Mentale Gesundheit ist für mich ein bisschen auch gleichzusetzen mit mentaler Fitness. Also du musst das trainieren. Mentale Gesundheit ist nicht etwas was du hast und mit einer Krankheit verlierst, sondern etwas, was dich täglich beschäftigt. In meinem Berufsleben war so, zu Beginn der Karriere die alle mitbekommen haben, also ich vorher schon Theater gespielt und Cabaret gespielt und die Karriere, die dann alle mitbekommen haben, hat begonnen mit MA2412 mit der Frau Knackal.
Da habe ich einfach meinen Job gemacht, also so wie ich ihn immer gemacht habe, nur waren jetzt halt Kameras dabei und ich kann mich erinnern, dass gleich zu Beginn, nach den ersten fünf Drehtagen der Regisseur gekommen ist, der Harry Sicheritz und gesagt hat, du hast schon deine ersten Fans im Schneideraum. Wir bauen jetzt deine Rolle aus und ich habe plötzlich gelbe Seiten bekommen. Gelbe Seiten heißt, das sind immer Änderungen im Drehbuch und natürlich freut dich das und dann hast du aber immer noch ein Jahr Pause, bis das ausgestrahlt wird und so aber du merkst schon da kommt was und Kult planst du nicht, Kult passiert und das ist eben passiert bei MA2412 und plötzlich haben alle gesagt, wer ist die?
Und dann war natürlich das Geheimnis dahinter, dann war:" Die hat gar keinen so großen Busen und dann war ich eher so diese geheimnisvolle dunkel, die spielt die Knackal und dann wurde ich rumgereicht und ich hatte richtig viele Fans, ich meine jetzt auch bei den Journalisten, in den Medien und dann weißt du plötzlich passiert etwas mit dir und du weißt nicht was es ist, du kannst nicht mehr, das hat jetzt nichts mehr mit der Arbeit zu tun die du machst, weil du bist gelernte Schauspielerin und du lernst einen Text und du inszenierst und du kreierst deine Rolle, sondern ich wurde verwechselt. Ich wurde nicht als Monica, Schauspielerin rumgereicht, sondern das ist die Knackal, die spielt die Knackal, da ich aber das Glück, wenn wer dazu gesagt hat, die spielt die Knackal, ansonsten war ich die Knackal und ich habe immer drauf bestanden, nein nein ich spiele sie und die Leute haben nur darauf gewartet, dass mir ein Piepser rausrutscht, ja, ja ja, du bist das also doch und das ist etwas, das ist gut, das gehört zu einer Karriere dazu, nur es hilft dir niemand, der Erfolg hat plötzlich so viele Väter und ich habe das Gefühl, das Rad, das ich angetrieben habe, konnte ich nicht mehr bremsen, ich glaube ich war in jedem Blatt von Herrn Fellner, das war damals News und Woman und dann kam noch eMedia raus und ich war im Fernsehen und ich war in TV Media und ich wurde zu jedem Blödsinn gefragt, was ich für einen Bikini anziehen werde im Sommer und ob ich am Opernball gehe und ich habe, nein, was soll ich dort und ich habe mich übersiedelt, dann habe ich eine mini kleine Wohnung gehabt, die war nicht sehr hell und das hat der Psyche auch nicht besser getan, aber ich habe mich eingeigelt, weil ich mir gedacht habe ich kann nicht.., ich bin rausgegangen und habe mein Gesicht irgendwo gesehen oder im Fernsehen oder ich habe dann Werbung auch noch gemacht, ein großer Fehler, also das ist etwas, das lernt dir niemand, wie gehst du denn damit um und ich glaube, ist unser aller Problem, das erklärt dich niemand, du lernst das auch nicht in der Schule und da wärst du das erste, finde ich, wo es hingehört, wie gehst du damit um, wenn du merkst, dir stimmt was nicht mehr, du kommst nicht mehr mit, du bist überfordert, du bist in dem Moment überfordert, du das Gefühl hast, du bist fremdgesteuert, du kannst dein Leben nicht mehr selbst bestimmen, es wird von anderen gelenkt bestimmt und vor allem die Geschwindigkeit, ich das Gefühl gehabt ich muss nur mal rohe Eier auffangen, aber sie fallen alle runter und ich weiß nicht ich würde nicht sagen, ich war depressiv, aber ich bin am Rande einer Überforderung oder vielleicht war es auch möglicherweise kurz am Rande eines Burnouts vorbei geschrammt, weil was dann passiert als nächstes ist, vorbei, aus, Punkt, das heißt, du bist gefühlt von einem Tag auf anderen wieder uninteressant und auch damit muss man umgehen, also jeder, der mal zum Beispiel bei Dancing Stars oder so mitgemacht hat, wo du selber ja nicht bestimmen kannst, wo du rausgehst und sagst, das war es genug der Karriere, der Tänzerin, sondern du wirst abgewählt, das ist etwas, gerade der Künstlerseele, der musst du das erklären, also ich glaube, ein bisschen mehr Investition in Prävention, wo man sagt, achtet bitte auf eure Psyche und wenn man merkt, jemand tut sich schwer, na und, der ist deswegen nicht schwächer oder blöder oder sonst was, sondern der braucht einfach Hilfe und da sind wir sowieso unterbesetzt. Dieses Besinnen, wieder zu sich kommen, es war das Einsperren gar nicht schlecht, aber es ist eine brachiale Methode, sich vollkommen zurückzuziehen.
Ich glaube, wenn man einen Freund hätte oder irgendjemand, einen Mentor, Mentoren, es gibt keine Mentoren mehr, das ist auch so etwas, wenn jeder einen Mentor hätte, an den er sich wenden kann und sagen könnte, vollkommen wertfrei, das und das passiert in meinem Leben, ich komme damit gerade nicht klar und der kann dir ganz normal sagen, ohne einen weißen Kittel anzuhaben, pass auf, versuch mal das und das, wenn sich die Gesellschaft selber helfen könnte, das wäre eine gute Lösung.