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Vorsorgeuntersuchung

05:14

Auf den Punkt gebracht

Die Vorsorgeuntersuchung ist ein kostenloser Gesundheits-Check der österreichischen Sozialversicherung. Alle Menschen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Österreich können sie einmal im Jahr nutzen, um Risikofaktoren und häufige Krankheiten früh zu erkennen. Ergänzend gibt es fachärztliche Früherkennung, etwa in der Urologie, deren Nutzen nicht bei jeder Untersuchung gesichert ist.

Was ist die Vorsorgeuntersuchung?

Die kostenlose Vorsorgeuntersuchung gehört in Österreich seit 1974 fix zum Gesundheitssystem. Seit 2005 gibt es sie als „Vorsorgeuntersuchung Neu“, ein Programm, das auch Unterschiede zwischen Frauen und Männern berücksichtigt. Auch Menschen ohne Krankenversicherung haben Anspruch, sie brauchen dafür einen Ersatzkrankenschein der Österreichischen Gesundheitskasse.

Die Untersuchung verfolgt zwei Ziele. Sie soll gesundheitliche Risikofaktoren vermeiden helfen und Krankheiten in einem möglichst frühen, noch gut behandelbaren Stadium entdecken. Schwerpunkte sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, häufige Krebsarten, Sucht und Zahnfleischerkrankungen, ab 65 Jahren auch Hören und Sehen. Mehr zu den Stufen der Vorbeugung im Glossarbegriff „Prävention“.

Wie läuft sie ab?

Die Basisuntersuchung beginnt mit einem Fragebogen und einem Gespräch über Beschwerden, frühere Behandlungen, Lebensgewohnheiten und Krankheiten in der Familie. Es folgen eine körperliche Untersuchung, eine Blutdruckmessung und die Bestimmung des Body-Mass-Index. Im Blut werden unter anderem Blutzucker, Cholesterin und Blutfette bestimmt, dafür ist Nüchternheit von acht bis zwölf Stunden nötig. Dazu kommen eine Harnuntersuchung und für Frauen das Angebot eines Krebsabstrichs vom Gebärmutterhals.

In einer Ordination sind meist zwei Termine nötig, weil die Laborwerte erst ausgewertet werden, in Gesundheitszentren der Krankenkassen oft nur einer. Im Abschlussgespräch bespricht die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse und berät bei Bedarf zu Ernährung, Bewegung und Rauchen. Mitzubringen sind die e-card, ältere Befunde und eine Liste der regelmäßig eingenommenen Medikamente. Angeboten wird die Untersuchung von Ärzt:innen für Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Lungenheilkunde mit eigenem Vorsorge-Kassenvertrag sowie in Gesundheitszentren der Krankenkassen.

Welche Zusatzuntersuchungen gibt es?

Ab einem bestimmten Alter kommen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung hinzu. Ab 45 Jahren wird alle zwei Jahre ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl oder alle zehn Jahre eine Darmspiegelung angeboten. Frauen zwischen 45 und 74 Jahren werden alle zwei Jahre ohne Überweisung zur Mammografie eingeladen. Ab 40 und ab 75 Jahren ist das auf Wunsch möglich.

Was gehört zur urologischen Vorsorge?

Zur urologischen Vorsorge gehört die Früherkennung von Prostatakrebs, die Fachärzt:innen für Urologie durchführen. Möglich sind eine Tastuntersuchung über den Enddarm und der PSA-Test, ein Bluttest auf das prostataspezifische Antigen. Die Tastuntersuchung erfasst nur oberflächliche und größere Veränderungen. Der PSA-Test ist die bisher einzige Früherkennung von Prostatakrebs, die in großen Studien untersucht wurde.

Zur allgemeinen Vorsorgeuntersuchung gehört der PSA-Test grundsätzlich nicht, weil der Nutzen eines Screenings aller Männer nicht ausreichend gesichert ist. Laut IQWiG bewahrt er etwa 3 von 1.000 Männern zwischen 55 und 69 Jahren, die über 16 Jahre teilnehmen, davor, an Prostatakrebs zu sterben. Bis zu 60 von 1.000 erhalten dagegen eine Krebsdiagnose, die ohne Test nie aufgefallen wäre.

Oft folgt eine unnötige Behandlung mit möglichen Folgen wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen. Ein erhöhter Wert kann außerdem andere Ursachen haben, etwa eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Entzündung oder Radfahren vor der Blutabnahme.

Wer einen PSA-Test erwägt, soll deshalb vorher ausführlich über Vor- und Nachteile aufgeklärt werden. Ist der Test danach erwünscht, führen ihn Fachärzt:innen für Urologie durch. Die Entscheidung ist eine persönliche Abwägung, zu der sich niemand gedrängt fühlen muss. Wer Beschwerden beim Wasserlassen hat, sollte sie unabhängig davon ärztlich abklären lassen.

Wo liegen die Grenzen?

Nicht jede Früherkennung nützt. Manche Untersuchungen können Krankheiten verhindern oder ihre Behandlung erleichtern, für andere ist kein gesundheitlicher Vorteil nachgewiesen. Nachteile entstehen etwa durch Komplikationen, durch falschen Alarm oder durch Diagnosen, die die Heilungschancen nicht verbessern. Die Teilnahme ist immer freiwillig, und es lohnt sich, die Vor- und Nachteile einer Untersuchung zu kennen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (9)