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Konfliktcoaching

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Auf den Punkt gebracht

Konfliktcoaching ist eine zeitlich begrenzte Beratung, in der ein Coach eine einzelne Person dabei begleitet, mit einem Konflikt besser umzugehen. Anders als bei der Mediation muss die Gegenseite dafür nicht mitmachen. Coaching zählt in Österreich nicht zu den Gesundheitsberufen und ersetzt keine Behandlung psychischer Erkrankungen.

Was ist Konfliktcoaching?

Konfliktcoaching ist ein Coaching, das sich ganz auf Konflikte und den Umgang damit konzentriert. Anlass kann etwa ein Streit sein, der sich hinzieht, unter Kolleg:innen oder mit Vorgesetzten. Solche ungelösten Konflikte werden laut Gesundheitsportal häufig zur Belastung und erzeugen Stress, Ärger und Ängste.

Im Konfliktcoaching arbeitet der Coach nur mit einer Konfliktpartei. Ziel ist, den Konflikt besser zu verstehen, eigene Strategien zu entwickeln und die Gesprächsfähigkeit zu stärken. Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen nennt Konflikte als Coachingthema im Beruf und im Privatleben.

Woher kommt Konfliktcoaching?

Ein Fachartikel von 2012 führt Konfliktcoaching auf das Führungskräftecoaching zurück. Er stützt sich unter anderem auf englischsprachige Arbeiten aus den 2000er-Jahren, und noch 2011 nannte eine Studie Konfliktcoaching ein neues Verfahren. Coaching selbst wurde laut Österreichischem Coachingdachverband aus dem Sport auf das Management übertragen.

Wie läuft ein Konfliktcoaching ab?

Am Anfang legen Coach und Klient:in gemeinsam Inhalte und Ziele fest. Die eigentliche Veränderungsarbeit leisten laut Wirtschaftskammer die Gecoachten selbst, sie bestimmen auch, wie tief das Coaching geht.

In den Sitzungen lassen sich schwierige Gespräche durchspielen und Strategien erproben. Coaches regen dabei meist an, den Konflikt auch aus der Sicht der anderen Seite zu betrachten. Weil diese nicht anwesend ist, bleiben ihre Reaktionen allerdings Vermutung. Nicht jede Strategie passt deshalb später im echten Gespräch. Für eine Sitzung nennt der Fachartikel einen Richtwert von 45 bis 75 Minuten, üblich sind mehrere Termine.

Wie unterscheidet sich Konfliktcoaching von Mediation und Konfliktmanagement?

Ein wesentlicher Unterschied zur Mediation liegt in der Zahl der Beteiligten. Mediation ist nach österreichischem Gesetz eine freiwillige Tätigkeit, bei der eine neutrale, ausgebildete Person die Kommunikation zwischen den Parteien fördert. Diese sollen so selbst eine Lösung finden. Konfliktcoaching braucht dagegen nur eine Person und passt laut Fachartikel, wenn die andere Seite nicht mitmachen will oder kann.

Konfliktmanagement ist der weitere Begriff. Es umfasst neben der Lösung von Konflikten auch Vorbeugung und Eindämmung. Konfliktcoaching zielt laut Fachartikel eher darauf, den Umgang mit Konflikten zu stärken, als einen bestimmten Streit beizulegen.

Wer bietet Konfliktcoaching in Österreich an?

Die Bezeichnung „Coach“ ist in Österreich nicht geschützt, die selbstständige Ausübung von Coaching ist aber laut Arbeitsmarktservice eine gewerbliche Tätigkeit. Sie gehört je nach Ausrichtung zum Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung oder der Unternehmensberatung. Auch Psychotherapie, Gesundheitspsychologie und Klinische Psychologie schließen Coaching laut Arbeitsmarktservice als Tätigkeit ein.

Was weiß man über die Wirkung?

In der medizinischen Literaturdatenbank PubMed findet sich zum Konfliktcoaching keine kontrollierte Studie und nur eine Handvoll Arbeiten. Eine Fallstudie in zwei Spitälern schulte 20 Pflegeführungskräfte als Konfliktcoaches. Die Beteiligten berichteten von besserer Konfliktkommunikation, der Autor hält aber weitere Forschung für nötig. Für Coaching am Arbeitsplatz allgemein berichten Übersichtsarbeiten seit über zehn Jahren einen moderaten positiven Effekt.

Wo liegen die Grenzen?

Coaching ersetzt keine medizinische, psychologische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei psychischen Erkrankungen ist ein sinnvoller Coachingprozess laut Wirtschaftskammer oft nicht möglich. Vermuten Coaches eine Erkrankung, sollen sie eine Abklärung bei einem passenden Gesundheitsberuf empfehlen.

Auch die Schärfe eines Konflikts setzt Grenzen. Der Coachingdachverband hält Konfliktcoaching bis zur fünften von neun Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl für möglich. Auf dieser Stufe ist im Modell kein Vertrauen mehr vorhanden. Danach braucht es laut Dachverband eine andere Struktur und direktivere Regeln, wie sie die Mediation bietet.

Gehen Konflikte in Mobbing, Belästigung oder Gewalt über, nennt das Gesundheitsportal Betriebsrat, Arbeitsmedizin, Personalverantwortliche und die Arbeiterkammer als Anlaufstellen. Bei Suizidgedanken hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (16)