Zurück aus dem Urlaub gekommen damals, mein Gehör auf der rechten Seite verloren. Ich hab damals gedacht, ich hab ein paar Wasser im Ohr. Hab damals gedacht, wahrscheinlich ein Hörsturz, so hat man es mir gesagt. Es gab dann einen Schädelröntgen, einen CT-Röntgen und in dem wurde dann festgestellt, dass ich einen kleinen Tumor in der Nähe vom Ohr hab.
Und das war von einem oder anderen Tag wieder der nächste Tiefschlag eigentlich, weil du ja mit dem nicht rechnest. Und man muss sich das so vorstellen, man sitzt dort beim Arzt, kriegt seine Diagnose und es zieht dann den Boden unter den Füßen weg. Man weiß dann nicht mehr so recht, okay, wie geht das jetzt weiter? Auf dem einen oder anderen Aspekt kommt dann so quasi wieder die nächste Watschen, okay.
Und hab mich dann für Operation entschieden, weil mir das geraten hat, dass es sonst passieren kann, dass man das Gehör komplett verliert. Ich hab heute zum Beispiel nur mehr 30 Prozent meines Gehörs auf der rechten Seite, was mich Gott sei Dank nicht in der Musik einschränkt, aber manchmal halt schwierig ist, weil wenn die Umgebung sehr laut ist, dann höre ich halt weniger. Aber in diesem Moment war es halt so, okay, ich hab mich für die Operation entschieden, das wurde dann entfernt und ich musste eigentlich immer wieder von Neuem starten.
Warum? Der Mensch hat zwei Gleichgewichtsorgane, ein linkes und ein rechtes. So hat es man mir erklärt, man muss entschuldigen, wenn ich da vielleicht irgendwas verdreht habe, es gibt zwei Gleichgewichtsorgane und wenn eins davon entfernt wird, dann muss das andere quasi das alles ausgleichen. Fühlt sich wahrscheinlich an, wie der so neu gehen lernt, der Körper muss sich wieder darauf einstimmen, dass er wieder mit Belastung umgehen kann.
Und so war es aber für mich so, dass ich mir sehr schnell Ziele gesucht hab. Und eines meiner Ziele war damals eben auch, wieder einen Marathon zu laufen. Ich bin mit 30 mein ersten Marathon gelaufen, ich hab dann so ein, zwei Jahre später diese Diagnose gekriegt und hab mich dann entschieden, okay, ich möchte in einem Jahr wieder einen Marathon laufen.
Das war so mein Ziel, was ich anfixiert hab, um mich mit positiven Dingen zu beschäftigen. Bin dann ein Jahr später diesen Marathon noch schneller gerannt als meinen ersten, werde ich nie vergessen, drei Stunden und 41 Minuten in Graz. Und das war dann für mich mein persönlicher Triumph, der wahrscheinlich in diesem ganzen Leben, das ich bis dato gehabt hab, knapp über 30 Jahre, wahrscheinlich der schönste war, weil ich mir selber wieder bewiesen hab, ich kann es, es geht mir wieder gut und so hat es sich sukzessive weiterentwickelt.