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Aggression

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Auf den Punkt gebracht

Aggression ist ein Verhalten, das darauf abzielt, einer anderen Person zu schaden, etwa körperlich, mit Worten oder durch Eingriffe in ihre Beziehungen. Dahinter kann Wut stehen, ein Gefühl, das zum Leben gehört. Wer schwer mit Wut und Aggression zurechtkommt, kann einen anderen Umgang damit lernen und findet dafür Beratung und Behandlung.

Was ist Aggression?

Aggression bezeichnet eine Verhaltensweise, die auf die Schädigung einer anderen Person abzielt. Das kann ein körperlicher Angriff sein, ein Angriff mit Worten wie Beschimpfungen oder ein schädliches Eingreifen in die sozialen Beziehungen der angegriffenen Person. Gewalt gilt als Unterform der Aggression, die eine schwere Schädigung nach sich zieht, zum Beispiel als psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt.

Das Wort stammt vom lateinischen „aggressio“ für „Angriff“. Es geht auf das Verb „aggredi“ zurück, das „auf jemanden zugehen, angreifen“ bedeutet.

Wie hängen Wut und Aggression zusammen?

Wut ist ein Gefühl, Aggression dagegen ein Verhalten. Wut zeigt sich etwa durch schnelleren Herzschlag, Muskelspannung und ein Hitzegefühl, durch Nervosität oder leichte Reizbarkeit. Manche Menschen werden dabei aggressiv, andere zeigen ihre Wut nicht nach außen.

Wut kann eine gesunde Reaktion sein und dazu motivieren, etwas zu verändern. Wutausbrüche können dagegen Schwierigkeiten in der Arbeit oder in Beziehungen verursachen. Wut kann auch so stark werden, dass sie zu Gewalt führt.

Wie entsteht Aggression?

Wut entsteht etwa, wenn sich jemand an etwas gehindert, ungerecht behandelt, machtlos, bedroht oder angegriffen fühlt. Stress, ein seelisches Trauma oder eine Persönlichkeitsstörung können den Umgang mit Wut erschweren. Eine Rolle spielt auch, wie in der Familie mit Wut umgegangen wird. Die Neigung, auf Stress mit Wut, Feindseligkeit oder Aggression zu reagieren, kann zum Teil genetisch beeinflusst sein. Alkohol oder Drogen können aggressiver machen.

Was hilft bei der Aggressionsbewältigung?

Fachleute empfehlen, das Gefühl zunächst wahrzunehmen, ohne gleich etwas zu sagen oder zu tun, denn meist klingt es nach einiger Zeit ab. Langsames Zählen bis zehn und ruhiges Atmen verschaffen Zeit, Bewegung kann helfen, Stress abzubauen. Entlastend kann ein Gespräch mit jemandem sein, der mit der Situation nichts zu tun hat.

Wer etwas Ärgerliches ansprechen möchte, kann eine Ich-Botschaft verwenden, etwa „Ich finde die Musik zu laut“. Vorwürfe und Unterstellungen machen die Lage dagegen meist schwieriger. Nicht hilfreich sind laut Fachleuten Alkohol, Drogen, Zigaretten, Glücksspiel und starker Rückzug.

Bei Schwierigkeiten im Umgang mit Wut unterstützen Beratungsstellen wie Männer- oder Frauenberatungen sowie Psychotherapeut:innen und Klinische Psycholog:innen. Für die kognitive Verhaltenstherapie fand eine Auswertung vieler Übersichtsarbeiten aus dem Jahr 2012 eine mittlere Wirkung bei Ärger- und Aggressionsproblemen, hielt aber weitere gut kontrollierte Studien für nötig.

Was gilt bei Gewalt in Österreich?

Bei drohender Gewalt kann die Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot aussprechen. Es untersagt der gefährdenden Person, die Wohnung der gefährdeten Person zu betreten und sich ihr auf weniger als 100 Meter zu nähern. Für längeren Schutz können Betroffene beim Bezirksgericht eine einstweilige Verfügung beantragen. Seit 1. September 2021 muss die gefährdende Person danach eine sechsstündige Gewaltpräventionsberatung absolvieren. Ziel ist ein sofortiger und nachhaltiger Gewaltstopp, mehr Sicherheit für Betroffene und bei Bedarf die Vermittlung an längerfristige Angebote wie Anti-Gewalt-Trainings.

Wer Gewalt erlebt oder akut bedroht ist, erreicht die Polizei unter 133. Die Frauenhelpline gegen Gewalt hilft rund um die Uhr unter 0800 222 555. Männer in Krisen- und Gewaltsituationen erreichen rund um die Uhr die Männerberatung unter 0800 400 777. In einer akuten seelischen Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142. Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147, im Notfall hilft die Rettung unter 144.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)