balancio

Gutartige Prostatavergrößerung

05:02

Auf den Punkt gebracht

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung wächst die Prostata mit dem Alter so stark, dass sie auf Harnröhre und Harnblase drücken kann. Typisch sind häufiger, oft nächtlicher Harndrang, ein schwacher Harnstrahl und das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer wird. Die Vergrößerung ist meist harmlos, hat nichts mit Prostatakrebs zu tun und wird je nach Beschwerden beobachtet, mit Medikamenten oder operativ behandelt.

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?

Die Prostata liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt den obersten Teil der Harnröhre. Sie bildet einen Teil der Samenflüssigkeit und ist bei jungen Männern etwa so groß wie eine Walnuss. Ihr Name geht auf das griechische Wort für „Vorsteher“ zurück.

Dass die Prostata mit den Jahren langsam wächst, ist normal. Bei manchen Männern vergrößert sie sich aber übermäßig. Fachleute sprechen dann von einer benignen, also gutartigen, Prostatahyperplasie (BPH). Verursacht die Vergrößerung Beschwerden, heißt dieses Beschwerdebild benignes Prostatasyndrom (BPS). Ohne Beschwerden ist eine vergrößerte Prostata kein medizinisches Problem.

Unter 40 Jahren ist eine vergrößerte Prostata sehr selten, danach steigt das Risiko mit dem Alter. Laut Gesundheitsportal ist etwa jeder dritte Mann über 50 betroffen. Sie erhöht auch das Risiko für Prostatakrebs nicht, mehr dazu beschreibt der Begriff „Prostatakrebs“.

Wie entsteht eine gutartige Prostatavergrößerung?

Warum die Prostata bei manchen Männern übermäßig wächst, ist nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten, dass Geschlechtshormone wie Testosteron und eine familiäre Veranlagung eine Rolle spielen. Die Größe der Prostata und die Stärke der Beschwerden hängen dabei nicht immer direkt zusammen. Als Risikofaktoren für Beschwerden gelten etwa ein metabolisches Syndrom, starkes Übergewicht und eine chronische Entzündung der Prostata.

Woran erkennt man eine gutartige Prostatavergrößerung?

Betroffene müssen häufiger und oft dringend zur Toilette, besonders in der Nacht. Es dauert eine Weile, bis der Harn kommt, der Strahl ist schwach oder tröpfelnd, und das Wasserlassen dauert länger. Danach tropft Harn nach, und die Blase fühlt sich nicht richtig leer an.

Meist entwickeln sich die Beschwerden langsam über Jahre. Bleibt viel Restharn in der Blase, kann das wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Blasensteine begünstigen und selten auf Dauer die Nieren schädigen. Ähnliche Beschwerden können auch von einer Infektion, von Prostatakrebs oder einer überaktiven Blase kommen, die ein eigener Begriff beschreibt.

Wie wird sie abgeklärt und behandelt?

Am Anfang stehen ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung, bei der die Prostata über den Enddarm abgetastet wird. Auch Medikamente werden erfragt, weil manche Beschwerden beim Wasserlassen auslösen. Dazu zählen etwa rezeptfreie Mittel gegen Allergien und abschwellende Nasenmittel, die den Harnabfluss zusätzlich behindern können. Eine Harnprobe zeigt, ob eine Infektion vorliegt.

Mit Ultraschall lassen sich die Größe der Prostata und die Restharnmenge in der Blase bestimmen, eine Harnstrahlmessung zeigt, wie schnell der Harn fließt. Der PSA-Wert im Blut kann auch bei einer gutartigen Vergrößerung erhöht sein, sein Nutzen ist hier umstritten.

Bei leichten Beschwerden genügt oft kontrolliertes Zuwarten mit regelmäßigen urologischen Kontrollen. Stören die Beschwerden stärker, kommen Medikamente infrage. Alphablocker entspannen die Muskulatur von Prostata und Blase, die Beschwerden beginnen sich meist innerhalb einiger Tage zu bessern. Alpha-Reduktase-Hemmer bremsen das Wachstum der Prostata, ihre Wirkung setzt aber oft erst nach Monaten ein. Pflanzliche Mittel sind nicht ausreichend untersucht und werden von Fachleuten oft nicht empfohlen.

Bei starken Beschwerden, wiederholten Infektionen oder einem Harnverhalt kann eine Operation sinnvoll sein. Meist wird dabei Prostatagewebe über die Harnröhre entfernt. Häufige Folge sind Störungen beim Samenerguss. Inkontinenz und Erektionsstörungen sind dagegen selten.

Wann ist rasch ärztliche Hilfe nötig?

Ist Wasserlassen gar nicht mehr möglich und bestehen starker Harndrang und starke Schmerzen im Unterbauch, kann ein akuter Harnverhalt dahinterstecken. Das ist ein medizinischer Notfall: Betroffene brauchen sofort ärztliche Hilfe, im Notfall über die Rettung unter 144. Die Blase wird mit einem Katheter entlastet. Hohes Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen können auf eine Blutvergiftung (Sepsis) durch einen Harnwegsinfekt hinweisen und brauchen ebenfalls rasch ärztliche Hilfe. Blut im Harn sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Ist diese Leistung interessant für dich?

Finde Spezialist:innen, die Gutartige Prostatavergrößerung explizit als Schwerpunkt in ihrem Profil angegeben haben.

Quellen (7)