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Resilienz

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Auf den Punkt gebracht

Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen. Gemeint ist, die seelische Gesundheit während oder nach starken Belastungen zu erhalten oder rasch wiederherzustellen. Resilienz ist keine feste Eigenschaft, sondern kann sich im Lauf des Lebens verändern.

Was ist Resilienz?

Resilienz beschreibt, wie gut ein Mensch mit sehr belastenden Lebensumständen zurechtkommt, etwa nach dem Verlust des Arbeitsplatzes oder eines nahestehenden Menschen. Resiliente Menschen erholen sich leichter von Krisen und passen sich besser an schwierige Umstände oder große Veränderungen an. Resilienz heißt aber nicht, sich nie schlecht zu fühlen oder nie gestresst zu sein. Unterschiedliche Gefühle und Stress gehören zu den Erfahrungen des Lebens.

Sichtbar wird Resilienz erst, wenn tatsächlich eine belastende oder traumatische Erfahrung vorliegt. Fachleute definieren den Begriff nicht ganz einheitlich, gemeinsam ist den meisten Definitionen ein gesundes, angepasstes Funktionieren nach widrigen Ereignissen. Verwendet wird er auch für Familien, Organisationen oder ganze Gesellschaften.

Woher kommt der Begriff?

Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zurückspringen“ oder „abprallen“. In der Psychologie wurde Resilienz zunächst vor allem bei Kindern erforscht, die sich trotz widriger Lebensumstände wie Armut oder Gewalt zu gesunden Erwachsenen entwickelten. Eine Langzeitstudie von Emmy Werner begleitete etwa Kinder des Jahrgangs 1955 auf der Insel Kauai in Hawaii bis zum Alter von 32 Jahren. Dabei zeigte sich, dass Risiko- und Schutzfaktoren in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich stark wirkten.

Wie entsteht Resilienz?

Resilienz entsteht laut Fachleuten aus einem komplexen Zusammenspiel von Faktoren, das noch nicht ganz erforscht ist. Eine große Rolle dürften Denkprozesse, das autonome Nervensystem und Funktionen des Gehirns spielen. Grundsätzlich hat jeder Mensch das Potenzial für Resilienz, und bei manchen Lebensereignissen ist eine Person widerstandsfähiger als bei anderen.

Die Fachwelt versteht Resilienz heute als lebenslangen Prozess zwischen Mensch und Umwelt. Wer eine schwierige Situation bewältigt, kann dabei neue Einsichten gewinnen oder neue Fähigkeiten entwickeln. Gelingt der Umgang mit Belastungen, in der Fachsprache Coping genannt, kann das die Resilienz weiter stärken.

Was stärkt und was schwächt Resilienz?

Wie resilient jemand ist, hängt auch davon ab, ob Schutzfaktoren oder Risikofaktoren überwiegen. Zu den persönlichen Schutzfaktoren zählen etwa die Bereitschaft, Unterstützung anzunehmen, die Überzeugung, dass Krisen bewältigbar sind, und die Fähigkeit, Stress und eigene Gefühle zu regulieren. Auch Selbstvertrauen, der Glaube an die eigene Wirksamkeit, eine Orientierung an Lösungen und körperliche Gesundheit gehören dazu. Die Fachwelt nennt Schutzfaktoren auch Ressourcen.

Ebenso wichtig ist das Umfeld. Eine stabile, wertschätzende Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson, sichere Bindung und soziale Unterstützung durch Familie, Freundeskreis oder Nachbarschaft wirken stärkend. Dazu kommt, dass Grundbedürfnisse wie Essen, Schlaf, Wohnraum und eine berufliche Tätigkeit erfüllt sind.

Schwächen können die Resilienz dagegen fehlende soziale Unterstützung, andauernde Familienkonflikte, Gewalt, Missbrauch in der Kindheit und Diskriminierung. Auch Armut, besonders einschneidende Lebensereignisse, Naturkatastrophen und Krieg zählen zu den Risikofaktoren. Deshalb trägt laut Gesundheitsportal auch die Gesellschaft Verantwortung, etwa für den Zugang zum Gesundheitssystem, für Frieden und Wohlstand.

Lässt sich Resilienz stärken?

Resilienz lässt sich fördern, sowohl durch die einzelne Person als auch im sozialen Umfeld. Das Gesundheitsportal nennt dafür Empfehlungen der American Psychological Association. Dazu gehören ausreichend Erholung und der Verzicht auf Alkohol und Drogen. Hilfreich kann es auch sein, sich auf Veränderbares zu konzentrieren, sich frühere Erfolge in Erinnerung zu rufen und Probleme in kleinen Schritten anzugehen. Für eine gezielte Förderung gibt es eigene Programme, siehe Resilienztraining.

Wo liegen die Grenzen?

Niemand ist auf Lebenszeit resilient. Nach schweren Krisen oder einem seelischen Trauma muss Resilienz manchmal neu erarbeitet werden. Weil so viele Faktoren zusammenwirken und ihre Bedeutung sich über die Lebensspanne verändert, ist Resilienz zudem schwer zu messen. Allgemeingültige Aussagen sind deshalb kaum möglich.

Wer in einer schwierigen Lage nicht mehr weiterweiß, findet Unterstützung, etwa bei Psychotherapeut:innen oder Klinischen Psycholog:innen. Sich in einer solchen Lage Hilfe zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.

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Quellen (6)