Als ehemaliger Spitzensportler weiß ich natürlich, wie wichtig der mentale Komponente ist, vor allem natürlich auch im Profifußball. Und ich war selber immer sehr nervös und angespannt vor den Spielen und es ist natürlich ganz wichtig, dass man lernt, damit umzugehen. Dass man sich Mechanismen zurechtlegt, wie man damit umgeht und wie man denen begegnet. Ich kann mich nur erinnern, als junger Spieler, wir waren da oft kaserniert vor großen Spielen im Hotelzimmer und haben uns dann am Nachmittag immer niedergelegt.
Ich hatte damals schon gesunden Schlaf und ich hatte da komischerweise dann immer so Art Albträume. Ich habe dann immer geträumt, dass ich am Fußballfeld stehe und da waren lauter Bäume und ich habe keinen Weg gefunden. Oder ich habe das Spielfeld nicht gefunden oder meine Fußballschuhe oder ich komme zu spät zum Spiel. Ich war damals total verstört und habe dann erst später irgendwie herausgefunden oder mir bewusst gemacht, dass das totale Versagensängste waren.
Und zum Beispiel auch Nationalteam. Also ich war ja ein paar Mal auch im Nationalteam und da war dann glaube ich das zweite dritte Spiel. Da waren wir länger kaserniert als sonst. Das war ein Länderspiel, wo wir eine Woche zusammengezogen waren. Und am zweiten, dritten Spiel hat mir auf einmal so ein ungutes Gefühl beschlichen. Ich habe auf einmal volle Panik gehabt, habe einmal gedacht, boah Rapid ist schon eine große Nummer und jetzt spiele ich Nationalteam.
Ganz Österreich schaut auf mich und was ist, wenn ich dann Fehler mache? Also ganz schrecklich war das. Aber wie gesagt, es ist mir immer gelungen, ich dann mich fokussiere aufs Spiel, auf meine Aufgabe. Und Nervosität und Anspannung gehört dazu im Sport. Und der eine oder andere, der hat Probleme damit. Das kann natürlich auch hemmen oder blockieren. Oder man kann es natürlich auch in positive Energie umwandeln und die Sinne schärfen, sich die Konzentration hochhalten und sich total fokussieren auf die Aufgabe.
Mir ist das zum Glück immer gelungen. Wenn Anpfiff war, war ich immer am Punkt da. Und das war auch einer meiner größten Stärken in meiner langen Karriere.