Wir leben in einer Zeit, die von Krisen gesteuert wird, von Skandalen und von Kriegen und damit umzugehen ist wirklich schwierig. Da ein Maß zu finden an Information oder Überforderung ist wirklich kompliziert. Egal, was wir anschauen, aufblättern, aufschlagen, nur durch die Straßen fahren und Plakate sehen. Wer lesen kann, liest. Wir können nicht nicht lesen. Das geht nicht. Du siehst eine Schrift und du hast das Wort.
Du kannst das nicht ausblenden. Aber wir müssen versuchen, es zu steuern. Es gab noch nie so viele schlaflose Menschen. Ich sehe es wenn wir von einer Tournee nach Hause kommen in der Nacht, wo überall Licht brennt in wie vielen Häusern. Die Leute schlafen kaum mehr oder nicht mehr so wie früher. Und ich merke es an mir selber, wie soll ich umgehen mit einer Pandemie, wie soll ich umgehen mit Ungerechtigkeit, wie soll ich umgehen mit der Klimakrise, wie soll ich mit politischen Skandalen umgehen, wenn man nicht mal mehr normal Fußball schauen kann, weil du das Gefühl hast, den Fans herrscht Krieg.
Vieles überfordert einen. Und da finde ich einen guten Ansatz, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zu schauen, dass der Mikrokosmos funktioniert, weil den Kosmos kann ich nicht ändern. Ich kann gewisse Dinge ändern. Ich kann verzichten aufs Auto fahren, wenn ich etwas fürs Klima tun will. Aber ich darf nicht daran verzweifeln, dass die Superreichen mit ihren Jets durch die Gegend fliegen, wann sie wollen.
Wenn ich schaue, dass mein kleiner Mikrokosmos sauber ist und ehrlich und liebevoll, dann werde ich mich in diesem Umkreis aufhalten und auch gesund werden. Und wenn ich sehe ich bin nicht alleine, das hilft auch. Und das Allerwichtigste finde ich, ist, dass wir wieder lernen, kreativ zu werden. Wir waren kreativ. Jedes Kind ist kreativ, bis wir es in die Schule schicken und dann sagen, sitz grad und der Satz ist schief, schreib schöner.
Also, was mit den Händen machen. Warum hat in der Pandemie die Leute begonnen, Brot zu backen und zu garteln oder die Wohnung sauber zu machen, auszumisten, weil wir uns gekümmert haben. Unser Mikrokosmos, alles andere waren zu groß und zu viel. Und da kannst du gesund werden. Mach was mit den Händen werd kreativ. Stricken, Malen, Basteln, Töpfern, Tischlern, ganz egal.
Aber lass etwas entstehen und wenn du siehst, du kannst etwas Schönes entstehen lassen, dann hast du etwas dazu beigetragen, dass die Welt schöner wird. Deine eigene und die der anderen. Und machen wir wieder Komplimente. Komplimente helfen auch. Wenn du einem wildfremden Menschen sagst, weiß ich nicht, boah, du hast aber ein schönes T-Shirt. Dann wird sich der vielleicht freuen und vielleicht behält das im Kopf.
Oder du ein schönes Lächeln. Und was bricht mir einen Zacken aus der Krone, wenn ich jemandem ein Kompliment mache. Also man könnte viel mehr weitergeben. Es ist natürlich schwer, wenn man sich damit bemüht zu überleben. gerade viele junge Menschen die jetzt sagen, ich will aber nicht so wie ihr nur überleben. Ich will leben. Ich lebe nur jetzt.
Und das hat uns ja die Pandemie sehr deutlich gemacht. ich verstehe junge Leute, sagen, ich will nicht mehr so wie ihr 40 Stunden in der Woche arbeiten. Ich will bitte nur meine 10-20 Stunden arbeiten. Ich komme mit dem Rest gut klar. Lassen wir die wenigstens mal auch versuchen, es so zu machen, wie sie wollen, wie sie finden, dass es geht.
Dieses Gegeneinander hilft nichts. Miteinander, Komplimente machen, Anerkennung zeigen, was entstehen lassen und die Welt schöner machen. Bitte, so könnte es gehen.