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Mobbing

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Auf den Punkt gebracht

Mobbing bezeichnet gezielte und wiederholte Angriffe auf eine unterlegene Person, die sich über längere Zeit ziehen und sie ausgrenzen, abwerten oder verdrängen. Es kommt vor allem am Arbeitsplatz und in der Schule vor, über soziale Netzwerke und Messenger auch im Internet. Mobbing kann die psychische und körperliche Gesundheit stark belasten.

Was ist Mobbing?

Mobbing ist eine Form psychischer Gewalt, bei der eine oder mehrere Personen immer dieselbe Person systematisch angreifen, etwa durch Demütigungen, Drohungen oder Lächerlichmachen vor anderen. Am Arbeitsplatz steht im Zentrum ein ungelöster Konflikt, aus dem statt einer Lösung entwürdigendes Verhalten wird.

Nicht jeder Streit ist Mobbing. Anders als ein alltäglicher Konflikt wird Mobbing gezielt und über längere Zeit betrieben, um eine Person zu isolieren, zu schwächen oder vom Arbeitsplatz zu vertreiben.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort ist ein Pseudoanglizismus, also eine Bildung nach englischem Muster, und geht auf das selten belegte englische „to mob“ für „sich zusammenrotten, anpöbeln“ zurück. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz beschrieb, wie Gänse gemeinsam einen Fuchs angreifen, der jeder einzelnen überlegen ist. Der schwedische Arzt P. P. Heinemann übertrug dieses Gruppenverhalten unter dem Wort „mobbing“ auf Menschen. Um 1990 verbreitete Heinz Leymann den Begriff mit Bezug auf den Arbeitsplatz.

Woran erkennt man Mobbing?

Typisch sind Angriffe auf soziale Beziehungen, auf die Kommunikation, auf die berufliche Situation, auf die Gesundheit und auf das Ansehen. Beispiele sind Ignorieren, ständiges Unterbrechen, sinnlose Aufgaben, falsche Bewertungen der Arbeit und das Verbreiten von Gerüchten.

Mobbing verläuft gewöhnlich in Phasen, von ungelösten Konflikten über offene Abwertung bis zur Ausgrenzung, an deren Ende etwa Kündigung oder Versetzung stehen.

Wie zeigt sich Mobbing in der Schule und im Netz?

In der Schule meint Mobbing herabsetzende und ausgrenzende Handlungen, die sich systematisch und dauerhaft gegen einzelne Schüler:innen richten. In der Wissenschaft heißt das meist Bullying. Neben Täter:innen und Betroffenen spielen Mitschüler:innen eine Rolle, die zuschauen oder wegsehen, denn ein solches Verhalten erleichtert Mobbing.

Cybermobbing läuft über soziale Netzwerke, Messenger, SMS oder E-Mails und endet deshalb nicht am Schultor. In Österreich ist es seit 1. Jänner 2016 strafbar. Strafbar macht sich unter bestimmten Voraussetzungen, wer eine Person über das Internet oder das Handy etwa durch Beleidigung oder üble Nachrede in ihrer Ehre verletzt und das für eine größere Zahl von Menschen über längere Zeit wahrnehmbar macht. Gleiches gilt für das Verbreiten von Tatsachen oder Bildern aus ihrem höchstpersönlichen Lebensbereich ohne Zustimmung, etwa Nacktfotos oder Angaben zu Krankheiten. Auch Mobbing am Arbeitsplatz kann zur Anzeige gebracht werden, wenn einzelne Handlungen strafbar sind, etwa Nötigung, Verleumdung oder üble Nachrede.

Welche Folgen kann Mobbing haben?

Mobbing verursacht seelischen Leidensdruck und kann ein seelisches Trauma auslösen. Im Verlauf häufen sich oft Beschwerden wie Schlafstörungen, Panikattacken, Suchterkrankungen oder Depressionen. Bei Schüler:innen leiden zudem Selbstwertgefühl und schulische Leistungen, manche brechen die Schule ab.

Mobbing kann so stark belasten, dass Betroffene an Suizid denken. In einer akuten Krise hilft die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 142. Kinder und Jugendliche erreichen Rat auf Draht unter 147, im Notfall hilft die Rettung unter 144.

Was hilft bei Mobbing?

Meist hört Mobbing nicht von allein auf, deshalb ist es wichtig, Hilfe zu suchen. Ein Mobbing-Tagebuch hält Vorfälle fest, Beweise wie E-Mails oder Nachrichten sollten gesichert werden. Hilfreich sind außerdem klare Grenzen und Zeit mit vertrauten Menschen, in der Mobbing keinen Platz hat. Bei starkem Leidensdruck kann professionelle Hilfe für die Psyche notwendig sein.

Arbeitgeber:innen haben eine gesetzliche Fürsorgepflicht und müssen einschreiten, wenn sie von Mobbing erfahren. Möglich sind etwa eine Mediation, eine Ermahnung oder die Kündigung mobbender Personen.

Wer hilft in Österreich?

Im Betrieb können Betriebsrat, Betriebsärzt:in, Personalabteilung oder Führungskraft erste Ansprechstellen sein. Außerhalb des Betriebs berät die Arbeitsrechtsberatung der Arbeiterkammer im jeweiligen Bundesland. In der Schule unterstützen Lehrkräfte, Beratungs- und Vertrauenslehrer:innen sowie die Schulpsychologie. Kinder und Jugendliche finden außerdem Hilfe bei Rat auf Draht und den Kinder- und Jugendanwaltschaften der Bundesländer.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (8)