Was ist eine Fußreflexzonenmassage?
Die Fußreflexzonenmassage ist eine Variante der Massage, bei der manueller Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes ausgeübt wird. Diese sogenannten Reflexzonen sollen einzelnen Organen oder Körperteilen entsprechen. Die Methode setzt also voraus, dass der gesamte Körper verkleinert auf der Fußsohle dargestellt ist. Ähnliche Zonen werden auch an der Handfläche und am Ohr beschrieben.
Nach der Vorstellung der Methode lösen sich durch die Stimulation einer Zone Blockaden, die für Schmerzen oder Beschwerden im zugeordneten Körperteil verantwortlich gemacht werden. Die Fußkarten, die Zonen und Organe einander zuordnen, sind allerdings nicht einheitlich. Nicht zu verwechseln sind die Reflexzonen mit den sogenannten Head-Zonen, also Hautbereichen, die bei Erkrankungen innerer Organe überempfindlich werden können.
Woher kommt die Fußreflexzonenmassage?
Die heutige Methode geht auf die „Zonentherapie“ des US-amerikanischen Arztes William Fitzgerald zurück. 1917 erschien sein gemeinsam mit Edwin Bowers verfasstes Buch „Zone Therapy“. Darin teilte er den Körper in zehn Längszonen ein, fünf auf jeder Seite. Druck auf diese Zonen sollte Schmerzen lindern. Laut dem Vorwort war Fitzgerald Nasen- und Halschirurg an einem Spital in Hartford und hatte zuvor zwei Jahre als Assistent in Wien gearbeitet.
In den 1930er- und 1940er-Jahren veränderte die US-Amerikanerin Eunice Ingham die Methode und nannte sie „Reflexology“. Ihre Form wird bis heute angewendet. Im deutschen Sprachraum erschien 1975 das Buch „Reflexzonenarbeit am Fuß“ von Hanne Marquardt. Es wurde seither vielfach neu aufgelegt und in mehrere Sprachen übersetzt.
Wie läuft eine Fußreflexzonenmassage ab?
Bei der Behandlung werden einzelne Punkte und Bereiche am Fuß mit den Fingern gedrückt und massiert. Eine Übersichtsarbeit nennt zwei international verbreitete Richtungen, die Ingham-Methode ohne Hilfsmittel und die Rwo-Shur-Methode, die etwa mit einem Holzstäbchen arbeitet.
Wie bei anderen Massagen kann es zu leichtem Unwohlsein oder einer vorübergehenden Verschlechterung der Beschwerden kommen. Bei erhöhter Blutungsneigung sind Blutergüsse möglich. Auf Knochen, die von Osteoporose oder Krebsabsiedelungen betroffen sind, darf kein direkter Druck ausgeübt werden. Bei Hautkrankheiten, Entzündungen oder Schwellungen an den Füßen sowie bei Fieber und Infekten rät die genannte Übersichtsarbeit von der Behandlung ab. Zur Diagnose von Krankheiten wird die Methode nicht eingesetzt.
Was sagt die Forschung?
Dass Druck auf bestimmte Fußzonen gezielt auf Organe wirkt, ist nicht belegt. Auch hochwertige Studien konnten eine Wirksamkeit bisher nicht überzeugend nachweisen. Die meisten Studien zeigen eher unspezifische Wirkungen wie Entspannung, die sich nicht von einer gewöhnlichen Massage unterscheiden lassen.
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2011 fand 23 Studien zu verschiedenen Erkrankungen, die methodisch oft schwach waren. Ihr Fazit lautet, dass die Fußreflexzonenmassage für keine Erkrankung überzeugend als wirksam belegt ist. Auch eine Übersicht zu einer angeblich verbesserten Durchblutung der Organe fand dafür keine überzeugenden Hinweise. Für Schmerzen in der Palliativversorgung gibt es nur Belege niedriger Qualität. Bei Menschen mit Krebs sind die Ergebnisse uneinheitlich, eine klare Aussage zur Wirksamkeit ist laut einer Übersicht von 2024 nicht möglich.
Wer bietet Fußreflexzonenmassage in Österreich an?
In Österreich gehört die Fußreflexzonenmassage als Form der Reflexzonenmassage zum Gewerbe der Massage. Gewerbliche Masseur:innen arbeiten laut Wirtschaftskammer nicht zu therapeutischen Zwecken, ihr Arbeitsgebiet ist die Steigerung des Wohlbefindens.
Massagen zu Heilzwecken übernehmen medizinische Masseur:innen und Heilmasseur:innen, zu deren Berufsbild Reflexzonenmassagen gehören. Dafür sind immer eine ärztliche Diagnose und Anordnung nötig. Damit die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernimmt, braucht es eine ärztliche Verordnung.