Was ist eine Blasenentzündung?
Viele Frauen kennen das: ständiger Harndrang, und beim Wasserlassen sticht und brennt es. Eine Blasenentzündung gehört zu den Harnwegsinfektionen, also Entzündungen von Nieren, Harnleitern, Harnblase oder Harnröhre. Entzündungen von Blase und Harnröhre zählen zu den unteren Harnwegen, eine Nierenbeckenentzündung zu den oberen.
Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Etwa 10 von 100 Frauen haben mindestens eine Blasenentzündung pro Jahr, und die Hälfte von ihnen bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere. Tritt sie mindestens zweimal im Halbjahr oder dreimal im Jahr auf, sprechen Fachleute von einer wiederkehrenden Harnwegsinfektion.
Wie entsteht eine Blasenentzündung?
Meist verursachen Bakterien die Entzündung, vor allem E.-coli-Bakterien aus dem eigenen Darm. Sie gelangen über die Harnröhre in die Blase und können weiter bis ins Nierenbecken aufsteigen. Frauen haben eine kürzere Harnröhre, die zudem näher am After liegt, deshalb gelangen Bakterien bei ihnen leichter in die Blase.
Das Risiko erhöhen unter anderem Geschlechtsverkehr, ein Blasenkatheter, spermienabtötende Verhütungsmittel oder ein Diaphragma. Auch in der Schwangerschaft und ab den Wechseljahren treten Harnwegsinfektionen häufiger auf. Bei Männern kann vor allem eine vergrößerte Prostata eine Infektion begünstigen.
Woran erkennt man eine Blasenentzündung?
Typisch sind Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und häufiger, oft plötzlicher Harndrang, bei dem nur wenig Harn abgeht. Dazu können Schmerzen im Unterbauch, ein allgemeines Krankheitsgefühl und sichtbares Blut im Harn kommen. Bei Kindern zeigt sich eine Blasenentzündung oft auch durch Einnässen.
Ärzt:innen können im Gespräch oft schon abschätzen, ob eine unkomplizierte Blasenentzündung vorliegt. Oft wird der Harn zusätzlich mit einem Teststreifen untersucht, der aber auch falsche Ergebnisse liefern kann. Weitere Untersuchungen können etwa bei wiederkehrenden Infektionen, in der Schwangerschaft oder bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung nötig sein.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Kommen Fieber über 38 Grad, Schüttelfrost, Schmerzen in der Nierengegend, Übelkeit oder Erbrechen hinzu, hat sich die Entzündung möglicherweise auf die Nieren ausgebreitet. Dann sollte rasch eine Arztpraxis oder Klinik aufgesucht werden. Gelangen die Bakterien ins Blut, droht eine Urosepsis. Diese Blutvergiftung ist ein lebensbedrohlicher Notfall, auf den zum Beispiel wiederholter Schüttelfrost hinweisen kann. Dann gilt: sofort die Rettung unter 144 rufen oder die nächste Spitalsambulanz aufsuchen.
Als kompliziert gilt eine Harnwegsinfektion unter anderem bei Schwangeren, Männern, älteren Menschen, schlecht eingestelltem Diabetes oder geschwächter Abwehr. Bei Neugeborenen und Säuglingen kann sich die Infektion rasch bis zu einer Blutvergiftung ausbreiten. Hohes Fieber, eine grau-blasse Hautfarbe, Trinkschwäche oder Erbrechen sind unter anderem Gründe, sofort eine Ärztin, einen Arzt oder die nächste Spitalsambulanz aufzusuchen.
Wie wird eine Blasenentzündung behandelt?
Eine unkomplizierte Blasenentzündung klingt oft von selbst ab, bei 30 bis 50 von 100 Frauen innerhalb einer Woche auch ohne Antibiotika. Antibiotika helfen schnell und verkürzen die Krankheitsdauer, sind aber nicht immer nötig. Ob sie sinnvoll sind, klärt die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall, bei komplizierten Infektionen sind sie unverzichtbar.
Hilfreich sind ein bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag, regelmäßiges Entleeren der Blase und Wärme, etwa eine Wärmflasche. Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben und sollten nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden. Wer immer wieder eine Blasenentzündung bekommt, sollte das fachärztlich abklären lassen, damit keine andere Erkrankung übersehen wird.
Lässt sich einer Blasenentzündung vorbeugen?
Ein sicheres Rezept gibt es nicht, und viele Tipps sind wissenschaftlich kaum untersucht. Häufig empfohlen werden ausreichendes Trinken, sanfte Intimhygiene mit Wasser statt Spülungen und das Vermeiden kalter Füße. Bei Cranberry-Präparaten deuten einige Studien auf etwas seltenere Blasenentzündungen bei gesunden Frauen hin, das Ergebnis ist aber nicht gut abgesichert.
Anlaufstellen sind Ärzt:innen für Allgemeinmedizin sowie Fachärzt:innen für Urologie oder Frauenheilkunde.