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Endometriose

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Auf den Punkt gebracht

Bei einer Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, an Stellen, an denen es normalerweise nicht vorkommt, etwa an den Eierstöcken, am Bauchfell oder in der Gebärmutterwand. Typisch sind starke Unterleibsschmerzen rund um die Regelblutung, die Erkrankung kann aber auch die Fruchtbarkeit mindern oder ohne Beschwerden verlaufen. Heilbar ist sie bisher nicht, Schmerzmittel, Hormonbehandlungen und Operationen können die Beschwerden jedoch lindern.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt. Fachleute nennen diese Gewebsinseln Endometriose-Herde. Häufig liegen sie am Bauchfell, an Eierstöcken und Eileitern oder zwischen Gebärmutter und Enddarm, manchmal auch an Blase oder Darm. Die Herde sind gutartig, Krebs entsteht aus ihnen laut IQWiG nur extrem selten.

Der Name leitet sich vom Fachwort Endometrium für die Gebärmutterschleimhaut ab. Laut medizinhistorischen Übersichten zeigte der Forscher Sampson in den 1920er-Jahren als Erster, dass sich die Herde wie Gebärmutterschleimhaut verhalten, und stellte eine Theorie zu ihrer Entstehung vor. Endometriose zählt zu den häufigsten Unterleibserkrankungen. Schätzungen zufolge ist weltweit etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen, genaue Zahlen gibt es nicht.

Woran erkennt man eine Endometriose?

Das häufigste Anzeichen sind Unterleibsschmerzen, oft vor oder während der Regelblutung, manchmal auch dazwischen. Sie sind meist krampfartig, können in Rücken und Beine ausstrahlen und von Übelkeit oder Durchfall begleitet sein. Je nach Lage der Herde kommen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder Wasserlassen, starke oder unregelmäßige Blutungen und Probleme, schwanger zu werden, hinzu.

Wie stark die Beschwerden sind, hängt nicht von der Größe der Herde ab. Ein kleiner Herd kann sehr schmerzhaft sein, eine ausgedehnte Endometriose dagegen unbemerkt bleiben. Chronische Schmerzen können zu Müdigkeit, Ängsten oder depressiven Verstimmungen führen und Partnerschaft und Beruf belasten. Nach den Wechseljahren lassen die Beschwerden meist nach.

Wie entsteht eine Endometriose?

Die Herde verhalten sich wie die Schleimhaut in der Gebärmutter. Sie bauen sich im Monatszyklus auf und bluten bei der Regel mit, doch Blut und Gewebereste können nicht abfließen. So können Entzündungen, Verwachsungen, Narben und Zysten entstehen, an den Eierstöcken etwa die sogenannten „Schokoladenzysten“.

Warum sich die Herde bilden, ist nicht genau geklärt. Bei neun von zehn Frauen fließt während der Regel etwas Blut über die Eileiter in den Bauchraum. Fachleute vermuten, dass sich dabei Schleimhautreste ansiedeln können. Auch Hormone, das Immunsystem und eine familiäre Veranlagung spielen vermutlich eine Rolle.

Wie wird Endometriose abgeklärt und behandelt?

Starke Regelschmerzen werden oft für normal gehalten, und weil Unterleibsbeschwerden viele Ursachen haben können, wird eine Endometriose häufig erst nach längerer Zeit erkannt. Erste Anlaufstelle ist meist die Frauenärztin oder der Frauenarzt. Nach Gespräch, gynäkologischer Untersuchung und Ultraschall lässt sich die Erkrankung vermuten. Sicher feststellen lässt sie sich mit einer Bauchspiegelung (Laparoskopie), die aber nicht immer vor einer Behandlung nötig ist.

Welche Behandlung passt, hängt davon ab, ob Schmerzen, ein Kinderwunsch oder beides im Vordergrund stehen. Gegen Schmerzen werden häufig nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt, die über längere Zeit nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden sollten. Hormonpräparate bremsen das Wachstum der Herde, wirken aber meist auch verhütend, und nach dem Absetzen kehren die Beschwerden häufig zurück.

Bei einer Operation werden Herde und Verwachsungen möglichst vollständig entfernt. Laut Gesundheitsportal haben danach 75 von 100 Frauen weniger Schmerzen, bei einer von fünf bilden sich innerhalb von fünf Jahren neue Herde. Bei chronischen Schmerzen kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein, zu der laut WHO auch Physiotherapie und kognitive Verhaltenstherapie gehören können.

Was bedeutet Endometriose für den Kinderwunsch?

Laut Gesundheitsportal sind 30 bis 50 von 100 Frauen mit Endometriose unfruchtbar, der Zusammenhang ist aber nicht vollständig geklärt. Herde, Verwachsungen und Zysten können etwa die Einnistung einer befruchteten Eizelle behindern. Ob auch eine leichte Endometriose die Fruchtbarkeit mindert, ist unsicher. Kommt es zu einer Schwangerschaft, schadet die Erkrankung ihr nicht.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)