Für mich ist das Geld sehr leicht verdient. Immer schon gewesen. Vom ersten Tag an, als wir gespielt haben und ich am Abend 300 Schilling bekommen habe, war ich total glücklich. Erstens, weil ich es selbst verdient habe, weil ich keinen Chef habe, das machen kann, was ich will und mich dabei total leicht tue. Wenn dann mehr Leute kommen, verdient man mehr Geld.
Man darf nicht den Irrglauben haben, wenn man in der Stadthalle spielt, dass man da viel mehr verdient, als wenn man hier spielt. Zwar verdient man auf einmal mehr, nur so etwas wie die Stadthalle zum Beispiel, da frisst das Ding so viel Geld, dass das überhaupt funktioniert. Eigentlich dürfte man so etwas gar nicht machen. Weil wenn ich hier spiele, weiß ich, die zahlen so und so viel Euro Eintritt und ein gewisser Prozentsatz gehört mir.
Damit ist es erledigt. Im Burgtheater habe ich auch gespielt, meine Viertelliterklasse und so. Umso größer das Ding ist, umso größer die Veranstaltung, umso mehr Nebenkosten hast du. Das heißt aber, dass es deswegen nicht mehr Publikum gibt. Also die, die es in der Stadthalle gesehen haben, die kommen dann nicht noch einmal woanders hin. Die sind weg. Wenn ich 10.000 auf einmal weg habe, habe ich 10.000 weg. Die kommen nicht mehr.
Wenn ich jetzt aber ein Programm fünf Jahre spiele, immer nur vor 200, 300 Leuten, bleibt unter dem Strich pro Zuschauer, der zahlt, viel mehr über. Aber abgesehen davon ist es so, ich habe das nie wegen des Geldes gemacht. Ich habe natürlich sehr viel Geld damit verdient, habe es auch sehr leicht ausgegeben. Da tue ich mir ganz leicht, nämlich nur für Blödheiten.
Wirklich. Und ich kenne andere, die auch viel Geld verdienen, weiß nicht in was für Tätigkeiten, die alles darauf gesetzt haben. Sie hacken hinein, bis sie 40 sind und dann leben sie von dem Geld, das sie verdient haben. Und dann kam 2008 und dann war das alles eigentlich weg bei den meisten. Und bei mir war es egal, weil meine Autos immer noch da gestanden sind. Egal.
Das ist so schwer zu beurteilen, wenn du in einer guten Kondition bist, also dass du körperlich fit bist, du kannst ein paar Liegestütze machen, kannst rennen gehen und dann gehst du einen Berg hinauf und sagst: „Ich bin am Berg" und dann tust du bloß so, als ob du nicht fix und fertig bist. Wenn du dich aber dort hinaufquälst, hat das für dich eine andere Dimension. Dann heißt es auch: „Boah, ich bin jetzt hinauf, mit Pulsmesser und was weiß ich alles.
Nachdem ich aber, was die Hackn betrifft, eine gute Kondition habe, weil es so wenig Aufwand ist für mich, so wie für einen, der gut trainiert ist, auf einen Berg hinaufgehen ist kein Aufwand. Der geht einen Berg hinauf, wie ein anderer flach auf der Donauinsel spazieren geht. Dann ist es wirklich leicht verdientes Geld und da geht es nicht darum, wie viel Geld es ist, sondern einfach, dass es so leicht verdient ist, weil ich würde das, was ich mache, auch machen, wenn ich sogar Geld dafür bezahlen müsste, weil ich es so gern mache. Dadurch ist das immer Geld.
Nur, ich habe es halt. Ich habe das Geld. Darum kann ich nicht sagen, wie das wäre, wenn ich kein Geld hätte. Und es ist immer so bei mir ausgegangen, wie das jetzt mit Corona war und plötzlich kein Geld mehr hereingekommen ist, was weiß ich wie lange. Aber da hatte ich das Glück, dass ich vorher mein Haus verkauft habe, weil ich mir gedacht habe: Wozu brauche ich ein Haus?
Ich habe das verkauft und in die Kasse hineingegriffen und das dann ausgegeben, um den Alltag und die Sachen wieder zu finanzieren. Aber in Wirklichkeit, ich kann Gott sei Dank mit sehr wenig. Aber es gibt ein paar Sachen, die brauche ich auch. Wenn ich die habe, bin ich fein heraus. Ein Messer, einen Feuerstahl und eine Rettungsdecke. Dann passt alles.