Für mich, um gesund auf die Bühne zu gehen, braucht es wirklich ein ziemlich hohes mentales Training. Das mache ich durch Atemübungen, durch Yoga, durch Spaziergänge auch im Wald. Da trainiere ich auch am meisten meine Songs, weil da habe ich niemand um mich herum und ich habe viel Luft im Wald. Das finde ich ehrlich ganz großartig. Und dann das Gehirn. Das Gehirn macht manchmal echt einen Streich, weil heutzutage hat man so viele Informationen, die man zu sich fließen lässt, durch Facebook, durch Instagram, was natürlich alles wichtig ist für unseren Beruf.
Aber manchmal sind es so viele Informationen, dass das Gehirn dann nicht mehr stoppt. Was ich dann schon tue, ist, wenn ich große Konzerte habe, wo ich sowieso viel Text lernen muss, dass ich mich nur fokussiere auf das Material und dass ich versuche, wirklich alles auszublenden, damit ich so gut wie möglich vorbereitet bin, damit da nichts passieren kann. Aber da muss ich echt wahnsinnig diszipliniert sein und ich weiß es auch, weil sonst kann ich es nicht liefern auf der Bühne.
Also es schaut bei mir immer so einfach aus. Das weiß ich, das sagt das Publikum auch manchmal. Aber das ist es wirklich gar nicht, weil die Vorbereitungszeit ist für mich die allerschwierigste Zeit. Ich nehme mich auch immer mehr Zeit. Je älter ich geworden bin, muss ich mir mehr Zeit nehmen, um die Programme richtig gut vorzubereiten, damit ich letztendlich an dem Tag ruhig dann die Bühne betrete.
Weil mit Nervosität geht der Atem extrem hoch. Dann kann ich nicht gut singen, dann kann ich nicht gut pitchen und dann geht eigentlich alles schief. Und das ist einfach, was ich wirklich wochenlang trainiere. Mir hilft es schon auch, in einem guten Team zu arbeiten mit Leuten, die ich gut kenne, denen ich vertrauen kann. So meine Musiker, mein Tontechniker, mein Lichttechniker, meine Kollegen, die mit mir auf der Bühne singen.
Das muss eigentlich für mich alles sehr harmonieus sein. Sagt man das auf Deutsch so? Also harmonievoll sein. Alles, was irgendwie Unruhe bringt, ist eine Baustelle. Dann kommt natürlich dazu, dass man hofft, dass genügend Publikum kommt. Und das ist heutzutage auch gar nicht so einfach, weil das Publikum unglaublich viele Informationen kriegt, was es alles gibt im Leben. Und dann muss ich durchkommen mit: „Hallo, mich gibt es auch noch. Kommt zu meiner Vorstellung", dafür mache ich es. Ich bin ja jemand, der fürs Publikum auftritt.
Und diese Unruhe im Vorhinein kommt auch noch mal dazu und das muss man dann auch wieder versuchen auszublenden. Das liegt am Marketing. Also such dir ein gutes Marketingkonzept und Menschen, die das gut machen können, damit du Unterstützung bekommst, damit du da nicht unsicher wirst. Alles, was dich unsicher macht in meinem Beruf, müssen wir, muss ich überwinden. Und ab dem Moment, dass ich es weiß, wie ich es überwinden kann, dann bin ich ruhig und dann kann ich wirklich mein Niveau, was ich auch will. Ich will diese Kunst so gut wie möglich machen, weil ich spüre die Kunst in meinen Adern und will das so auch präsentieren.
Sonst, was mein großer Feind ist, ist die Müdigkeit. Wenn ich müde werde. Entweder damals in der Corona-Zeit durch Viren, die herumschwirren. Die Stimmbänder habe ich am wenigsten Probleme, lustigerweise, weil die ist immer da. Ich kann auch immer singen, ich kann auch immer sprechen. Ich kann auch in der Früh um 7:00 Uhr singen. Das ist das Training, das ich gemacht habe über Susanne Schneeweiß.
Die hilft mir wahnsinnig gut. Aber die grundsätzliche Müdigkeit, wo dann das Gehirn dann ein bisschen mumpf wird und du nicht so gut denken kannst, das finde ich katastrophal. Also da hoffe ich dann immer wieder, dass ich auf den Punkt komme, dass ich genügend Ruhe finde, um meine Gesundheit so hoch wie möglich auf Niveau zu bringen. Das ist eigentlich meine größte Arbeit.
Ja.