Der Unterschied zum Beispiel zu jungen Menschen, heute sagen, sie wollen Schauspieler werden oder sie wollen Kabarettist werden. Erstens einmal, ich wollte nicht Kabarettistin werden, ich wollte Schauspielerin werden, Kabarettistin bin ich geworden. Aber das ist mehr oder weniger passiert durch meine Kollegen Dorfer, Düringer, Billisich, Nowak, weil wir halt Kabarett gespielt haben, weil wir eigentlich mit Atompilz von links ein Theaterstück gemacht haben, aber wir haben gesagt, wenn wir darüber schreiben, ein Volksspiel, Schauspiel, dann sitzen wir dort zu viert und das war's, keiner kommt.
Aber ich habe dann irgendwann gemerkt, dass Menschen, den Beruf auch ergreifen wollen, Beispiel sagen, sie wollen Kabarett spielen, sofort Leute haben wollen. Wir haben gespielt vor sieben Leuten, also ich kenne das, wo man keine Leute hat, das macht man, wenn man es machen will. Wenn man reich werden will, gibt es viele andere Berufe die besser geeignet sind.
Also wo das Risiko wesentlich geringer ist das muss man wie eine Aktie sehen. Also ich glaube, wenn ich heute Steuerberater werde, bin ich sicher schneller finanziell gut aufgestellt, als wenn ich sage:" Ich werde Schauspieler.". Da ist einfach viel Glück dabei. Hast du Glück oder kannst du? Aber den Beruf ergreift man nicht wenn man reich werden will, den ergreift man, weil es ein Drang ist, man will das unbedingt machen.
An Geld habe ich zum Beispiel beim Spielen selber auf der Bühne nie gedacht. Ich weiß, dass manchmal hochbezahlte Gala-Vorstellungen für Firmen eine Katastrophe waren zum Spielen. Die Stimmung war, also ich habe mir gedacht, am liebsten würde ich das gar nicht machen. Aber man macht es halt, damit man dann die kleinen Veranstalter wo man nur ein paar hundert Euro mal kriegt, mitnehmen kann.
Aber dort zu spielen hat zum Beispiel Spaß gemacht, weil das Publikum mitgegangen ist. Und auf der Bühne beim Spielen denkt man gar nicht ans Geld. wer da ans Geld denkt, da ist was falsch. Aber Existenzängste hat man natürlich schon irgendwann einmal. Meine haben begonnen in dem Moment, wo ich angefangen habe, mir Eigentum anzuschaffen. Klar, Besitz macht unfrei.
Da ist losgegangen, schaffe ich das mit dem Kredit, kann ich das zurückzahlen, werde ich genug verdienen? Da kommen dann so Ängste. Irgendwann legen sich die auch und man sagt, na, das geht einigermaßen. Man ist schon ein bisschen gesettelt, man verdient doch regelmäßig. Und als ich beschlossen habe, große Pause zu machen, aus der ich ja noch immer nicht zurückgekommen bin und es vermutlich auch nicht mehr werde, da habe ich einfach schlichtweg Kassasturz gemacht.
Also ich habe einfach geschaut, wie viel habe ich, kann ich es mir leisten, 55 schon aufzuhören? Oder geht das gar nicht? Habe dann gerechnet, habe rumgewurstelt und habe mir gedacht, na ja, wenn ich das und das einschränke und auf ein paar Sachen verzichte, dann könnte es gehen. Und dann habe ich geschaut, ob der Verzicht der Dinge wie, das werden jetzt ein paar Leute lachen, aber zum Beispiel, ich hatte eine Kosmetikerin, als Frau hat man sowas halt, da bin ich immer hingegangen, ich wusste, die muss ich jetzt stanzen, das geht nicht mehr.
Ich kann nicht so viel im Monat ausgeben fürs Gesichterlmachen. Und habe das halt lassen. Und bin aber deswegen noch immer nicht unglücklich. Ich mir gedacht, wenn ich auf irgendetwas verzichten muss und es macht mich unglücklich, dann muss ich wieder arbeiten. Aber bis jetzt wiegt das eine wesentlich mehr als das andere. Also ich verzichte nach wie vor gerne auf ein paar Sachen in meinem Leben dafür, dass ich am Abend jetzt nicht mehr irgendwohin muss und den Kasperl mache.