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Wechseljahre

08:48

Auf den Punkt gebracht

Die Wechseljahre, fachlich Klimakterium, sind die mehrjährige Übergangszeit, in der die Eierstöcke allmählich weniger Hormone bilden und die fruchtbare Lebensphase einer Frau endet. Die Menopause ist dagegen nur ein Zeitpunkt in dieser Phase, nämlich die letzte Regelblutung. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, können aber Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen mit sich bringen.

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind der Lebensabschnitt, in dem sich das Zusammenspiel der Hormone verändert und die Monatsblutung schließlich aufhört. Manche Frauen bemerken den Beginn kaum, andere spüren ihn deutlich, etwa an unregelmäßigen Blutungen oder Hitzewallungen. Zudem fällt diese Zeit oft mit anderen Umbrüchen zusammen, etwa wenn Kinder ausziehen oder die eigenen Eltern Unterstützung brauchen.

Oft werden „Wechseljahre“ und „Menopause“ gleichgesetzt, genau genommen meinen sie aber Verschiedenes. Die Menopause ist die letzte Regelblutung und lässt sich erst im Nachhinein feststellen. Als Faustregel gilt: Ist die Blutung zwölf Monate lang ausgeblieben, war die letzte Blutung sehr wahrscheinlich die Menopause. Im Durchschnitt sind Frauen dann 51 Jahre alt, manche deutlich jünger oder älter.

Woher kommen die Begriffe?

Das Fachwort Klimakterium geht auf das griechische „klimaktér“ zurück, eigentlich eine Stufe oder Leitersprosse. In der Antike bezeichnete es einen gefahrvollen Lebensabschnitt, der nach damaliger Auffassung alle sieben Jahre eintrat. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ausdruck auf die Wechseljahre der Frau eingeengt.

„Menopause“ setzt sich aus den griechischen Wörtern für „Monat“ und „aufhören“ zusammen. Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt den Namen etwas irreführend. Es handle sich nicht um eine Pause, sondern um einen Schlusspunkt.

Was passiert dabei im Körper?

Bis zu den Wechseljahren bilden die Eierstöcke die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, die den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten. Irgendwann in den Vierzigern verringern sie allmählich ihre Hormonproduktion. Der Eisprung wird seltener, und nach dem letzten Eisprung bleibt die Monatsblutung aus.

Eine Menopause vor dem 40. Lebensjahr gilt als vorzeitig. Werden beide Eierstöcke etwa bei einer Krebsbehandlung entfernt oder bestrahlt, spricht man von einer künstlichen Menopause.

Wie verlaufen die Wechseljahre?

Der Übergang dauert mehrere Jahre und verläuft bei jeder Frau anders. Die Abschnitte vor und nach der Menopause heißen etwa Prämenopause, Perimenopause und Postmenopause, werden in den Fachquellen aber unterschiedlich abgegrenzt. Weil bis zur Menopause eine Schwangerschaft möglich ist, kann erst auf Verhütung verzichtet werden, wenn die letzte Regelblutung länger als ein Jahr zurückliegt.

Welche Beschwerden können auftreten?

Am häufigsten sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die auch nachts kommen und den Schlaf stören können. Wie lange sie anhalten, ist sehr verschieden, und die Angaben gehen auseinander. Das österreichische Gesundheitsportal nennt meist ein bis zwei, längstens fünf Jahre. Das IQWiG spricht von etwa vier bis fünf Jahren, ein internationales medizinisches Nachschlagewerk von durchschnittlich fast siebeneinhalb.

Durch den Östrogenmangel wird die Scheidenschleimhaut dünner und trockener, was Infektionen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr begünstigen kann. Möglich sind außerdem Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und weniger Lust auf Sex. Auch Depressionen und Angststörungen können auftreten, häufiger bei Frauen, die schon früher Depressionen hatten.

Das Gesundheitsportal beschreibt eine „Drittel-Regel“: Ein Drittel der Frauen hat starke, ein Drittel mittlere und ein Drittel fast keine Beschwerden. Nicht jede Veränderung geht zudem auf die Hormone zurück, deshalb sollten Beschwerden frauenärztlich abgeklärt werden.

Langfristig steigt mit dem sinkenden Östrogenspiegel das Risiko für Osteoporose. Dass die Wechseljahre selbst Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen, ist dagegen nicht belegt, das höhere Herzinfarktrisiko danach liegt wahrscheinlich am Alter. Es gibt auch Entlastung: Menstruationsbeschwerden und Verhütungssorgen fallen weg, und eine Migräne kann verschwinden.

Wie werden die Wechseljahre festgestellt?

Ab etwa 45 Jahren lassen sich die Wechseljahre meist ohne Labortests erkennen, nämlich an Zyklusveränderungen und typischen Beschwerden wie Hitzewallungen. Hormonbestimmungen im Blut sind in der Regel nicht nötig.

Was hilft bei starken Beschwerden?

Viele Frauen kommen ohne Behandlung zurecht, weil die Beschwerden mit der Zeit von selbst nachlassen. Bei starken Beschwerden kann eine kurzfristige Hormontherapie Erleichterung bringen, sie gilt derzeit als wirksamstes Mittel gegen Hitzewallungen. In Studien hatten am Ende 20 von 100 Frauen mit Hormonen noch Hitzewallungen, mit einem Scheinmedikament dagegen 66 von 100.

Früher nahmen viele Frauen über Jahre Hormone, damals „Hormonersatztherapie“ genannt, weil man einen dauerhaften Mangelzustand annahm. Das erwies sich als Irrtum. In der großen Studie „Women’s Health Initiative“ wurde die Hormonbehandlung nach etwa fünf bis sieben Jahren vorzeitig beendet, weil die Nachteile überwogen.

Eine längere Hormonbehandlung erhöht unter anderem das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle, die Kombination aus Östrogen und Gestagen auch für Brustkrebs. Nach mehr als fünf Jahren Kombinationsbehandlung bleibt das Brustkrebsrisiko wahrscheinlich auch nach dem Absetzen erhöht, und nach langer Hormontherapie wurde häufiger Demenz beobachtet.

Heute gilt deshalb: so kurz und so niedrig dosiert wie möglich, nach gründlicher Abwägung mit der Ärztin oder dem Arzt. Meist wird Östrogen mit einem Gestagen kombiniert, weil Östrogen allein die Gebärmutterschleimhaut zu stark wachsen lässt und Krebs begünstigen kann. Gegen Scheidentrockenheit gibt es lokal wirkende Hormone, hormonfrei helfen Gleitmittel oder befeuchtende Cremes. Nach dem Absetzen kommen Beschwerden oft zurück, und vor einer Schwangerschaft schützen diese Hormone nicht.

Bei Brustkrebs in der Vorgeschichte, koronarer Herzkrankheit, Thrombosen, Schlaganfall, Gebärmutterkrebs oder schweren Lebererkrankungen sollte auf Hormone verzichtet werden. Antidepressiva werden manchmal eingesetzt, ihr Nutzen gegen Wechseljahrsbeschwerden ist laut IQWiG aber nicht nachgewiesen, und sie können erhebliche Nebenwirkungen haben.

Was bringen Bewegung, Entspannung und Pflanzenmittel?

Ob Bewegung Hitzewallungen lindert, ist bisher nicht gezeigt, sie tut aber auf andere Weise gut. Sie wirkt sich günstig auf Herz, Kreislauf und Knochen aus und hilft, ein normales Gewicht zu halten.

Entspannungstechniken, Meditation oder Yoga lindern Hitzewallungen wahrscheinlich nicht, verbessern aber vielleicht Wohlbefinden und Schlaf. Anders die kognitive Verhaltenstherapie: Die Leitlinie NICE empfiehlt, eine auf die Wechseljahre zugeschnittene Form bei Hitzewallungen in Betracht zu ziehen, auch statt Hormonen.

Pflanzliche Präparate aus Soja, Rotklee oder Traubensilberkerze werden oft als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Ob sie zuverlässig helfen, ist unklar. Für Homöopathie, Akupunktur oder Fußreflexzonenmassage gibt es bislang keinen überzeugenden Nachweis einer Wirkung gegen Wechseljahrsbeschwerden. Weil auch pflanzliche Mittel Wechselwirkungen mit Medikamenten haben können, empfiehlt sich vorher ärztlicher Rat.

Traubensilberkerze kann die Leber schädigen. Bei Müdigkeit, Appetitverlust, Gelbfärbung von Haut oder Augen oder dunklem Urin sollte die Einnahme sofort beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden. Zusammen mit Östrogenen und bei Brustkrebs wird von ihr abgeraten.

Wer hilft in Österreich?

Erste Anlaufstelle sind Fachärzt:innen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologie), besonders mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie. Notwendige und zweckmäßige Untersuchungen und Behandlungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung, bei manchen Leistungen fallen Selbstbehalte oder Kostenbeiträge an.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (11)