vorgehen besonders sinnvoll ist. Laut MSD Manual kann eine Sexualtherapie Frauen und ihren Partner:innen helfen, mit Problemen im Sexualleben und in der Beziehung umzugehen. Manchmal arbeiten dabei mehrere Fachleute zusammen, etwa aus Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Psychotherapie und Physiotherapie.

Bei den Kosten gibt es einen wichtigen Unterschied. Für reine Beratung übernimmt die Sozialversicherung keine Kosten. Einen Zuschuss zur Psychotherapie gibt es in der Regel nur bei einer krankheitswertigen psychischen Störung und mit ärztlicher Bestätigung.

Wann ist eine ärztliche Abklärung wichtig?

Belasten sexuelle Beschwerden, ist ärztlicher Rat sinnvoll, vor allem wenn sie anhalten, wiederkehren oder sich verschlimmern. Das gilt auch bei hohem Leidensdruck oder einer bestehenden Erkrankung wie Diabetes. Hinter sexuellen Problemen können etwa Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen stecken. Auch manche Medikamente wie Antidepressiva, blutdrucksenkende Mittel oder hormonelle Verhütungsmittel können die Lust mindern. Erste Anlaufstelle ist meist die Allgemeinmedizin.

Bei akuten oder starken Schmerzen oder Warnzeichen wie Blut im Urin sollte sofort ärztliche Hilfe geholt oder die Rettung unter 144 gerufen werden. Wer sexuelle Gewalt erlebt, erreicht rund um die Uhr die Frauenhelpline unter 0800 222 555 und die Männerberatung unter 0800 400 777. Bei akuter Gefahr hilft die Polizei unter 133. Kinder und Jugendliche können sich anonym an Rat auf Draht unter 147 wenden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (11)