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Selbstwirksamkeit

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Auf den Punkt gebracht

Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, neue oder schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können. Das Konzept geht auf den Psychologen Albert Bandura zurück, der es 1977 vorstellte. Das österreichische Gesundheitsportal zählt Selbstwirksamkeit zu den Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit.

Was ist Selbstwirksamkeit?

In der Fachsprache heißt sie auch Selbstwirksamkeitserwartung oder Kompetenzerwartung. Gemeint ist die persönliche Überzeugung, eine Anforderung dank eigener Fähigkeiten zu meistern. Gebraucht wird diese Überzeugung vor allem bei Aufgaben, die Anstrengung und Ausdauer verlangen. Das Gesundheitsportal beschreibt sie als das Gefühl, frei über das eigene Handeln zu entscheiden und Vorhaben gut umsetzen zu können, also „Frau/Herr über sein Leben“ zu sein.

Selbstwirksamkeit kann sich auf einen bestimmten Bereich beziehen, etwa auf das Lernen oder auf regelmäßigen Sport. Die allgemeine Selbstwirksamkeit drückt dagegen die Zuversicht aus, die Anforderungen des Lebens generell bewältigen zu können. Ein typischer Satz dafür lautet: „Wenn ein Problem auftaucht, kann ich es aus eigener Kraft meistern.“

Woher kommt das Konzept?

Albert Bandura, ein weltweit bekannter Psychologe der Stanford University, beschrieb die Selbstwirksamkeit 1977 in einem Fachartikel. Später wurde sie ein wesentlicher Teil seiner sozial-kognitiven Theorie. Bandura starb 2021.

Bandura wollte erklären, warum ganz unterschiedliche Behandlungen psychische Veränderungen bewirken. Seine Antwort war, dass jedes Verfahren die Überzeugung von der eigenen Wirksamkeit verändert. Diese Erwartung bestimmt mit, ob jemand eine schwierige Situation überhaupt angeht, wie viel Mühe er aufwendet und wie lange er bei Hindernissen durchhält.

Woraus entsteht Selbstwirksamkeit?

Bandura nannte vier Quellen: eigene Erfolgserlebnisse, stellvertretende Erfahrungen durch das Beobachten anderer, ermutigende Worte und den eigenen körperlichen Zustand. Je verlässlicher eine Erfahrung ist, desto stärker verändert sie die Selbstwirksamkeit.

Das zeigte eine Studie mit Menschen, die große Angst vor Schlangen hatten. Wer sich selbst Schritt für Schritt an eine Schlange herantastete, gewann mehr Selbstwirksamkeit als jemand, der nur einer Therapeut:in dabei zusah. Diese Zuversicht übertrug sich auch auf andere Schlangen und auf Situationen, die in der Behandlung nicht vorkamen.

Warum ist Selbstwirksamkeit für die Gesundheit von Bedeutung?

Das Gesundheitsportal nennt Selbstwirksamkeit unter den persönlichen Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit. Sie zählt dort auch zu den Eigenschaften, die die seelische Widerstandskraft, die Resilienz, positiv beeinflussen können. Nach belastenden Ereignissen wirkt sie laut Gesundheitsportal gemeinsam mit guten Bindungen und sozialem Rückhalt wie ein „Schutzschild“ gegen traumatische Einflüsse. Bei schwerwiegenden traumatischen Erlebnissen stößt dieser Schutz laut Gesundheitsportal aber an seine Grenzen, das ist normal und hat nichts mit fehlender Stärke zu tun.

Wie wird Selbstwirksamkeit gemessen?

Im deutschen Sprachraum verbreitet ist die Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung von Matthias Jerusalem und Ralf Schwarzer. Sie entstand ab 1979 in Befragungen von Schüler:innen und wird seit 1981 als Kurzfassung mit zehn Aussagen genutzt. Diese werden von „stimmt nicht“ bis „stimmt genau“ beantwortet. Die Skala ist für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene gedacht und dient Untersuchungen an Gruppen.

Wo liegen die Grenzen?

Selbstwirksamkeit ist nicht dasselbe wie Können. Geringe Fähigkeiten können mit hoher Selbstwirksamkeit einhergehen und umgekehrt. Auf die Leistung wirkt sie eher indirekt, weil selbstwirksame Menschen schwierige Aufgaben eher angehen und länger dranbleiben. Abzugrenzen ist sie auch von Optimismus und vom Selbstwert, der die eigene Person als Ganzes bewertet. Mehr dazu steht im Glossarbegriff „Selbstwertgefühl“.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

Quellen (8)