Der Stressfaktor in dem Beruf oder Beruf, es ist eigentlich mehr eine Berufung, ist natürlich in verschiedenen Facetten gegeben, weil die Erwartungshaltung, je erfolgreicher man wird, natürlich immer größer wird. Und ich glaube, so wie ich mir das zurechtgelegt habe oder so wie ich das sehe, der Anspruch muss schon sein, in dem, was man tut, auch zu den Besten gehören zu wollen. Ich bin damals, wie ich gesehen habe, das geht sich irgendwie aus, nicht in diese Geschichte hineingegangen, zu sagen, dabei sein ist alles, sondern ich habe mir gedacht: Okay, wenn es wirklich so sein sollte, dass scheinbar ein Talent da ist, Menschen zu unterhalten und dass auch mein Ziel ist, beruflich zu reüssieren, dann muss schon der Anspruch sein, auch mit den großen Hunden mitlaufen zu wollen.
Und dafür braucht es natürlich in erster Linie einmal Freude am Tun. Ich glaube, dass das ein ganz essenzielles Asset ist, egal in welchem Bereich, ob das Sport ist oder in künstlerischen Belangen. Aber ich glaube, dass die Hingabe und die Leidenschaft extrem spürbar und sichtbar ist. Also ich glaube, das Publikum merkt sehr genau: Macht er das, weil er es jetzt machen muss oder macht er es, weil er es machen will? Und das zu vermitteln, ist natürlich schon der Anspruch und das bestmöglich. Weil wenn ich ein Programm drei oder vier Jahre spiele und dieses Programm natürlich nicht permanent weiterentwickelt wird oder ich an diesem Werkstück dauernd feile, dann läuft man natürlich irgendwann einmal Gefahr, dass es aufgesagt wirkt, weil es die 300. Show ist. Dann ertappt man sich dabei vielleicht, dass man daran denkt, ob man den Herd abgedreht hat oder so und das Publikum spürt das total und das darf nicht passieren. Und da ist natürlich schon wichtig, dass man die 277. Vorstellung genauso spielt wie die fünfte oder sechste, weil das Publikum hat das Recht, das Bestmögliche von mir zu bekommen. Und das ist auch mein Anspruch.
Also jeder Abend muss eigentlich der beste werden. Und ein wesentlicher Punkt ist natürlich, ich spiele circa 120 Vorstellungen im Jahr. Ich darf mal an 120 Tagen im Jahr nicht krank sein. Also das heißt, die geistige und körperliche Fitness ist ganz wichtig für mich, um diese Leistung abrufen zu können, die ich mir auferlegt habe. Das heißt, ich muss an mir arbeiten.
Ich muss Sorge tragen, dass es mir gut geht, sowohl geistig als auch physisch. Und das wird natürlich, je älter man wird, nicht einfacher. Das ist wahrscheinlich mit 30 jetzt nicht so relevant, aber ich werde heuer 53 und ich merke natürlich, dass 120 Shows im Jahr natürlich auch substanziell etwas abverlangen und dem gilt es auch entgegenzutreten. Das heißt, ich versuche ein bisschen auf die Ernährung zu achten.
Ich mache drei- bis viermal die Woche Sport, um mich da fit zu halten und um eben nicht in Stresssituationen zu kommen. Aber ich glaube, über allem steht einfach, dass das, was man macht, einfach wirklich geliebt wird von dem, der es tut. Und das ist, glaube ich, einer der wesentlichsten Punkte.