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Psychosoziale Beratung

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Auf den Punkt gebracht

Psychosoziale Beratung unterstützt Menschen bei persönlichen, familiären, partnerschaftlichen und beruflichen Fragen sowie in schwierigen Lebenslagen. In Österreich ist sie als Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung geregelt, zu dem auch die psychologische Beratung gehört. Die Psychotherapie ist davon ausdrücklich ausgenommen, und Lebens- und Sozialberatung zählt nicht zu den Gesundheitsberufen.

Was ist psychosoziale Beratung?

Psychosoziale Beratung begleitet Menschen, die mit einer belastenden Frage oder Situation nicht allein weiterkommen. Das Wort „psychosozial“ beschreibt psychische Vorgänge, die durch soziale Gegebenheiten wie Sprache, Kultur oder Gesellschaft mitgeprägt sind. Entsprechend geht es in der Beratung um den Menschen in seinen Beziehungen und seinem Umfeld.

Die Gewerbeordnung nennt als Anlässe vor allem Persönlichkeitsprobleme, Ehe- und Familienprobleme, Erziehungsprobleme, Berufsprobleme und sexuelle Probleme. Zur Lebens- und Sozialberatung gehört ausdrücklich auch die psychologische Beratung, mit Ausnahme der Psychotherapie. Die Wirtschaftskammer ergänzt Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung, Problemlösung und die Verbesserung der Beziehungsfähigkeit. In der Verordnung über die Zugangsvoraussetzungen zum Gewerbe steht die Lebens- und Sozialberatung mit dem Zusatz „Psychosoziale Beratung“.

Wie läuft eine psychosoziale Beratung ab?

Ein Kernelement ist die Aufklärung und Auftragsklärung, also was die ratsuchende Person erreichen möchte und was die Beratung leisten kann. So bezeichnet es der Ausbildungsplan in der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung. Beraten wird einzeln, als Paar, als Familie oder im Team, auch Online-Beratung ist Teil der Ausbildung.

Die Themen hängen vom Schwerpunkt der Beratenden ab. Sie reichen von Erziehungs- und Familienfragen über Paar- und Sexualberatung bis zu Konflikten, Trauer und Verlust oder der Vorbeugung von Stress und Burnout. Auch Krisenintervention gehört zur Ausbildung.

Lebens- und Sozialberater:innen sind gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Angebote müssen sie so beschreiben, dass Klient:innen Leistungen und Kosten vollständig überblicken.

Wer bietet psychosoziale Beratung in Österreich an?

Wer psychosoziale Beratung gewerblich anbietet, braucht eine Gewerbeberechtigung für die Lebens- und Sozialberatung. Den Zugang eröffnet etwa ein Bachelor Professional in Psychosozialer Beratung oder ein Lehrgang mit mindestens 4.500 Zeitstunden in sechs Semestern samt Befähigungsprüfung. Wer bereits eine passende Ausbildung hat, etwa in Sozialarbeit, Psychologie oder Pflege, absolviert verkürzte Module. Wer den Befähigungsnachweis in vollem Umfang erbringt, darf die Bezeichnung „Diplom-Lebensberater:in“ führen.

Auch im Beruf bleiben Pflichten bestehen: Lebens- und Sozialberater:innen müssen jährlich mindestens 16 Stunden Fortbildung besuchen und regelmäßig Supervision in Anspruch nehmen. Beratung gehört außerdem zu den Aufgaben von Klinischen Psycholog:innen und Gesundheitspsycholog:innen. Sie beraten etwa zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder zur Förderung der Gesundheit.

Kostenlose und anonyme Beratung bieten die vom Bund geförderten Familienberatungsstellen an. Dort geht es unter anderem um Familienplanung, Familienangelegenheiten, Partnerschaft und Sexualität.

Wo liegt die Grenze zur Behandlung?

Psychosoziale Beratung richtet sich an Menschen in schwierigen Situationen, eine Heilbehandlung ist sie nicht: Lebens- und Sozialberatung zählt laut Gesundheitsportal nicht zu den Gesundheitsberufen. Nach den Standesregeln gilt es als standeswidrig, Aufträge anzunehmen oder eine Beratung fortzusetzen, obwohl eine Krankheit vorliegt oder absehbar ist, dass Beratung nicht helfen kann.

Gibt es Anzeichen einer Krankheit, müssen Berater:innen nachweislich empfehlen, einen passenden Gesundheitsberuf aufzusuchen. Das kann der Abklärung dienen oder einer Behandlung. Auch Psychiatrie und Sozialeinrichtungen als Anlaufstellen für eine solche Weitervermittlung sind Teil der Ausbildung.

In einer akuten Krise oder bei Gedanken an Suizid hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142, Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147. Im Notfall ist die Rettung unter 144 zu rufen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (10)