Ich arbeite in einer Branche, der es viel um Optik geht, gerade als Frau ab einem gewissen Alter und man hat eine Kamera vor der Nase, fragt man sich selbst, wie lange werde ich das noch machen? Wie lange kann ich mich noch sehen? Wie lange wollen mich andere sehen? Wir leben halt nun mal in der Gesellschaft, wo man sagt, ja früher, ich bekomme es auch schriftlich auf diversen unsozialen.
Na, die Knackal ist auch schon lange her, früher hast du aber besser ausgeschaut. Sagen meistens nur die die sich verstecken hinter irgendwelchen Profilbildern mit irgendwelchen Avataren. Das heißt, ja und solange ich mich wohlfühle, werde ich es machen, aber es kann gut sein, dass es einen Zeitpunkt gibt, den ich rechtzeitig abpassen werde, dass ich mir denke, und jetzt höre ich auf damit.
Weil es mir besser geht, weil ich finde, ist ein guter Zeitpunkt. Ich will nicht auf der Bühne sterben, also ich werde Menschen nicht belästigen mit meiner Anwesenheit und mit 90 noch herumsabbern. Weil es auch noch viel zu viele Dinge gibt, die man erledigen muss, die Spaß machen. Ich habe aus jedem meiner Hobbys einen Beruf gemacht. Also ich bin Mountainbike gefahren, also habe ich Trainerprüfungen gemacht und wurde Personal Trainerin.
Ich habe gerne geschrieben, also habe ich Bücher geschrieben, war Chefredakteurin von einem Fitnessmagazin. Ich habe Motorräder getestet und darüber geschrieben, weil ich gern Motorrad gefahren bin. Also das hat mich aber auch gesund gehalten, mental, weil ich mir immer gedacht habe, ich bin nicht befangen. Also mich kannst du nicht einsperren. Dann mache ich halt etwas anderes. Ich habe mein Herz nie so an etwas gehängt.
Ich war immer mit vollem Herz dabei, aber ich mein Herz nicht dran gehängt, wenn wer gesagt hat, aus. Das war es. Habe ich mir gedacht, okay, aus. Mach was anderes. Dreh mich um, weil irgendwo geht eine Tür auf und es ist irgendwas Interessantes da was ich auch noch ausprobieren wollte. Und wenn man das ein bisschen fördert bei Menschen und sagt, was kannst du noch?
Was interessiert dich? Wenn Menschen nur das arbeiten würden, was sie mögen, sich 8 Stunden am Tag auseinandersetzen mit Dingen die sie lieben, geht keiner mehr arbeiten, weil er nicht mehr das Gefühl hat dass er arbeiten geht. Und trotzdem was zur Gesellschaft beiträgt? Schwer. Da träumt man halt von warmen Eislutschern, meinetwegen. Aber lasst uns träumen. Und manche Dinge kann man umsetzen.
das, was ich merke jetzt, was sich in unserer Branche ändert, sind die Spielräume zum einen. Also wir haben größere Bühnen zu bespielen, wir machen Events. Das, was vorher als Kleinkunst begonnen hat, Kleinkunst nicht mehr in dem herkömmlichen Sinne zu übersetzen. es kommen junge Leute nach, die auch eine ganz andere Art von Humor haben. Es gibt unterschiedliche Formate mittlerweile.
heißt dann Comedy und Stand-Up und Impro oder Wordrap oder alles mögliche Also es gibt so viele Nuancen mittlerweile. Wir haben früher Kabaret gespielt. Verkauft wird es immer noch als Kabaret, weil es sich einfach gut verkauft. Aber die wenigsten davon sind so klassische Kabarettistinnen wie wir es waren. Die alte Garde. Und da beginnt man natürlich nachzudenken, ist deine Zeit abgelaufen?
Kann sein. Und dann denke ich mir, macht nichts, mache ich halt was anderes. Weil ich mich aber schon lange damit auseinandersetze. Das tut dem Kopf gut und die Möglichkeit der Auswege. Wenn du das Gefühl hast, stehst beim Rücken zur Wand, wird es eng. Wenn du aber das Gefühl hast, du stehst beim Rücken zum Notausgang, alles schon wieder besser.
Und vielleicht sollten wir uns alle rechtzeitig um diese Türe kümmern im Rücken. Den Notausgang und so sagen, dann mache ich halt das. Auch wenn man damit seine Komfortzone verlassen muss.