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Selbstwertgefühl

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Auf den Punkt gebracht

Das Selbstwertgefühl beschreibt, wie ein Mensch das Bild bewertet, das er von sich selbst hat. Die Psychologie spricht meist kurz vom Selbstwert und versteht darunter eine grundlegende Einstellung zur eigenen Person. Ein niedriger Selbstwert und seelische Belastungen wie Depressionen hängen eng zusammen.

Was ist das Selbstwertgefühl?

Der Selbstwert ist die Bewertung des eigenen Selbstbildes, also all dessen, was ein Mensch über seine Eigenschaften, Fähigkeiten, Interessen und Gefühle zu wissen glaubt. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Gefühl, sondern um eine Einstellung. Im Alltag ist trotzdem oft vom Selbstwertgefühl die Rede. Verwandte Alltagswörter sind Selbstachtung, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein.

Menschen mit niedrigem Selbstwert neigen zu Selbstkritik. Die Ursache für Fehler und Misserfolge suchen sie vor allem bei sich selbst und erleben sich dadurch als wertlos. Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt ein geringes Selbstbewusstsein ähnlich: Die negative Sicht auf die eigene Person überwiegt, manche meiden dann Treffen oder probieren wenig Neues aus.

Woher kommt der Begriff?

Schon der Psychologe William James befasste sich 1890 in seinem Werk „The Principles of Psychology“ mit dem Selbstwert. Er beschrieb ihn als Verhältnis zwischen Erfolg und eigenen Ansprüchen. Der Selbstwert steigt demnach, wenn mehr gelingt, aber auch dann, wenn jemand weniger von sich verlangt.

Für die Forschung wichtig wurde später ein Fragebogen von Morris Rosenberg. Er entstand in den 1960er-Jahren mit Schüler:innen aus dem US-Bundesstaat New York und besteht aus zehn Aussagen über sich selbst. Die Rosenberg-Skala wird bis heute verwendet, um den Selbstwert zu erfassen.

Wie entwickelt sich der Selbstwert?

Der Selbstwert ist teils erblich und teils durch Erfahrungen bedingt. Laut Gesundheitsportal beginnt die Entwicklung des Selbstbewusstseins schon in der Kindheit, wenn Eltern, Geschwister und Freund:innen positive und negative Rückmeldungen geben. Negative Rückmeldungen bleiben dabei manchmal stärker im Gedächtnis. Auch Stress, schwierige Lebenslagen oder schwere Erkrankungen können sich ungünstig auswirken.

Über das ganze Leben betrachtet steigt der Selbstwert im Durchschnitt lange an. Eine Auswertung von Langzeitstudien mit Menschen zwischen 4 und 94 Jahren fand den höchsten Stand um das 60. Lebensjahr. Bis etwa 70 blieb er gleich, danach sank er wieder, im sehr hohen Alter deutlicher.

Wie hängen Selbstwert und psychische Gesundheit zusammen?

Ein hoher Selbstwert hängt mit Wohlbefinden und psychischer Gesundheit zusammen, hat aber auch Schattenseiten. Menschen mit hohem Selbstwert fällt es oft schwer, ein Ziel aufzugeben, selbst wenn sich das Durchhalten nicht mehr lohnt. Als ungünstig gilt außerdem ein Selbstwert, der schwankt.

Ein niedriger Selbstwert kann Ursache und Folge seelischer Belastungen sein. Eine Depression kann das Selbstwertgefühl laut Gesundheitsportal stark beeinträchtigen. In der anderen Richtung sagte ein niedriger Selbstwert in einer Auswertung von 77 Langzeitstudien spätere depressive Beschwerden voraus, und zwar etwas stärker als umgekehrt. Bei Essstörungen leiden Betroffene meist unter einem niedrigen Selbstwertgefühl. Diäten und Fasten können eine Essstörung begünstigen, vor allem bei Jugendlichen mit geringem Selbstwert.

Was kann den Selbstwert stärken?

Für ein gestärktes Selbstbewusstsein nennt das Gesundheitsportal unter anderem, negative Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“ zu hinterfragen und aufzuschreiben, was gut gelingt. Hilfreich sind demnach auch Kontakte, die guttun, Nachsicht mit sich selbst und neue Herausforderungen, selbst wenn nicht alles beim ersten Anlauf klappt. Bewegung kann laut Gesundheitsportal ebenfalls den Selbstwert stärken.

Auch in der Psychotherapie wird ein niedriger Selbstwert gezielt behandelt. Eine Übersichtsarbeit von 2018 wertete acht Studien zu Programmen der kognitiven Verhaltenstherapie aus. Vor allem bei wöchentlichen Sitzungen besserte sich der Selbstwert direkt nach der Behandlung deutlich, gemessen mit Fragebögen zur Selbsteinschätzung. Unklar blieb, ob sich diese Programme wesentlich von einer Behandlung gegen Depressionen unterscheiden.

Selbstwert oder Selbstwirksamkeit?

Die beiden Begriffe klingen ähnlich, meinen aber Verschiedenes. Der Selbstwert betrifft die Bewertung der eigenen Person als Ganzes. Selbstwirksamkeit ist enger gefasst und meint die Überzeugung, schwierige Aufgaben aus eigener Kraft bewältigen zu können. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Selbstwirksamkeit“.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (13)