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Unerfüllter Kinderwunsch

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Auf den Punkt gebracht

Von einem unerfüllten Kinderwunsch spricht man, wenn sich eine gewünschte Schwangerschaft nicht einstellt. Medizinisch gilt das als Fruchtbarkeitsstörung, wenn trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt. Die Ursachen können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden liegen.

Was ist ein unerfüllter Kinderwunsch?

Wenn das Warten auf ein Wunschkind immer länger wird, kann eine Fruchtbarkeitsstörung dahinterstehen. Fachleute sprechen von Sterilität, umgangssprachlich von Unfruchtbarkeit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO wertet Unfruchtbarkeit als Erkrankung des Fortpflanzungssystems. Nach ihren Schätzungen ist weltweit etwa jeder sechste Mensch im fortpflanzungsfähigen Alter einmal im Leben betroffen.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen sind vielfältig und liegen etwa gleich oft bei der Frau, beim Mann oder bei beiden. Bei Frauen zählen etwa hormonelle Störungen, Endometriose, Myome oder geschädigte Eileiter dazu. Bei Männern sind es zum Beispiel eine eingeschränkte Samenqualität, verschlossene Samenleiter oder hormonelle Störungen. Manchmal bleibt die Ursache trotz Abklärung unklar.

Eine wichtige Rolle spielt das Alter, vor allem jenes der Frau, denn Eizellen werden nicht neu gebildet und ihre Zahl nimmt ab. Auch Rauchen, starker Alkoholkonsum und Übergewicht können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?

Ärztlich abklären lassen sollten sich Paare, wenn nach zwölf Monaten regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist. Frauen ab 35 Jahren wird das schon nach sechs Monaten empfohlen. Untersucht werden beide Partner:innen, erste Anlaufstellen sind Fachärzt:innen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie für Urologie und Andrologie.

Wie wird ein unerfüllter Kinderwunsch behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, etwa mit Hormonpräparaten oder einer Operation. Bei einer Insemination werden Samenzellen mit einem dünnen Schlauch direkt in die Gebärmutter eingebracht. Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) werden nach einer Hormonbehandlung Eizellen entnommen und im Labor befruchtet. Bei der ICSI wird eine Samenzelle direkt in die Eizelle gespritzt.

Die Hormonbehandlung kann belastende Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen oder Übelkeit haben. IVF und ICSI führen häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften, die für Mutter und Kind riskanter sind. Deshalb soll nach Möglichkeit nur ein Embryo eingesetzt werden. Bei IVF-Fonds-Behandlungen führen im Durchschnitt etwa 30 Prozent der Versuche zu einer Schwangerschaft und etwa ein Viertel zu einer Geburt.

Was übernimmt der IVF-Fonds in Österreich?

Der IVF-Fonds trägt unter bestimmten Voraussetzungen 70 Prozent der Kosten für IVF und ICSI, grundsätzlich für höchstens vier Versuche pro Paar. Den Selbstbehalt von 30 Prozent zahlt das Paar. Seit Juli 2025 sind das je nach Art der Klinik, Alter der Frau und Methode rund 970 bis 1.170 Euro pro Versuch, ohne Steuern.

Nötig ist eine fachärztlich festgestellte Ursache aus einer festen Liste: verschlossene Eileiter, Endometriose oder ein polyzystisches Ovarialsyndrom bei der Frau oder eine Sterilität des Mannes. Außerdem müssen andere Wege zu einer Schwangerschaft bereits ausgeschöpft sein. Beim Start eines Versuchs muss die Frau unter 40 und der Partner oder die Partnerin unter 50 Jahre alt sein. Gefördert wird nur die Behandlung in Vertragskrankenanstalten. Inseminationen und die Kosten für Samen- oder Eizellspenden übernimmt der Fonds nicht.

Wie belastet ein unerfüllter Kinderwunsch die Seele?

Ungewollt kinderlos zu sein, ist für die meisten Betroffenen sehr belastend, wenn auch nicht für alle. Manche schwanken während der Behandlung zwischen Hoffnung und Verzweiflung, fühlen sich schuldig oder als Versager:innen. Die Anspannung kann zu Erschöpfung, Ängsten, Schlafstörungen und Konzentrationsproblemen führen, und Kosten und Zeitaufwand können die Beziehung belasten. Auch das Gefühl, als kinderloser Mensch abgestempelt zu werden, kann eine Rolle spielen.

Es hilft, wenn beide Partner:innen beteiligt sind und wissen, was sie erwartet. Eine psychologische Beratung oder psychotherapeutische Betreuung begleitend zur Behandlung kann sinnvoll sein. In Österreich muss die Ärztin oder der Arzt sie bei einer medizinisch unterstützten Fortpflanzung vorschlagen. Bei IVF-Fonds-Versuchen ist eine im Rahmen der Behandlung erforderliche Betreuung im Tarif enthalten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (9)