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Migräne

05:25

Auf den Punkt gebracht

Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung mit wiederkehrenden Anfällen, bei denen meist mäßige bis starke, oft einseitige und pulsierende Kopfschmerzen auftreten. Häufig kommen Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit dazu, bei manchen geht eine Aura mit Sehstörungen voraus. Medikamente können Anfälle lindern und bei häufigen Attacken auch vorbeugen.

Was ist Migräne?

Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich heftige Kopfschmerzen ein, oft nur auf einer Kopfseite. Sie fühlen sich meist pulsierend, pochend oder hämmernd an und verstärken sich oft bei körperlicher Aktivität. Unbehandelt dauert ein Anfall zwischen vier Stunden und drei Tagen.

Von Migräne sprechen Fachleute erst, wenn die typischen Beschwerden mindestens fünfmal aufgetreten sind. Etwa 14 von 100 Frauen und 7 von 100 Männern haben wiederkehrende Anfälle. Anders als der Spannungskopfschmerz, der beidseitig und drückend ist und keine Übelkeit verursacht, ist Migräne meist deutlich stärker und schränkt mehr ein.

Woher kommt das Wort?

„Migräne“ wurde um 1700 als medizinischer Fachbegriff aus dem Französischen übernommen. Das Wort geht auf das griechische hēmikrānía zurück, was „einseitiger Kopfschmerz“ bedeutet.

Was ist eine Aura?

Als Aura bezeichnet man vorübergehende Beschwerden, die vor oder gleichzeitig mit dem Kopfschmerz auftreten können. Manche Menschen sehen dabei Lichtblitze, Flimmern oder haben einen Gesichtsfeldausfall, andere bekommen Sprachstörungen, Schwindel oder ein Kribbeln auf der Haut. Eine Aura beginnt innerhalb von Minuten und klingt meist innerhalb einer Stunde ab. Sie kann auch ganz ohne Kopfschmerzen auftreten.

Davon zu unterscheiden sind Vorboten: Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kündigt sich ein Anfall schon Stunden bis zwei Tage vorher an.

Wie entsteht Migräne?

Die Ursachen sind nicht vollständig erforscht. Fachleute vermuten, dass eine veränderte Regulation der Blutgefäße und eine veränderte Verarbeitung von Reizen und Schmerzen im Gehirn eine Rolle spielen, ebenso Entzündungsvorgänge.

Bestimmte Auslöser, sogenannte Trigger, machen einen Anfall wahrscheinlicher, lösen ihn aber nicht zwangsläufig aus. Genannt werden etwa Stress oder auch das Nachlassen von Stress am Wochenende, zu wenig Schlaf, unregelmäßige Mahlzeiten, Wetterwechsel, Alkohol und Hormonschwankungen rund um die Regelblutung. Ein Migränetagebuch kann helfen, persönliche Auslöser zu erkennen.

Was hilft bei Migräne?

Fachleute empfehlen, einen akuten Anfall möglichst früh mit Medikamenten abzufangen. Eingesetzt werden Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure und eigens für Migräne entwickelte Triptane. Vor der Einnahme rezeptfreier Mittel sollte ärztlich abgeklärt sein, dass es sich tatsächlich um Migräne handelt.

Schmerz- und Migränemittel sollten nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat genommen werden, weil sie sonst selbst Kopfschmerzen verstärken können. Bei häufigen oder schweren Anfällen kommt eine vorbeugende Behandlung infrage, etwa mit Betablockern, bestimmten Antiepileptika oder neueren Antikörpern. Bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollten vorbeugende Medikamente laut IQWiG möglichst vermieden werden, weil einige Wirkstoffe das Kind schädigen können. Zur Vorbeugung empfehlen Fachleute außerdem Ausdauersport. Auch Entspannungsverfahren und kognitive Verhaltenstherapie werden genutzt, zur Psychotherapie bei Migräne gibt es aber erst wenige Studien. Ob Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Mittel vorbeugen, lässt sich mangels aussagekräftiger Forschung nicht beurteilen. Auch solche Mittel können Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten wechselwirken.

Wann ist sofort ärztliche Hilfe nötig?

Häufige Kopfschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, bei manchen Warnzeichen ist laut Gesundheitsportal umgehend ärztliche Hilfe erforderlich. Dazu zählen neu aufgetretene tägliche Kopfschmerzen oder bekannte Kopfschmerzen, die sich in Stärke oder Häufigkeit verändern. Ebenso Fieber mit starken Kopfschmerzen sowie neue Kopfschmerzen in der Schwangerschaft oder bei einem Alter über 50 Jahren.

Das Gesundheitsportal nennt Notfälle, bei denen die Rettung unter 144 zu rufen ist. Dazu zählen schlagartig extreme Kopfschmerzen, die innerhalb von Minuten ihr Maximum erreichen, sowie Kopfschmerzen mit Augenschmerzen oder mit Nackensteife und hohem Fieber. Dasselbe gilt bei Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, Gefühlsstörungen oder Wesensveränderungen und wenn auf Kopfschmerzen Bewusstseinsstörungen oder epileptische Anfälle folgen.

Wer hilft in Österreich?

Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt, bei Verdacht auf Migräne folgt meist eine Überweisung zur Neurologie. Auch Primärversorgungseinheiten und die Gesundheitsnummer 1450 helfen weiter. Spezialisierte Kopfschmerzambulanzen lassen sich über die Österreichische Kopfschmerzgesellschaft finden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (5)