Positives Denken meint, Gedanken bewusst auf die günstigen Seiten einer Lage und auf eine gute Zukunft zu lenken. Eine zuversichtliche Haltung gilt als Stütze der seelischen Widerstandskraft. Reines Wunschdenken über die Zukunft kann dagegen auch Nachteile haben.
Was ist positives Denken?
Positives Denken ist eng mit dem Optimismus verwandt. Fachlich gilt Optimismus unter anderem als allgemeine Erwartung guter Ergebnisse. Das Wort geht auf das lateinische „optimum“ zurück, „das Beste“.
Dazu passt die positive Umdeutung. Laut Gesundheitsportal versucht eine Person dabei, in etwas Negativem auch etwas Positives zu erkennen, etwa dass sie aus einer schwierigen Lage etwas gelernt hat.
Woher kommt der Begriff?
1952 erschien das Buch „The Power of Positive Thinking“ von Norman Vincent Peale. Peale und sein Weggefährte Smiley Blanton gingen davon aus, dass im Menschen große ungenutzte Kräfte stecken, die ein Leben grundlegend verändern können.
Was sagt die Forschung?
Das Gesundheitsportal zählt Optimismus, also die Einstellung, dass Krisen bewältigbar sind, zu den Schutzfaktoren der seelischen Widerstandskraft (Resilienz). Positive Umdeutung fördert sie vermutlich ebenfalls. Ebenso nennt es aber eine realistische Einschätzung von Situationen.
In einem Experiment von 2023 milderte ein kurzes Arbeitsblatt zum positiven Denken unangenehme Gefühle unmittelbar ähnlich gut wie eines zur kognitiven Umstrukturierung. Diese Kernstrategie der kognitiven Verhaltenstherapie prüft, ob Gedanken zutreffen, positives Denken tut das nicht.
Anders sieht es bei Zukunftsfantasien aus. In vier Studien gingen positive Fantasien über die Zukunft zwar mit weniger depressiven Beschwerden zur selben Zeit einher. Über einige Monate sagten sie aber mehr depressive Beschwerden voraus.
Wo liegen die Grenzen?
Eine Übersichtsarbeit fand 2002 wenig stimmige Belege, dass eine kämpferische Haltung das Überleben bei Krebs verlängert oder Rückfälle verhindert. Die Autor:innen betonen, dass sich Menschen mit Krebs nicht unter Druck gesetzt fühlen sollten, eine bestimmte Haltung einzunehmen, um länger zu leben.
Seelische Widerstandskraft bedeutet laut Gesundheitsportal auch nicht, sich nie schlecht oder gestresst zu fühlen. Mehr zu positiven Sätzen über sich selbst steht im Glossarbegriff „Affirmationen“.
Wichtiger Hinweis
Dieser Text dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche Beratung oder ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie stets qualifizierte Spezialist:innen konsultieren.